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Dax 30: DAX Analyse: Trend aufwärts, Indikatoren schon abwärts

Der DAX startete gestern mit einer Kurslücke abwärts in den Handel, die auch bis zum Handelsende nicht vollständig geschlossen werden konnte.

Die schwache Marktverfassung wird dem neuen US-Präsidenten Trump angelastet. Wie auch das gesamte restliche Übel dieser Welt. Mein Hund hat gestern auch schlecht gefressen.

Ein Kommentator beschwerte sich, dass Trump bisher nicht geliefert habe. Wie jetzt, nach einem Tag Amtszeit? Obama hat das in vollen 8 Jahren nicht vermocht.

Der Blick auf den Chart verrät immerhin: Eigentlich ist gar nichts passiert. Die Kurse bewegen sich seit Mitte Dezember schon seitwärts.

Der gestrige Handelstag fiel weder von der Tagesbewegung noch vom Kursbereich irgendwie aus dem Rahmen. Die seit Wochen gültige Handelsspanne beim DAX reicht von 11.400 bis 11.700 Punkte. Aktuell liegen die Kurse in der Mitte, was kurzfristige Prognosen schwierig macht.

Die wahre Ursache für die leichte Kursschwäche der letzten Wochen ist die Gier der Anleger in den Wochen davor. Vor allem große Adressen hatten sich Anfang Dezember im DAX eingekauft und sitzen immer noch auf erheblichen Beständen.

Mit den Anschlusskäufen sieht es nun freilich nicht so rosig aus, zumal der Rückenwind von der US-Leitbörse komplett abgeflaut ist. Zumindest ist es kein Gegenwind geworden.

Warnsignal: Indikatoren mit Befehlsverweigerung

Die divergente Entwicklung der Indikatoren (sie machten die neuen Januarhochs schon nicht mehr mit), die derzeit große Ähnlichkeiten mit der Entwicklung im August/September (Korrekturstart) aufweist, mahnt jedoch zur Vorsicht.

Der DAX könnte erneut am Beginn einer längeren, volatilen Konsolidierungsphase, wie im vergangenen Herbst, stehen, um die Überhitzung der letzten Wochen zu verdauen.

Das schließt zumindest knappe neue Hochs nicht aus, da der Trend immer noch sehr schön aufwärts zeigt. Der Trend ist jedoch kurzfristig ausgereizt.

Diese möglichen neuen Hochs dürften daher nur schwer zu halten sein und bald wieder verkauft werden. Ein durchaus noch erreichbares Nah-Ziel auf der Oberseite ist die 11.800er Marke.

DAX Tageschart: Trend aufwärts, Indikatoren schon abwärts

http://stockcharts.com/c-sc/sc?s=%24DAX&p=D&yr=0&mn=8&dy=3&i=t57350892060&a=187034119&r=1485239046738&r=1485240374227

Drei wichtige Korrekturziele für den DAX

Mögliche Korrekturziele sind in den kommenden Wochen die Marken 11.400, 11.200 und 10.800 Punkte. Bis hierhin würde beim DAX absolut nichts anbrennen.

Wobei zuerst die 11.400 nach unten gebrochen werden muss, um überhaupt von einer gestarteten Korrektur ausgehen zu können (ich erwähne das nur für den Fall, dass Sie sich mit Shortambitionen befassen sollten, die ich derzeit für absolut verfrüht halte).

Erst unterhalb von 10.800 Punkten könnte es rutschig werden. Dann wären Korrekturziele im unteren 10.000er Bereich möglich. Solche Szenarien sind derzeit sehr unwahrscheinlich.

Sie werden aber entscheidend von der US-Leitbörse ausgehen, die Sie deshalb immer genau im Auge behalten sollten. Momentan ist die Seitenlinie bei Aktien sicher nicht die schlechteste Position.

Die kurzfristig eher geringen Chancen lohnen das derzeit eher hohe Risiko nicht. Dies wird sich im Zuge der von mir erwarteten Korrektur in den kommenden Monaten allerdings deutlich ins Positive verschieben. Dann müssen Sie zu neuen Käufen bereit sein.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

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Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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