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ThyssenKrupp Aktie: ThyssenKrupp Aktie: Was der Tata-Deal dem Anleger bringt

Des einen Freud, des andern Leid – die Emotionen der Beteiligten könnten kaum weiter auseinanderliegen als bei dem geplanten Joint Venture der Stahlsparte von ThyssenKrupp und dem Europageschäft des indischen Konkurrenten Tata.

Die Mega-Hochzeit in Sachen Stahl soll die Bilanz von ThyssenKrupp aufbessern. So werden beispielsweise Verbindlichkeiten ausgelagert und Kosten abgebaut, denn gerade das Stahlgeschäft – einstiges Kernthema des alteingesessenen Ruhrgebietskonzerns – war in den vergangenen Jahren alles andere als ein lukrativer Selbstläufer.

Preisdruck stärkt Konsolidierungstendenzen

Die internationale Konkurrenz, vor allem aus Fernost, und der damit verbundene Preisdruck haben dem Dax-Konzern immer wieder zugesetzt, ein Sparprogramm nach dem anderen musste auf den Weg gebracht werden. Gemeinsam mit Tata will man seine Position nun stärken: Das Joint Venture dürfte in Europa zur Nummer zwei werden hinter ArcelorMittal. Die Geschäftsbereiche von ThyssenKrupp und Tata ergänzen sich, sowohl was die Kundenstruktur angeht als auch hinsichtlich der regionalen Verteilung.

Das Sparpotenzial durch die Zusammenlegung von Einkauf und Verwaltung ist gewaltig, bis 2020 sollen die Kosten auf diese Weise um bis zu 600 Millionen Euro reduziert werden – allerdings ist das verbunden mit dem Abbau von mehreren tausend Arbeitsplätzen, auch auf Seiten von ThyssenKrupp.

Arbeitnehmer kämpfen

Und genau hier liegt die Krux, denn auch die Arbeitnehmervertretung im Aufsichtsrat muss dem Vorhaben erst einmal zustimmen. Bislang ist die Stimmung eine andere, es formt sich Protest, es gab erste Demonstrationen gegen den Deal und Tata war zwischenzeitlich auch Thema im Wahlkampf.

Die Geschichte anderer Ruhrgebietsgrößen hat jedoch gezeigt, dass die politische Intervention den Arbeitnehmern am Ende meist wenig gebracht hat. So dürften auch diesmal etliche Beschäftigte auf der Strecke bleiben, während ThyssenKrupp sein Stahlgeschäft durch Auslagerung zu retten versucht und sich selbst als Industrie- und Technologiekonzern neu aufstellt.

Das Management jubelt bereits jetzt über den Tata-Deal, und auch an der Börse zeigten sich Anleger in den vergangenen Monaten zuversichtlich. Auf Jahressicht ist die ThyssenKrupp Aktie um gut 15 Prozent gestiegen, ihr bisheriges Jahreshoch hat sie Ende Juli bei gut 27 Euro erreicht. Zuletzt war das Papier wieder leicht gefallen auf rund 25 Euro.

ThyssenKrupp Aktie: Analysten zuversichtlich

Analysten sehen mehrheitlich Kurspotenzial für die ThyssenKrupp Aktie, die Kursziele werden dabei überwiegend im Bereich zwischen 30 und 35 Euro angesiedelt. Die Experten von Jefferies & Company halten gar einen Anstieg auf bis zu 40 Euro für realistisch.

Am anderen Ende des Meinungsspektrums findet sich die Einschätzung der UBS, die mit einem Kurseinbruch auf 20,50 Euro rechnet und zum Verkauf der Aktie rät. Barclays geht mit einem Kursziel von 21 Euro ebenfalls von einem Rückgang aus, empfiehlt aber dennoch, die Aktie zu halten.

Die ebenfalls zahlreichen Analysteneinschätzungen, die zum Halten der Aktie raten, sehen das Kursziel mehrheitlich zwischen 25 und 29 Euro – also in etwa auf dem Niveau der vergangenen Wochen.

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Über den Autor
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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