SAP Aktie: Verdreifachung Börsenwert bis 2026?

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Es ist schon eine sehr spezielle Gemengelage mit Blick auf die SAP Aktie dieser Tage. Im November noch notierte das Papier knapp oberhalb von 100 Euro – doch seitdem taumelt die Aktie abwärts und hat mittlerweile fast 20 Prozent verloren.

Am 9. Februar wurde mit 81,37 Euro ein Jahrestief markiert, von dort ging es zunächst wieder ein Stück weit nach oben – doch inzwischen bewegt sich die SAP Aktie erneut nur knapp darüber und war am Montagmorgen für 82,60 Euro zu haben.

Verdreifachung des Börsenwerts bis 2026?

Der Höhepunkt des zwischenzeitlichen Erholungskurses Ende Februar, der bei knapp 87 Euro erreicht war, wurde unterstützt durch Aussagen von SAP-Chef Bill McDermott, der das Unternehmen seit 2010 lenkt und den Aktienkurs seither verdreifachen konnte.

Er gab kein geringeres Ziel aus, als dieses Kunststück zu wiederholen: Bis zum Jahr 2026 will McDermott es schaffen, den Börsenwert von SAP erneut zu verdreifachen – auf dann gut 300 Milliarden Euro.

Erste Milliardenübernahme seit 2014

Gelingen soll diese Erfolgsgeschichte nicht zuletzt durch einen Frontalangriff auf den US-Rivalen Salesforce, der bislang als Marktführer bei Software für Kundenmanagement (CRM) gilt. Um sich in diesem zweistellig wachsenden Marktsegment stärker zu positionieren, hat SAP erst kürzlich den Spezialisten Callidus übernommen.

Für den Deal haben die Walldorfer 36 Dollar je Aktie gezahlt und somit unterm Strich 2,4 Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt. Für SAP ist es der erste Milliardendeal seit 2014 – und wohl vorerst auch der einzige, denn weitere größere Akquisitionen sind vorerst offenbar nicht geplant. Stattdessen will das Dax-Schwergewicht auf organisches Wachstum setzen.

Längerfristiger Umbauprozess

Während die Bilanz für das Geschäftsjahr 2017 insgesamt eher enttäuschte, gab es zumindest gegen Ende einen Hoffnungsschimmer: Im Schlussquartal entwickelten sich die Geschäfte bereits etwas besser, die Marge konnte zulegen und die Umsatzrendite konnte die Erwartungen der Analysten leicht übertreffen.

SAP befindet sich derzeit in einem länger andauernden Umbauprozess, um sich auf veränderte Geschäftsmodelle einzustellen. Anstelle des früher üblichen Verkaufs lizensierter Software setzt das Unternehmen nun zunehmend auf Cloud-Angebote und Mietsoftware zum monatlichen Festpreis. Ein Vorteil bei diesem Modell sind die besser planbaren Einnahmen und die geringere Schwankungsanfälligkeit.

SAP Aktie: Widersprüchliche Signale

Angesichts der laufenden Umstellungen sehen die meisten Analysten klares Aufwärtspotenzial für die SAP Aktie. Ende Februar riet eine Mehrheit der Experten zum Kauf des Papiers, die Kursziele bewegten sich dabei in einem Rahmen zwischen 100 Euro (Credit Suisse) und bis zu 117 Euro (Goldman Sachs).

Angesichts des jüngsten Abwärtsstrudels aber, in dem sich das Papier derzeit befindet, sollten Anleger vorsichtig agieren und den Griff ins fallende Messer vermeiden: Charttechnisch wurden bereits einige rote Linien nach unten durchbrochen, die 200-Tage-Linie, die bei gut 92 Euro verläuft, ist inzwischen ein ganzes Stück weit entfernt.