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SAP Aktie: SAP Aktie: Ernste Probleme in Südafrika

Balsam für die Anleger: Das zweite Quartal lief für den Softwarehersteller SAP ziemlich gut. Die Software s4/Hana ist nach wie vor ein Verkaufsschlager. Der Umsatz kletterte im Zeitraum von April bis Ende Juni um 9 Prozent auf fast 5,8 Milliarden Euro und damit etwas stärker als gedacht.

Auch das Cloudgeschäft wächst weiterhin rasant, wenn auch nicht mehr ganz so schnell wie erhofft. Der Umsatz in diesem Bereich stieg um 27 Prozent auf 932 Millionen Euro. Insgesamt wurde die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr um 100 Millionen Euro angehoben, die Zielspanne liegt nun im Bereich zwischen 23,3 und 23,7 Milliarden Euro. Beim operativen Gewinn rechnet SAP jedoch weiterhin unverändert mit 6,8 bis 7,0 Milliarden Euro.

SAP Aktie nach Rekord im Rückwärtsgang

Kein Wunder, denn der Gewinnabschluss für Q2 liest sich weniger schön: Unterm Strich verbuchte SAP im abgelaufenen Quartal einen Gewinnrückgang um 18 Prozent auf 666 Millionen Euro. Das liegt vor allem an hohen Investitionen und steigenden Kosten: Einerseits stellt der Konzern mehr neue Mitarbeiter ein, andererseits fallen die aktienbasierten Vergütungen der Beschäftigten dank des zuletzt gestiegenen Aktienkurses höher aus.

Im ersten Halbjahr hatte die SAP Aktie kräftig zugelegt und mit 96,38 Euro im Juni einen neuen Höchststand erreicht. Von dort aus ging es jedoch zuletzt wieder abwärts, Gewinnmitnahmen belasteten den Kurs. Zuletzt rutschte das Papier knapp unter die Marke von 90 Euro.

Analysten sehen jedoch mehrheitlich weiteres Kurspotenzial, die Kursziele liegen überwiegend bei mehr als 100 Euro. Mit 111 Euro hat die französische Société Générale das höchste Kursziel ausgegeben. Mit einem Kursrückgang auf 84 Euro rechnen hingegen Experten von BNP Paribas, die als einzige zum Verkauf der SAP Aktie raten.

Risiko Südafrika?

Ein gewisses Risiko bergen Vorwürfe um mögliche Korruptionsfälle in Südafrika. Dort soll SAP eine ungewöhnlich hohe Provisionszahlung an eine Firma veranlasst haben, die eng verbunden ist mit den dortigen Machthaber-Clans. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnte das teuer werden für SAP – zumal die Aktie des Softwarekonzerns auch in den USA gelistet ist und die dortigen Richtlinien erfüllt werden müssen. Die US-Behörden sind bekanntlich nicht zimperlich, wenn es um die Ermittlung von Korruptionsfällen auch im Ausland geht. Die Affäre ist noch nicht richtig hochgekocht, könnte aber im schlimmsten Fall zum Problem werden.

Das sollten Anleger im Hinterkopf behalten, auch wenn ihnen die zum Teil durchwachsenen Quartalszahlen versüßt wurden durch die Aussicht auf ein 500 Millionen Euro schweres Aktienrückkaufprogramm, das schon bald beginnen und in mehreren Tranchen abgewickelt werden soll.

Auch das dürfte dazu beitragen, den Kurs perspektivisch über die 100-Euro-Linie zu hieven.

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Über den Autor
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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