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ProSieben Sat.1: ProSiebenSat.1-Aktie: Aufwärts oder Abwärts?

Beim Blick auf den Chart dieser DAX-Aktie dürften wohl die wenigsten Aktionäre in Anbetracht der diesjährigen Entwicklung vor Begeisterung Beifall klatschen. Die Rede ist vom Medienkonzern ProSiebenSat.1.

Ein schwacher TV-Markt macht dem Unternehmen weiterhin zu schaffen. Die Werbeeinnahmen im zurückliegenden dritten Quartal haben sich unter den Erwartungen entwickelt.

Das Management erwartet den deutschen TV-Werbemarkt im Jahr 2017 nur noch auf Vorjahresniveau, nach einem bisher in Aussicht gestellten Wachstum am unteren Ende der Spanne von 1,5 bis 2,5%.

Wie jetzt außerdem bekannt wurde, steht dem Unternehmen ein verfrühter Wechsel an der Konzernspitze bevor. Laut einer Mitteilung vom Montag hat sich CEO Thomas Ebeling mit dem Unternehmen einvernehmlich darauf verständigt, nach der Bilanzpressekonferenz am 22. Februar 2018 zu gehen.

Eigentlich war dies erst für Ende 2018 geplant. Gleichzeitig setzt ProSiebenSat.1 aber auf ein gut laufendes Digitalgeschäft sowie auf eine Erholung der TV-Werbung zum Jahresende hin und bestätigte die Umsatz- und Gewinnziele.

Die Frage nun: Wie handelt man als Anleger jetzt richtig? Sie kennen bestimmt alle den Spruch: „Kaufen, wenn die Kanonen donnern!“ Gilt das auch für die Aktie von ProSiebenSat.1?

Am Montag stockte Vorstandsmitglied Conrad Albert sein Depot mit unternehmenseigenen Aktien im Wert von 142.424 Euro auf. Sollten Investoren es ihm gleich tun?

Die Aktie hat sich innerhalb von 2 Jahren halbiert

Das beendete dritte Quartal fiel für die Firma mit einem dreiprozentigen Umsatzanstieg auf 883 Mio. Euro und einem stagnierenden bereinigten EBITDA von 202 Mio. Euro durchwachsen aus.

Der Umsatz im Gesamtjahr 2017 soll im Vergleich zum Vorjahreswert von 3,8 Mrd. Euro mindestens im hohen einstelligen Prozentbereich steigen. Das EBITDA soll ebenfalls (leicht) zulegen. Hier hatte ProSiebenSat.1 im vergangenen Jahr 1,02 Mrd. Euro erreicht.

Die Bayern wollen nun die Konzernstruktur unter die Lupe nehmen, um sich besser auf den Wandel der Medienlandschaft auszurichten. Schwerpunkt sei dabei unter anderem eine mögliche Kombination der TV-Aktivitäten mit den Online-Unterhaltungsplattformen zu einer Unterhaltungssparte.

Die ProSiebenSat.1-Aktie hat seit dem Rekordhoch vor zwei Jahren oberhalb von 50 Euro den Rückwärtsgang eingelegt. Aktuell sind die Papiere nur noch rund die Hälfte wert.

Der Konzern steht vor einigen Herausforderungen in seinem angestammten TV-Geschäft – allem voran die wachsende Konkurrenz durch Streaming-Plattformen wie Netflix.

Anfang der Woche hat die US-Bank JPMorgan ProSiebenSat.1 von „Neutral“ auf „Overweight“ hochgestuft und das Kursziel von 34,50 auf 45,00 Euro angehoben.

Die Bewertungen seien günstig, die Erwartungen gering und die strukturellen Sorgen übertrieben, schrieb Analyst Daniel Kerven in einer am Montag vorliegenden Branchenstudie zu europäischen Medienwerten.

Zudem übersehe der Markt neue Wachstumschancen und die Möglichkeit einer Sektor-Konsolidierung. Sein „Key Pick“ im Sektor sei ProSiebenSat.1 wegen der besten Unternehmensstrategie.

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Über den Autor
Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

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