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Deutsche Bank Aktie: Deutsche Bank Aktie: Talsohle erreicht oder fallendes Messer?

Wer hier investiert hat und immer noch dabei ist, musste immer wieder starke Nerven beweisen: Die Rede ist von der Aktie der Deutschen Bank.

In den vergangenen Jahren hat Deutschlands größtes Geldhaus seinen Anlegern eine Menge zugemutet. Angefangen von diversen internationalen Mega-Skandalen, in die etliche Großbanken involviert waren, über damit verbundene milliardenschwere Rechtsstreitigkeiten bis hin zu den konsequenterweise folgenden Jahresverlusten 2015 und 2016 – es brauchte schon einiges an Zuversicht, um hier bei der Stange zu bleiben.

US-Steuerreform belastet Bilanz

Auch für 2017 musste die Deutsche Bank einen Verlust ausweisen, den dritten in Folge. Doch diesmal ist die Misere ausnahmsweise einmal nicht selbst verschuldet, sondern geht auf Einmaleffekte aus der US-Steuerreform zurück, die US-Präsident Donald Trump vor wenigen Wochen durchgesetzt hat.

Alle internationalen Großbanken mussten daraufhin einmalige Abschreibungen vornehmen, die auf die Bilanz drückten – bei den meisten Geldhäusern fiel das aber unterm Strich in der Bilanz weniger stark ins Gewicht. Die Deutsche Bank hingegen wurde durch diesen Effekt ins Minus gedrückt, andernfalls hätte sie wohl ein – wenn auch vergleichsweise schwaches – Plus erzielt.

Die großen Batzen auf der Kostenseite sind inzwischen abgetragen, dabei ging es vor allem um teure Vergleiche mit der US-Justiz und entsprechende Strafzahlungen. Darüber hinaus ist jedoch festzuhalten, dass auch das Tagesgeschäft bei der Deutschen Bank noch lange nicht wieder rund läuft. So stagnierten die Erlöse im vergangenen Jahr bei 28 Milliarden Euro, der Gewinn vor Steuern belief sich auf 1,3 Milliarden Euro.

Deutsche Bank Aktie: Turnaround voraus?

Der Aktienkurs ist ebenfalls zum Davonlaufen: Nach dem erneuten Dämpfer, der seit Ende Januar die Aktienmärkte rund um den Globus erfasst hat, notierte die Deutsche Bank Aktie zuletzt gut 20 Prozent unterhalb ihres Vorjahreswerts und war zum Wochenauftakt für knapp 13 Euro zu haben.

Allerdings gehen einige Analysten inzwischen davon aus, dass damit allmählich das Schlimmste überstanden ist – und die Aktie in diesem Jahr einen ähnlichen Turnaround schaffen könnte wie die Commerzbank im vergangenen Jahr, die mit einem Jahresplus von rund 70 Prozent überraschend zweitstärkster Dax-Wert 2017 wurde.

Dafür spricht beispielsweise, dass der für 2018 erwartete Gewinn – selbst bei stagnierenden Umsätzen – bei 2,7 Milliarden Euro liegen dürfte und das darauf basierende Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 8,9 die Deutsche Bank Aktie als sehr günstig im Branchenvergleich erscheinen lässt. Optimistische Analysten, die hier einen baldigen Turnaround wittern, haben das Kursziel dementsprechend mit bis zu 18 Euro angesetzt und raten zum Kauf des Papiers.

Günstige Einstiegschance – oder Griff ins fallende Messer?

Allerdings bleibt festzuhalten, dass diese Stimmen aktuell noch eine Minderheit bilden: Das Gros der Analysten rät zum Abwarten – oder zum Verkauf. Und auch hierfür gibt es gute Gründe, denn jenseits der nüchternen Zahlen und Fakten darf nicht vergessen werden, dass an der Börse auch immer die Psychologie eine nicht unwesentliche Rolle spielt – und das Image der Deutschen Bank und ihrer Aktie ist derzeit nun einmal nicht das beste. Analysten der Citigroup etwa warnen vor einem Kursabsturz auf unter 10 Euro.

Für Anleger bleibt daher abzuwägen, inwieweit die Deutsche Bank Aktie ihre Talsohle bereits erreicht hat – dann könnte ein Einstieg, verbunden mit entsprechenden Risiken, am Ende tatsächlich zu einer soliden Rendite führen – oder ob ein Kauf zum jetzigen Zeitpunkt noch immer der vielbeschworene Griff ins fallende Messer wäre.

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Über den Autor
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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