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Münchener Rück Aktie: Insider-Deals: Auffällige Insiderkäufe bei Munich Re

Aus Sicht des Kunden sollten Versicherungen vor allem eines sein: stabil. Ver-ständlich: Hat man 20 Jahre oder länger in eine Lebensversicherung eingezahlt, dann will man einfach Gewissheit haben, dass man am Ende der Laufzeit nicht mit leeren Händen dasteht.

Am 22. Mai war für die rund 350 deutschen und tausenden europäischen Versicherer der „Tag der Wahrheit“: Sie mussten auf Anordnung der Finanzaufsicht BaFin ihre sogenannte Solvenzquote („Solvency II“) veröffentlichen.

Diese Quote soll Aufschluss darüber geben, wie dick der Kapitalpuffer ist, wie der Versicherer also ein „Worst-Case“-Schadensereignis verkraften könnte, wie es statistisch gesehen nur alle 200 Jahre vorkommt.

Eine Quote von unter 100% gilt als kritisch und ist für die Finanzaufsicht ein Grund, genauer hinzuschauen.

Allianz und Munich Re sind top aufgestellt

Bei der Allianz, der Branchen-Marktführerin, ist alles im Lot. Solvabilitätsquote: 379%. Die Reserven sind also fast viermal so hoch wie nötig.

Die zum Munich Re-Konzern gehörende Ergo Leben kommt auf 328%. Doch die Kennzahl hat nur begrenzte Aussagekraft. Die Ergo hat Gebrauch von sogenannten Übergangsmaßnahmen gemacht, was bis zum Jahr 2031 erlaubt ist.

Ohne diese Entlastung hätte die Solvabilitätsquote der Erstversicherungstochter nur bei 100% gelegen.

Die Ergo, das Sorgenkind der Munich Re, soll 2017 wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Im ersten Quartal schaffte sie es bereits aus der Verlustzone und lieferte einen Gewinn von 91 Mio. Euro ab.

Markus Rieß, seit 2015 Ergo-Chef, hatte dem Versicherer im vergangenen Jahr eine Radikalkur verpasst. Diese sieht neben dem Abbau jeder siebten Stelle unter anderem auch die Abtrennung der klassischen Lebensversicherung vor. Einiges sei bereits geschafft, so Rieß.

„Wir haben neue Produkte eingeführt, wir haben echte schöne Anfangserfolge in der Digitalisierung.“ Der Vertrieb, der vom Umbau am meisten betroffen ist, habe dennoch Erfolge erzielt. Ungeachtet dessen läuft es für die Konzernmutter Munich Re mehr als rund.

Munich Re begeistert mit langjähriger Dividendenstärke

Der Rückversicherer aus der bayrischen Landeshauptstadt weiß unter anderem mit stillen Reserven zu überzeugen, die der Konzern in den letzten Jahren angehäuft hat. Glaubt man verschiedenen Schätzungen dürften diese knapp 7% der Kapitalanlagen betragen, was knapp 15 Mrd. Euro entspräche.

Das stärkt nicht nur die Bilanzstärke, sondern ist auch ein guter Puffer für Aktienrückkäufe.

Daneben weiß die Munich Re mit einer deutlich höheren Dividendenrendite als die Gesamtbranche zu überzeugen. Aktuell liegt diese bei satten 5%. Und die Expreten von Der Aktionär sind positiv gestimmt, dass die Munich Re das Niveau halten kann.

Unglaublich: Seit 1969 hat der DAX-Konzern die Dividende nicht gesenkt, im Gegenteil, in den meisten Fällen wurde sie sogar aufgestockt.

Vorstände greifen verstärkt bei eigenen Aktien zu

Zuletzt machte die Munich Re mit größeren Insiderkäufen auf sich aufmerksam.

Das Management kaufte Ende Juni konzertiert unternehmenseigene Aktien zu. Unternehmenslenker Joachim Wenning erstand ein Aktienpaket für rund 77.000 Euro, Finanzchef Jörg Schneider erwarb Papiere im Wert von über 100.000 Euro.

Insgesamt erwarben sie plus sechs weitere Vorstandsmitglieder Munich Re-Aktien in Höhe von über 571.000 Euro wie Sie der nachfolgenden Übersicht entnehmen können:

DatumName InsiderStellungAnzahlKurs in LWVolumen in LW
29.06.2017Joachim WenningVorstands- vorsitzender435176,6176.826
29.06.2017Jörg SchneiderVorstand582176,61102.788
29.06.2017Peter RöderVorstand407176,6171.881
29.06.2017Markus RießVorstand245176,6143.270
29.06.2017Torsten JeworrekVorstand615176,61108.617
29.06.2017Doris HöpkeVorstand303176,6153.514
29.06.2017Thomas BlunckVorstand429176,6175.767
29.06.2017Giuseppina AlboVorstand221176,6139.031
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Über den Autor
Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

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