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Dax 30: DAX: Ein Drittel der Jahresgewinne wieder abgegeben

Die Vorzeichen an den Börsen waren nach der Kurserholung der Vortage wieder tiefrot. Die positive Saisonalität an der S-Leitbörse ist seit dem 04. Juli beendet.

Damit steht wieder die bereits begonnene Marktbereinigung im Vordergrund. Rekordhohe Investitionsquoten sowohl von Profis als auch Privatanlegern schreiben gerade nach einer Fortsetzung der Korrektur.

Auf der anderen Seite wird Ihnen gerade diese Korrektur neue, günstige Einstiegsgelegenheiten bieten.

Der Mix aus in Kürze wieder skeptischer Anlegerstimmung, moderateren Bewertungen, einem wachstumsfreundlichen Umfeld und wieder zögerlicherer Notenbanken in Bezug auf die Straffung der Geldpolitik sollte bis zum Jahresende noch einmal deutlich höhere Aktienkurse ermöglichen.

Wachstums-Story weiter intakt

Die Geschäftsaktivitäten im US-amerikanischen Dienstleistungssektor etwa haben sich im Juni weiter dynamisch entwickelt. So stieg der ISM-Einkaufsmanagerindex Service überraschend von 56,9 Punkten im Mai auf 57,4 Zähler, während Volkswirte einen Rückgang auf 56,5 Punkte prognostiziert hatten.

Auf den ersten Blick enttäuschend fielen hingegen die gestern gemeldeten ADP-Arbeitsmarktdaten für die US-Privatwirtschaft aus.

Im Juni wurden 158.000 Stellen neu geschaffen während Analysten mit 181.000 neuen Jobs gerechnet hatten. Im Vormonat wurde der Stellenzuwachs noch bei 230.000 gemessen.

In der aktuellen Spätphase des Konjunkturzyklus ist ein langsamer Stellenaufbau jedoch ein gutes Zeichen. Dies verhindert, dass die Wirtschaft überhitzt und der positive Trend wieder kippt. Solange ein Stellenaufbau zu verzeichnen ist, ist mit dem Aufschwung alles in Ordnung.

Achten Sie heute auf die regierungsoffiziellen US-Arbeitsmarkdaten am Nachmittag, die auch den öffentlichen Bereich umfassen. Diesen Daten haben stets stark marktbewegende Auswirkungen.

EZB muss stärker verbal intervenieren

Sehr aufschlussreich fiel das EZB-Protokoll zur jüngsten Zinsentscheidung im Juni aus. Darin heißt es, man sei sich der Auswirkungen einer veränderten Kommunikation zum Wertpapierkaufprogramm bewusst.

Es seien Bedenken geäußert worden, dass schon kleine Änderungen in der Kommunikation als grundsätzliche Wende beim geldpolitischen Kurs missinterpretiert werden könnten.

Genau das ist der Fall. Die EZB wird höchstens eine graduelle Anpassung ihrer Geldpolitik vornehmen. Der Markt (vor allem EUR/USD und Euro-Bund-Future) macht daraus gleich eine dynamische Zinswende, die es so nie geben wird. Diese Fehlspekulation läuft derzeit auf Hochtouren.

Die EZB wird stärker (verbal) intervenieren müssen, um negative Auswirkungen auf den Aktienmarkt durch eine zu schnelle und zu starke Euro-Aufwertung und letztlich Konjunkturschäden zu verhindern.

DAX Tageschart: Ein Drittel der Jahresgewinne wieder abgegeben

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Neue Einstiegskurse rücken näher

Fazit: In der laufenden Korrektur nähern wir uns allmählich Einstiegskursen, vor allem am stärker gebeutelten deutschen Aktienmarkt. Der DAX hat bereits über ein Drittel seiner Gewinne vom 1. Halbjahr wieder abgegeben.

Noch ist kein Ende der Korrektur abzusehen, so dass Vorsicht aktuell angebracht ist. Doch für gewöhnlich drehen die Kurse an einem bestimmten Punkt dann sehr plötzlich.

Das fundamentale Umfeld spricht auf jeden Fall für eine Rallyfortsetzung im weiteren Jahresverlauf.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

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Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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