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E.ON Aktie: Eon: Warum die Aktie plötzlich steigt

Es war eine Nachricht, die Steuerzahler schockte – und Anlegerherzen höher schlagen ließ: Das Bundesverfassungsgericht hat die Brennelementesteuer, die vom Bund zwischen 2011 und 2016 von den Energiekonzernen erhoben wurde, für verfassungswidrig und nichtig erklärt.

Ein Urteil wie ein Paukenschlag, das viele Beobachter – auch an den Märkten – so nicht erwartet hatten. Immerhin muss Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nun mehr als 6 Milliarden an Eon, RWE und EnBW zurückzahlen, plus Zinsen in Millionenhöhe.

Eon Aktie schießt nach Urteil in die Höhe

Allein Eon darf auf eine Rückzahlung von insgesamt 3,3 Milliarden Euro hoffen, die zunächst in die Bilanz fließen sollen. Verschuldung, Cashflow und Überschussrechnung können damit auf einen Schlag verbessert werden.

Nicht nur in den Managementetagen wurde die höchstrichterliche Entscheidung gefeiert, auch an den Börsen reagierten Anleger euphorisch. Die Eon Aktie schoss nach dem Urteil von etwa 7,50 Euro auf zwischenzeitlich mehr als 9 Euro in die Höhe. Auf Jahressicht notiert das Papier damit rund 35 Prozent im Plus.

Auch Analysten reagierten prompt auf das Urteil und passten ihre Einschätzungen an, viele korrigierten die Prognosen nach oben. Mit 10,80 Euro hat Merrill Lynch das höchste Kursziel ausgegeben, doch auch mehrere andere Experten trauen der Eon Aktie einen Anstieg auf 10 Euro und mehr zu.

Auch gibt es mittlerweile wieder mehr Kaufempfehlungen, die Stimmung hellt sich insgesamt auf mit Blick auf die Energiekonzerne. Zuletzt standen zwölf Kaufempfehlungen sieben neutralen Bewertungen gegenüber, nur wenige Analysten raten derzeit davon, sich von der Aktie zu trennen.

Der Bund tobt, Kommunen sind erleichtert

Die Brennelementesteuer war nach dem überhasteten Ausstieg aus der Atomenergie eingeführt worden, den die schwarz-gelbe Bundesregierung unter Angela Merkel in Folge der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima im Frühjahr 2011 beschlossen hatte.

Doch während dem Bund durch die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts Steuereinnahmen in Milliardenhöhe entgehen, können viele klamme Kommunen in Nordrhein-Westfalen aufatmen: Etliche Gemeinden, etwa im Ruhrgebiet, halten Anteile an den dort ansässigen Konzernen Eon und RWE, sie hatten unter dem Wertverfall der Aktienkurse und dem Ausbleiben der Dividende besonders stark zu leiden – und dürften sich nun über die Erholung der Aktien umso mehr freuen.

Zudem darf Eon auf einen Verkauf seiner Tochter Uniper hoffen, in die das Kohle- und Gasgeschäft sowie der Großhandel im Zuge der Konzernaufspaltung ausgelagert und eigenständig an die Börse gebracht wurde. Bis zum Jahresende plant Eon, einen Abnehmer für seine Uniper-Anteile zu finden, der Verkauf soll dann im kommenden Jahr abgewickelt werden.

Es geht also langsam, aber stetig wieder aufwärts für die Energieriesen und ihre Anleger, die in den vergangenen Jahren seit Fukushima wahrlich nicht viel zu lachen hatten.

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Über den Autor
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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