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VW Aktie: Volkswagen: Warum die Aktie wieder fällt

Die vergangenen Tage waren aus Wolfsburger Sicht nicht die schönsten. Mit der 2:1 Niederlage gegen den HSV verpasste der VfL Wolfsburg den sicheren Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga und muss nun in der Relegation gegen Eintracht Braunschweig antreten.

Doch nicht nur für die Werkself lief es zuletzt bescheiden. Auch die Volkswagen Aktie geriet ins Straucheln. Auf Wochensicht fuhr das Papier ein Minus von 3,4 Prozent ein.

Ermittlungen gegen Müller

Das dürfte nicht zuletzt auch daran gelegen haben, dass die Staatsanwaltschaft nun offiziell gegen den amtierenden VW-Chef Matthias Müller ermittelt wegen des Verdachts auf Marktmanipulation. Dabei geht es in erster Linie um die Frage, ob im Zuge des Dieselskandals kapitalmarktrechtliche Publizitätspflichten verletzt und Anleger bewusst zu spät informiert wurden.

Im September 2015 war bekannt geworden, dass Volkswagen bei Dieselfahrzeugen verschiedener Marken eine Software eingesetzt hatte, die systematisch die Abgaswerte manipuliert, sobald sich das Fahrzeug auf einem Prüfstand im Labor befand. Im normalen Straßenverkehr überschritten die Abgaswerte die geforderten Grenzwerte zum Teil erheblich.

Neben den Kosten für großangelegte Rückrufaktionen, Nachbesserungen, Strafzahlungen in den USA – wo der Skandal aufgedeckt worden war – und Entschädigungen für klagende US-Kunden verursachte „Dieselgate“ vor allem einen gehörigen Imageschaden für Volkswagen. Das Geschäftsjahr 2016 fiel dementsprechend mau aus.

VW Aktie: Starke Q1-Bilanz

Langsam aber sicher jedoch, und das ist die gute Nachricht, scheint sich das Unternehmen von der Affäre zu erholen. Zumindest sprechen die Zahlen des ersten Quartals dafür: Der Betriebsgewinn der Kernmarke VW lag in den ersten drei Monaten des Jahres bei knapp 900 Millionen Euro, die Rendite stieg auf 4,6 Prozent. Punkten konnte der Konzern dabei auch in Regionen, in denen die Geschäfte zuletzt eher schleppend liefen. Auch in den USA, wo Kunden nach dem Dieselskandal erst einmal einen großen Bogen um VW-Fahrzeuge machten, stiegen die Absatzzahlen nun wieder.

Dementsprechend optimistisch gestimmt zeigte sich auch der Vorstand angesichts der Quartalsbilanz und bestätigte die Prognose. Für das laufende Jahr peilt Volkswagen eine Umsatzsteigerung um 10 Prozent an, die operative Rendite soll am oberen Ende der angestrebten Spanne von 2,5 bis 3,5 Prozent liegen.

Ambitionierte Ziele

Auch mittelfristig soll es weiter aufwärts gehen: Bis 2020 soll die Ebit-Marge auf 4 Prozent oder mehr gesteigert werden, bis 2025 soll sie dann bei 6 Prozent liegen. Auch die Produktivität soll gesteigert werden und zwar um jeweils 7,5 Prozent im laufenden und im kommenden Jahr sowie um weitere jeweils 5 Prozent in 2019 und 2020.

Ein wesentlicher Teil der Zukunftsstrategie sieht einen Ausbau der Elektroflotte vor. Drei Fahrzeuge mit Elektroantrieb hat VW bereits in den vergangenen Monaten vorgestellt, sie sollen in den nächsten Jahren auf den Markt kommen. Die Konkurrenz scheut man dabei nicht, ganz im Gegenteil: Bis 2025 wollen die Wolfsburger selbst Vorreiter Tesla in puncto Marktanteile überholen und jährlich eine Million E-Fahrzeuge verkaufen.

Der Weg dorthin ist noch weit, doch die ersten Schritte immerhin sind getan.

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Über den Autor
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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