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Deutsche Bank Aktie: Deutsche Bank Aktie: Nach Verlustbilanz wieder aufwärts?

Es war ein deutlicher Dämpfer, den die Deutsche Bank Aktie verkraften musste: Bei der Präsentation der Jahresbilanz für 2016 vermeldete das Frankfurter Geldhaus zum zweiten Mal in Folge einen milliardenschweren Verlust.

Zwar hatten Beobachter bereits mit einem Minus gerechnet, dieses fiel mit 1,4 Milliarden Euro aber heftiger aus als von Analysten erwartet. Allein im Schlussquartal belief sich der Verlust nach Steuern auf 1,9 Milliarden Euro. Hier schaffte es die Deutsche Bank beispielsweise nicht, von den anziehenden Aktienmärkten zu profitieren: Die Erträge aus dem Bereich Aktienhandel gingen im vierten Quartal sogar noch zurück, während vor allem die US-Konkurrenz kräftig absahnen konnte.

Deutsche Bank Aktie nach Zahlen auf Talfahrt

Entsprechend verstimmt fiel denn auch die erste Reaktion der Anleger aus, die die Deutsche Bank Aktie zunächst einmal auf Talfahrt schickten. Mit einem Tagesminus von rund 5 Prozent bildete das Papier nach Verkündung der Zahlen am Donnerstag vergangener Woche das Schlusslicht im Dax.

Es gibt aber auch gute Nachrichten. Schon am Freitag ging es für die Aktie wieder merklich aufwärts, und das nicht ohne Grund: Wenn man die Bilanz erst einmal sacken lässt, liest sie sich auf den zweiten Blick gar nicht mehr ganz so schlecht.

Denn einem Jahresverlust von 1,4 Milliarden Euro stehen einmalige Sonderbelastungen von immerhin 4,3 Milliarden Euro gegenüber, die die Deutsche Bank für ihre Umstrukturierung und Rechtsstreitigkeiten aufwenden musste. Vor allem der Vergleich mit den US-Behörden, um Altlasten aus der Finanzkrise loszuwerden, fällt ins Gewicht.

Doch auch das lässt sich positiv werten: Immerhin ist mit der Einigung ein großer Brocken aus dem Weg geräumt. Vorstandschef John Cryan bemühte sich denn auch bei der Bilanzvorstellung, Optimismus zu verbreiten.

Großflächige Entschuldigungskampagne

Der Brite versucht, die Deutsche Bank mittels Umbau und Sparkurs wieder auf Vordermann zu bringen, um perspektivisch wieder Gewinne zu erwirtschaften. Die Aktionäre würden es ihm wohl danken, immerhin hatten sie immense Kursverluste zu verschmerzen und müssen auch auf eine Dividende verzichten.

Um Vertrauen zurückzugewinnen, hat die PR-Abteilung der Deutschen Bank am Wochenende großformatige Anzeigen in überregionalen Tageszeitungen drucken lassen. Tenor: Wir entschuldigen uns für die Verfehlungen aus der Vergangenheit.

Ob diese Strategie aufgeht, ist jedoch ungewiss. Immerhin kommt das Eingeständnis reichlich spät und verweist zudem auf Verfehlungen von „einigen wenigen“, die „viele Jahre zurückliegen“. Da weht noch ein Hauch jenes „Kulturwandels“ mit, den Cryans Vorgänger Anshu Jain und Jürgen Fitschen bei ihrem Amtsantritt versprochen hatten, dann aber nicht einzulösen vermochten.

Wird mit Cryan nun alles besser? Zumindest die Aussichten auf Gewinne ab 2017 sind gestiegen nach dem Abschluss mehrerer teurer Rechtsstreitigkeiten – und gesunkenen Fixkosten durch die Restrukturierungsmaßnahmen.

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Über den Autor Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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