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Lufthansa Aktie: Lufthansa Aktie: Auch 2018 wieder Spitzenreiter im DAX?

Im mittlerweile zurückliegenden Jahr 2017 gab es im Dax einen klaren Sieger, mit dem noch vor zwölf Monaten wohl kaum jemand gerechnet hätte: die Lufthansa Aktie.

Mit einem Plus von mehr als 150 Prozent hat sie alle anderen Dax-Titel weit hinter sich gelassen, die Commerzbank Aktie auf Rang zwei schaffte gerade einmal 76 Prozent Aufschlag binnen Jahresfrist.

Schwierige Positionierung

Die Rally der Kranichairline startete im Herbst 2016 von einem relativ niedrigen Wert. Die Lufthansa hatte schwierige Jahre hinter sich. Sie hatte sich schwergetan, sich zu positionieren zwischen den aufstrebenden Luxuslinien, vorrangig aus dem arabischen Raum, einerseits und den erstarkenden Billigfliegern, gerade bei innereuropäischen Angeboten, andererseits.

Irgendwo zwischen diesen zwei Polen flog die Lufthansa und schien auf keiner Seite so recht konkurrenzfähig zu sein. Zu wenig Luxus hier, zu hohe  Ticketpreise dort, eine spezifische Zielgruppe war schwer erkennbar. Und während die Airline sich zwischen externen Konkurrenten aufzureiben schien, erschwerten zusätzlich interne Tarifstreitigkeiten die Situation.

Internes Gerangel

In mehreren Streikwellen versuchten Lufthansa-Piloten rund um die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit, alte Privilegien zu sichern und den Vorstand zu Zugeständnissen zu bewegen. 2017 dann der Durchbruch, man hat sich geeinigt und nach jahrelangem Ringen ein für alle Seiten längerfristig gangbares Modell gefunden.

Rückenwind erhielt die Lufthansa, wie auch die gesamte Branche, zudem von den seit Ende 2014 niedrigen Ölpreisen, die wiederum zu geringeren Kerosinkosten führten – üblicherweise macht der Sprit einen Mammutanteil der Kosten bei Airlines aus.

Inzwischen bewegt sich der Ölpreis zwar wieder auf etwas höherem Niveau, die konzertierte Angebotsdrosselung durch die Opec und weitere Staaten hat den Preis je Barrel auf mittlerweile etwa 60 Dollar ansteigen lassen. Doch verglichen mit früheren Zeiten ist das immer noch verhältnismäßig wenig.

Profiteurin der Air Berlin Pleite

Das i-Tüpfelchen für die Lufthansa kam ohnehin ganz ohne eigenes Zutun: Die Airline wusste die Pleite der Konkurrentin Air Berlin geschickt für sich zu nutzen. Schon seit längerem hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr vorgehabt, Deutschlands zweitgrößte Fluglinie zu übernehmen, die Insolvenz brachte schließlich die Chance dazu.

Und so kam es denn auch: Weite Teile der günstigeren Konkurrentin verleibte sich die Lufthansa ein, stärkte dadurch ihr eigenes Angebot und schaltete einen lästigen Mitbewerber aus. Umgehend schnellten die Ticketpreise in die Höhe, und da die Lufthansa auf einigen innerdeutschen Verbindungen nun praktisch ein Monopol hält, fiel es nicht schwer, diese auch durchzusetzen.

Lufthansa Aktie: Überfliegerin 2017

Kurzum: Nach mehreren schwierigen Jahren lief es 2017 richtig rund für die Lufthansa – und eben auch für ihre Aktie. Charttechnisch scheint der Aufwärtstrend weiterhin intakt. Dennoch gehen die Einschätzungen der Analysten auseinander, inwieweit die positiven Entwicklungen sowie die erfreulichen Erwartungen für 2018 mittlerweile bereits eingepreist sind.

Für 2017 wird ein Rekordergebnis erwartet, bereits die Bilanz der ersten neun Monate war die beste der Unternehmensgeschichte. Die Dividende dürfte dementsprechend anziehen, auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist niedrig. Diese Indikatoren sprechen für einen weiteren Steigflug der Lufthansa Aktie.

Allerdings unterliegen gerade Fluglinien teils heftigen Schwankungen, ausgelöst oftmals durch unvorhersehbare externe Faktoren, auf die sie selbst wenig bis gar keinen Einfluss haben, etwa politische Spannungen oder auch steigende Ölpreise.

Glücklich schätzen können sich jedenfalls Anleger, die vor einem Jahr zugegriffen haben. Gut möglich, dass einige davon erst einmal Gewinne einstreichen, denn die waren üppig.

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Über den Autor
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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