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Dax 30: Halbzeit Bilanzsaison: DAX-Konzerne bleiben Gewinnmaschinen

Es ist Halbzeit in der laufenden Bilanzsaison und ich möchte Ihnen, bevor ich Sie heute in das nahende Wochenende entlasse, noch schnell eine erfreuliche Nachricht überbringen.

Deutschlands Top-Unternehmen sind weiterhin wahre Gewinnmaschinen. Rund die Hälfte der DAX-Firmen hat bisher ihren Aktionären Einblick in die Bücher gewährt.

Die Unternehmensberatung EY hat jetzt in einer aktuellen Analyse herausgefunden, dass Deutschlands Großkonzerne, die bisher ihre Zahlen präsentiert haben, 15% mehr verdienen.

Die Experten sehen die deutschen Börsenschwergewichte gut gerüstet gegen künftige Krisen.

Wie aus ihrer Studie hervorgeht, in welcher die Daten von 15 der 30 DAX-Firmen ausgewertet wurden, steigerten die Unternehmen das operative Ergebnis (EBIT) auf 58 Mrd. Euro. „Für die Mehrzahl der DAX-Konzerne war 2016 ein erfolgreiches Jahr“, erklärte EY-Partner Mathieu Meyer.

In der Studie nicht berücksichtigt wurden die Ergebnisse des Energieriesen RWE, da die am Mittwoch veröffentlichten vorläufigen Zahlen weder Umsatz noch unbereinigtes EBIT enthielten.

Daimler und Allianz sind Top-Verdiener

Ausgenommen von der Deutschen Bank (und RWE) konnten bisher alle DAX-Mitglieder schwarze Zahlen präsentieren. Spitzenreiter in Sachen Gewinne waren übrigens der Autobauer Daimler und der Versicherungsriese Allianz.

Die Allianz hat ihre Aktionäre mit einem unerwartet hohen Gewinnplus in 2016 überrascht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verdienten die Münchner auch dank geringer Katastrophenschäden unter dem Strich 6,9 Mrd. Euro und damit 4% mehr als ein Jahr zuvor.

Der operative Gewinn legte um knapp 1% auf 10,8 Mrd. Euro zu. Die Anteilseigner sollen an dem Erfolg mit einer erhöhten Dividende von 7,30 auf 7,60 Euro teilhaben. Gewinn und Ausschüttung lagen damit über den Analystenschätzungen.

Der Autobauer Daimler steigerte den Gewinn 2016 um 1% auf 8,8 Mrd. Euro, und das, obwohl sich die LKW-Sparte als Bremsklotz erwies und massive Investitionen derzeit viel Geld verbrennen.

Die Stuttgarter investieren dieses und das kommende Jahr jeweils mehr als 15 Mrd. Euro in Zukunftsthemen wie neue Elektroautos und autonomes Fahren.

Angesichts dessen empfinden wir die Gewinnentwicklung und auch die stabile Ausschüttung (3,25 Euro je Aktie) nicht als Enttäuschung.

Chart Daimler-Aktie

Chart_Daimler

(Quelle: comdirect.de)

Umsatzentwicklung hinkt Gewinnen hinterher

Im Vergleich zur Gewinnentwicklung hinkt das Umsatzwachstum der 15 DAX-Gesellschaften, die bisher Zahlen präsentiert haben, deutlich hinterher. Die Erlöse legten lediglich um 1% auf 573 Mrd.  Euro zu.

Während sich Asien und Europa als Wachstumstreiber erwiesen, kamen laut der Studie von EY aus den USA hingegen keine Impulse. Grund hierfür seien vor allem Wechselkurseffekte.

Das ergibt zwei verschiedene Blickwinkel auf die Dinge: Zum einen könnte die Euro-Schwäche das Wachstum deutscher Großunternehmen weiter antreiben.

Deren Exporte werden durch den niedrigen Euro-Kurs auf dem Weltmarkt günstiger. Gleichzeitig steigen die im Ausland erzielten Umsätze bei der Umrechnung in Euro.

Auf der anderen Seite könnte Trumps Protektionismus die Exportwirtschaft bremsen. Auch Großbritanniens Ausstieg aus der EU (Brexit) sorgt für Unsicherheit.

Hervorragend aufgestellt

Alles in allem sind die deutschen Börsenschwergewichte hervorragend aufgestellt und in der Lage, künftige mögliche Krisen zu meistern.

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Über den Autor
Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

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