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Dax 30: Jamaika-Koalition geplatzt, DAX bricht ein

Die FDP hat in der vergangenen Nacht überraschend die Sondierungsgespräche zur Regierungsbildung in Deutschland verlassen, weil sie die faulen Kompromisse nicht mehr mittragen wollte. Sie wird dafür von den Mainstream-Medien zerrissen. Ein gutes Zeichen, dass das ein richtiger Schritt war.

FDP beendet Sondierungsgespräche, Jamaika ist geplatzt

Eine Jamaika-Koalition wäre eine große Mogelpackung geworden, weil sich insbesondere die extremen Positionen der Grünen (zum Beispiel zum Verbot von Braunkohle und Verbrennungsmotoren) nicht mit dieser Konstellation vertragen hätten. Eine instabile Regierung wäre die Folge gewesen.

Die Mehrheit der Wähler hatte mit CDU/CSU, FDP und AfD ja eher Parteien aus dem eher konservativen Spektrum gewählt und so für einen Politikwechsel votiert.

Die erstmalige Beteiligung der Grünen an einer deutschen Bundesregierung wäre demzufolge ein Verrat am erklärten Wählerwillen geworden. Dass die FDP hier ausschert, hat etwas Ehrliches. Aber es löst natürlich nicht die Frage, von wem Deutschland künftig regiert werden soll.

Neuwahlen würden nicht wirklich eine Lösung bringen

Denn auch Neuwahlen dürften (zumindest nach jetziger Einschätzung) kein wesentlich anderes Wahlergebnis bringen und die SPD will sich nach wie vor nicht an einer Großen Koalition beteiligen. Für die nächsten Monate bleibt daher weiter die alte CDU/SPD-Regierung geschäftsführend im Amt, die allerdings keine großen Vorhaben mehr auf den Weg bringen kann, da ihre Zeit abläuft.

Politischer Stillstand gepaart mit Unsicherheit ist jedoch ein Cocktail, den die Börsen nicht mögen. Sie dürften daher zum Wochenauftakt verschnupft reagieren. Das gilt auch für den Euro, wenn auch in weit geringerem Maße.

Auf der Haben-Seite steht immerhin die Verhinderung einer Koalition unter Beteiligung einer nahezu wirtschaftsfeindlich orientierten Partei (Grüne) und die Chance, dass bei möglichen Neuwahlen doch noch ein besseres Ergebnis im Hinblick auf künftige Koalitionen herausgeschlagen werden kann.

Börsen hassen Unsicherheit, schwarz-gelbe Minderheitsregierung als Chance?

Die Idealkonstellation für die Börsen wäre sicher eine schwarz-gelbe Regierung. Notfalls sogar als Minderheitsregierung. Eine solche Minderheitsregierung könnte man sogar bereits jetzt versuchen. Neuwahlen könnte man bei einem Scheitern immer noch ansetzen. Ich befürchte allerdings, dass dazu der politische Mut fehlt.

Damit zum DAX. Für den Burschen wird es langsam eng. Die „schwacher-Euro-Jubel-Rally“ von Ende Oktober wurde komplett und zügig wieder verkauft. Die wichtige Unterstützung bei 12.900 Punkten hat im ersten Anlauf gehalten. Die Kurse haben sich in der vergangenen Woche schön nach oben abgestoßen – bis hierhin ist es noch bullisch.

Für den DAX ist die 12.900 jetzt enorm wichtig!

Aber: Die heutige Abwärtsreaktion (vorbörsliche Indikation DAX: 12.900 Punkte) könnte einen Durchbruch nach unten bringen. Und DANN kann es eine Etage tiefer gehen –  bis auf 12.300 Punkte. Auch dort wäre der mittelfristige Aufwärtstrend noch intakt, doch die Bullen hätten dann zu rudern.

Denn der Ausflug auf 13.500 Punkte wäre eine größere Bullenfalle. Verbunden mit der Gefahr, dass wir uns bereits in einer größeren Korrektur befinden, die einen Durchbruch auch der 12.300er Marke mit sich bringt.

Die 12.900 sollte daher halten oder maximal kurz (als Bärenfalle) gerissen werden. Nur in diesem Fall sehe ich unmittelbar weiter steigende Kurse im DAX. Andernfalls würde ein mehrwöchiger bis mehrmonatiger Korrekturmodus aktiviert.

DAX Tageschart: Wehe, wenn die 12.900 fällt!

dax (19)

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

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Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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