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VW Aktie: Trump droht der deutschen Autoindustrie – bleiben Sie cool!

Donald Trumps Präsidentschaft rückt näher. Inzwischen kommuniziert er auch nicht mehr nur über Twitter mit dem Rest der Welt, sondern gibt auch Interviews. Zum Beispiel der Bild und der Times.

Dabei bearbeitete er natürlich auch seine Lieblingsthemen wie den internationalen Handel. Von dem hält er schließlich nur etwas, wenn US-amerikanische Unternehmen etwas im Ausland verkaufen. Wenig Verständnis hat er dafür, wenn US-Verbraucher auch ausländische Produkte kaufen wollen.

Aufs Korn nimmt Trump immer wieder die Automobilindustrie, die ihre Fabriken auf der ganzen Welt verstreut baut und einzelne Modellreihen bestimmten Fabriken zuordnet.

Daher kommen zum Beispiel die BMW X5 oder die Mercedes GLE aus den USA nach Europa, obwohl es sich um deutsche Autohersteller handelt. Die USA sind also bei diesen Modellreihen Exporteur. Dafür kommen andere Modellreihen als Importe ins Land.

So ganz verstanden hat das Donald Trump noch nicht, weshalb er pauschal allen Autoherstellern 35% Strafzoll für Importe androht. Während die Autohersteller ob dieser Drohungen cool geblieben sein dürften, reagierten die Anleger nervös. Die Autohersteller wurden diese Woche abgestraft.

BMW und Mercedes dürften eine ausgeglichene Handelsbilanz mit den USA haben

Warum sind Donald Trumps Zolldrohungen Quatsch? Nun, zum Beispiel deshalb, weil BMW in den USA Netto-Exporteur für Fahrzeuge ist.

Das BMW-Werk in den USA, in Spartanburg, ist das größte von BMW und führt mehr Fahrzeuge aus den USA aus, als BMW in die USA einführt. Der BMW-Konzern inklusive Mini käme auf eine ausgeglichene Bilanz bei den Stückzahlen.

Bei Mercedes sieht es ähnlich aus. In Tuscaloosa steht das viertgrößte Werk des Konzerns und das größte außerhalb Deutschlands. Den 359.100 Fahrzeugen, die im Jahr 2015 in den USA verkauft wurden, stehen mehr als 300.000 gegenüber, die in Tuscaloosa vom Band liefen.

Und zwar hauptsächlich hochpreise SUVs wie bei BMW, während unter den 359.100 verkauften Fahrzeugen natürlich auch viele Modelle der günstigeren Baureihen enthalten sind. Die von Mercedes-Töchtern in den USA verkauften Trucks werden ebenso im Inland hergestellt.

VW ist das größte Sorgenkind in Sachen Zölle

Bei VW sieht es schlechter aus. 2016 verkaufte VW in den USA 322.948 Fahrzeuge. In Chattanooga laufen aber nur 150.000 Passats vom Band, von denen etwa die Hälfte in den Export geht.

Audi und Porsche betreiben gar kein Werk in den USA. Der VW-Konzern weist also im Gegensatz zu Daimler und BMW eine deutlich negative Handelsbilanz aus Sicht der USA auf, es werden mehr Fahrzeuge importiert als exportiert.

Wenn sich also jemand Sorgen machen muss, dann ist es Volkswagen, die wegen des Dieselskandals ohnehin keinen leichten Stand mehr haben in den USA.

Die WTO-Verträge verhindern Trumps Strafzölle

Dazu kommt, dass Trump gar nicht ohne massive Kollateralschäden in der Lage ist, 35% Zoll auf Fahrzeuge einzuführen. Als Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO) sind die USA an die selbst auferlegten Höchstzölle gebunden und die liegen bei weniger als einem Zehntel des von Trump angedrohten Zolls.

Aber auch das sind natürlich 2,5%, die sich die Autohersteller gern sparen würden. Ein Bruch der WTO-Statuten und damit letztendlich der Austritt aus der WTO kämen einem politischen Selbstmord gleich.

Die Preise würden massiv anziehen, es gäbe Inflation, die Exporteure bekämen es mit Gegenmaßnahmen der Handelspartner zu tun. Die Wirtschaft bräche ein und es könnte während Trumps Amtszeit gar nicht genügend Ersatz für die Importprodukte im Inland produziert werden.

Neben Zöllen hätte die Regierung natürlich auch noch diverse andere Mittel, um den Autoherstellern das Leben schwer zu machen. Permanente Betriebsprüfungen, strenge Kontrolle sämtlicher in den vergangenen 10 Jahren ausgelieferten Modellreihen in Sachen Abgase oder verlangsamte Zollabfertigung in den Häfen.

Um Trump seine PR-Erfolge zu gönnen, hat deshalb z.B. Ford zugesagt, geplante Investitionen in Mexiko nicht zu tätigen und dafür einen kleineren Betrag in US-Werken zu investieren.

Daher mein Rat an Sie: Cool bleiben! Donald Trump ist bis jetzt ein Maulheld, der viel ankündigt, ohne sich Gedanken um die Umsetzung und vor allem die Folgen der Umsetzung zu machen.

Insbesondere BMW muss sich angesichts der ausgeglichenen oder sogar positiven Handelsbilanz aus US-Sicht keine Sorgen machen und bleibt daher auch weiterhin ein Wert in meinem Klartext-Depot!

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Über den Autor Mick Knauff

Mick Knauff ist seit mehr als 20 Jahren an der Börse aktiv. Seit mehr als 15 Jahren begleitet er das tägliche Börsengeschehen journalistisch und war am Aufbau mehrerer Börsen-Nachrichtenredaktionen beteiligt.

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