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Lufthansa Aktie: Lufthansa Aktie im Höhenflug: Wovon die Airline gerade profitiert

Jubelstimmung in der vergangenen Woche bei der Lufthansa und ihren Aktionären: Es hatte sich bereits seit Längerem abgezeichnet, doch nun ist es besiegelt. Deutschlands Traditionsairline Nummer eins wird große Teile der insolventen Ex-Konkurrentin Air Berlin übernehmen.

Flugstrecken, Maschinen, Personal und vor allem die heißbegehrten Start- und Landerechte, genannt Slots, gehen zu weiten Teilen an die Kranich-Airline. Mitbieter toben und schäumen vor Wut, fühlen sich systematisch benachteiligt. Ganz von der Hand zu weisen ist das nicht: Die Bundesregierung war nach Bekanntwerden der Pleite kurzfristig mit einem Überbrückungskredit eingesprungen und hatte sich von Beginn an für die Lufthansa als favorisierte Bieterin stark gemacht.

Gut für die Lufthansa …

Mit Blick auf eine Stärkung des hiesigen Standorts macht das durchaus Sinn, zumal die Lufthansa nach schwierigen Jahren positive Impulse gut gebrauchen kann, um sich im harten internationalen Wettbewerb wieder besser zu positionieren. Zwischen Billiganbietern, die vor allem auf den britischen Inseln beheimatet sind und insbesondere Ferienrouten im Programm haben, und ebenso erfolgreich aufstrebenden wie hoch subventionierten Luxusairlines aus der Golfregion hatte sich die Lufthansa in den vergangenen Jahren schwer getan, ihre Position zu behaupten.

Das dürfte nun anders werden – zumal die Lufthansa nun auf etlichen, vor allem innerdeutschen Strecken eine Quasi-Monopolstellung innehat und sich somit in der komfortablen Lage wiederfindet, die Ticketpreise praktisch nach Gusto diktieren zu können.

… schlecht für die Passagiere

Was das für die Passagiere bedeutet, haben diese zuletzt bereits schmerzlich feststellen müssen: Air Berlin hatte vor wenigen Tagen recht kurzfristig bestimmte Flugverbindungen eingestellt, die noch verbliebenen folgen Ende des Monats. Bereits gebuchte Tickets verloren damit ihre Gültigkeit, vielen Kunden blieb nichts anderes übrig, als umzubuchen – und gerade auf innerdeutschen Strecken teils kräftige Aufschläge zu zahlen, sei es nun an die Lufthansa direkt oder ihre Tochter Eurowings, es bleibt alles im Konzern.

Das gefällt nicht nur Lufthansa-Chef Carsten Spohr, sondern auch den Anlegern: Die Lufthansa Aktie, dieses Jahr ohnehin auf Höhenflug, konnte weiter zulegen und erklomm in der vergangenen Woche ein Hoch von über 25 Euro. Damit war das Papier etwa 150 Prozent mehr wert als noch vor einem Jahr.

Lufthansa Aktie im Höhenflug

Einige Analysten halten nach der geglückten Air Berlin Übernahme einen weiteren Durchmarsch in Richtung 30 Euro für denkbar und raten zum Kauf, andere warnen vor Kursrücksetzern nach der anhaltenden Rally.

Ein weiterer Erfolg, den die Lufthansa jüngst verbuchen konnte, ist im Getöse um Air Berlin fast untergegangen: Der langjährige Tarifkonflikt mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit konnte beigelegt werde, beide Seiten einigten sich auf einen neuen Tarifvertrag. Die Personalkosten sollen dadurch um etwa 15 Prozent reduziert werden, die Airline wird durch eine Neuregelung der Pensionszahlungen um einen hohen dreistelligen Millionenbetrag entlastet.

Gut für alle, die schon nach Lufthansa-Tarif bezahlt werden. Etliche Piloten von Air Berlin hingegen werden sich neu bewerben müssen. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass wohl nicht alle bei der neuen Eigentümerin weiterbeschäftigt werden. Für den Jubel bei den einen müssen eben doch immer andere bezahlen, auf die eine oder andere Art.

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Über den Autor
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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Herausgeber: Investor Verlag | VNR Verlag für die deutsche Wirtschaft AG
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