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Siemens Aktie: Siemens Aktie: Die Lage ist nicht hoffnungslos

Des einen Freud, des anderen Leid – diese Floskel lässt sich in einer kapitalorientierten, globalisierten Welt auf etliche wirtschaftliche Beziehungen anwenden.

Besonders deutlich wird das momentan bei Siemens. Einiges hat sich Siemens-Chef Joe Kaeser anhören müssen von Politikern und Gewerkschaftern. Tenor: Es könne ja wohl nicht sein, dass ein Unternehmen, das Milliardengewinne einfährt, tausende Arbeitsplätze abbaut.

Einiges anhören mussten sich Kaeser und Co. aber andererseits auch von den Börsianern. Tenor: Es könne ja wohl nicht sein, dass an wenig lukrativen Geschäftsfeldern wie etwa dem mit Gasturbinen einfach ohne weiteres festgehalten werde.

Umstrittene Entscheidung

Tatsächlich hat sich der einstige Gewinnbringer inzwischen zum Problemkind entwickelt, die Rendite blieb im Ende September abgelaufenen Siemens-Geschäftsjahr hinter den Erwartungen zurück. Anstelle der angepeilten 11 bis 15 Prozent wurden nur noch 10 Prozent eingefahren, das drückte auch auf den operativen Quartalsgewinn. Die Quittung kam prompt, die Siemens Aktie rutschte ab.

Nun ist Kaeser bekanntlich nicht zimperlich und außerdem eher den Aktionären als den Beschäftigten verbunden, und so dauerte es nicht lang, bis radikale Maßnahmen verkündet wurden: Mehrere Standorte werden geschlossen, tausende Stellen fallen weg. Das sorgte, wie schon erwähnt, für reichlich Gegenwind aus der Politik.

Und auch der Siemens Aktie hat es bislang kaum geholfen. Sie bewegt sich erneut im Keller und liegt derzeit näher an ihrem Jahrestief vom August als am Dreimonatshoch von Anfang November. Rund 114 Euro war das Papier Ende der Woche wert.

Durchwachsene Aussichten für 2018

Wohin die Reise 2018 gehen wird, steht unterdessen in den Sternen. Das neue Geschäftsjahr läuft für Siemens bereits, doch ob es am Ende einen steigenden oder fallenden Betriebsgewinn ausweisen wird, hängt maßgeblich davon ab, wie hoch die Umbaukosten letztendlich ausfallen. Denn Stellenabbau kostet bekanntlich erst einmal, bevor er sich auszahlen kann.

Beflügelt wurde der Aktienkurs zuletzt vor allem von der Aussicht, dass einzelne Sparten als Töchter an die Börse gebracht werden sollen. Besonders viel verspricht man sich dabei am Parkett von der Medizinsparte, die zuletzt so gut lief, dass sie allein einen guten Teil des gesamten Siemens-Umsatzes beisteuern konnte. Zudem rechnet Siemens in diesem Bereich mit steigenden Auftragseingängen.

Flaute herrscht hingegen neben den Turbinen auch bei der Windkraft. Diesen Bereich hatte Siemens im Frühjahr mit dem spanischen Konkurrenten Gamesa fusioniert und an die Börse gebracht, bislang läuft es für die Aktie jedoch eher schleppend.

Siemens Aktie: Analysten zuversichtlich

Immerhin: Die Dividende für die Siemens Aktie steigt für das abgelaufene Geschäftsjahr von 3,60 auf 3,70 Euro. Auch sehen Analysten die Zukunftschancen des Riesenkonzerns tendenziell positiv, mehrheitlich sprachen sie zuletzt Kaufempfehlungen für die Siemens Aktie aus. Die Kursziele bewegen sich dabei überwiegend im Bereich um 140 und bis zu 150 Euro.

Und so dürften am Ende Anleger zufrieden sein, im Gegensatz zu den Noch-Mitarbeitern, deren Stellen wegfallen sollen.

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Über den Autor
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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