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Münchener Rück Aktie: Münchener Rück: Mehr Naturkatastrophen 2016

2016 war ein turbulentes Jahr. Das galt nicht nur für die historischen politisch-gesellschaftlichen Zäsuren, die sich etwa in Brexit-Votum oder Trump-Wahl manifestierten, sondern auch für die globale Großwetterlage im klassischen Sinne: Klima- und Naturkatastrophen häuften sich im vergangenen Jahr.

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re hat vor wenigen Tagen seine Schadensbilanz für das vergangene Jahr vorgelegt. Demnach gab es 2016 insgesamt weltweit 750 Vorfälle, die als „relevante Schadenereignisse“ eingestuft werden – die Zahl fällt wesentlich höher aus als der Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre, der bei gerade einmal 590 solcher Ereignisse liegt.

Künftig mehr Naturkatastrophen?

Überdurchschnittlich oft kam es zu Überschwemmungen. Zudem wurde Nordamerika von so vielen Naturkatastrophen heimgesucht wie zuletzt im Jahr 1980. Viele Beobachter führen das auf den Klimawandel zurück, der zwar nicht direkt und unmittelbar ein spezielles Einzelereignis auslöst, aber doch bestimmte Wetterlagen zu begünstigen scheint, die dann wiederum zu extremen Wetterphänomenen oder Naturkatastrophen führen können.

Dementsprechend ist auch in der Zukunft tendenziell häufiger mit solchen Ereignissen zu rechnen. Einen Lichtblick hält die Statistik der Munich Re jedoch auch bereit: Demnach kamen 2016 erheblich weniger Menschen durch Naturkatastrophen ums Leben als im langjährigen Durchschnitt. Während der Zehn-Jahres-Schnitt bei mehr als 60.000 Toten pro Jahr liegt, waren es 2016 lediglich 8.700 weltweit.

Das könnte jedoch auch mit der regionalen Verteilung der Naturkatastrophen zu tun haben: Eine große Anzahl von Todesopfern ist vor allem dann zu beklagen, wenn Schadenereignisse ärmere Regionen treffen, in denen einerseits viele Menschen leben, die sich aber andererseits kaum schützen können. Man erinnere sich nur an die Überschwemmungen in Pakistan 2010 oder den Tsunami im Indischen Ozean 2004.

Munich Re Aktie: Nullrunde 2016

Hinsichtlich der Sachschäden war das Jahr 2016 wieder teurer als die vorangegangenen, vergleichsweise ruhigen Jahre. Im langjährigen Durchschnitt befindet sich die Schadenssumme von 175 Milliarden Dollar jedoch im Mittelfeld.

Für die Betroffenen schmerzhaft, für die Versicherer gut: Nur ein kleiner Teil dieser Schäden war überhaupt versichert. Mit 50 Milliarden Dollar kamen die Versicherungen für nicht einmal ein Drittel der Schäden auf, die durch Naturkatastrophen im vergangenen Jahr verursacht wurden.

Aus Sicht der Anleger der Munich Re war 2016 übrigens ein ziemlich ereignisloses Jahr, unterm Strich notiert die Aktie nach zwölf Monaten kaum verändert. Von einer Kursdelle in den Sommermonaten hat sich das Papier inzwischen wieder erholt und notierte zuletzt bei rund 180 Euro.

Analysten schätzten das Papier zuletzt tendenziell positiv ein, neben mehrheitlich neutralen Bewertungen überwiegen die Kaufempfehlungen. Nur vereinzelt rechnen Experten mit sinkenden Kursen. Die Kursziele bewegen sich bei den Optimisten im Rahmen von 190 bis 200 Euro, Pessimisten befürchten einen Rückgang auf etwa 160 Euro.

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Über den Autor Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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