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Daimler Aktie: Liebe Anleger: Weg mit der Skepsis! Das ist ein echter Megatrend!

Technologische Revolutionen lassen bei mir zunächst immer einen Hauch von Zweifel zurück. Brauchen wir das wirklich? Noch schnelleres Internet, Elektroautos mit Selbstfahrassistent, Haushaltsroboter?

Ich komme doch eigentlich ganz gut klar ohne diese Zaubermaschinen. Ich habe die Kontrolle über mein Tun gerne selbst in der Hand, will eigenständig schalten und walten – und das nicht nur beim Autofahren.

Ich verbat mir lange, sogar sehr lange Zeit, ein Auto mit Automatik-Schaltung. Doch vergangenes Jahr in unserem Schweden-Urlaub war unser Mietwagen ein Skoda Octavia Automatik – und ich war begeistert.

Was bitteschön hatte mich annehmen lassen, dass ich beim Autofahren entmachtet werde, wenn das Getriebe für mich das Schalten im richtigen Moment übernimmt? Und es kam mir die Erkenntnis: Menschliche Skepsis beruht schlicht und ergreifend auf Unwissenheit.

Jeder Mensch steckt in den Hemmschuhen der Unwissenheit, bis wir Erfahrungen sammeln und die Schuhe ablegen

Fakt ist: Was wir Menschen nicht kennen, befremdet uns zunächst. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie meine Oma und mein Opa sich angesichts meines brandneuen Sony-Totschlägerhandys Mitte der Neunziger stirnrunzelnd ansahen und in ihrem unverwechselbaren Rhöner Blattdeutsch meinten: „Neumodscher Krom. Wär brücht dann soeppes?“

Keine drei Jahre später schwärmte auch meine Oma von den Vorzügen mobiler Erreichbarkeit, wenn ihr, der führerscheinlosen Weltentdeckerin, wieder einmal der Bus vor der Nase weggefahren war und sie mich mit ihrem neuen Handy anrief, ich möge sie doch bitte abholen.

Technologischer Fortschritt braucht Zeit zur Akzeptanz. Doch in der Regel erfolgt sie weitaus schneller, als es die Kritiker zunächst wahr haben wollen. Nehmen wir hierfür ein brandaktuelles Beispiel: Die Elektromobilität.

Wenn uns einer noch vor fünf Jahren gesagt hätte, dass die Tage des Diesels in zehn Jahren gezählt sein dürften, dann hätten wir darüber nur müde gelächelt und gesagt: „Ja und wir fliegen statt dessen mit dem Teppich zur Arbeit.“

Und nun schickt sich die Automobilbranche im Jahr 2017 an, einen umfassenden Wandel zu durchlaufen – weg vom schmutzigen Verbrennungs-, hin zum sauberen Elektroantrieb – in Rekordgeschwindigkeit. Und alle machen mit.

Norwegen will schon 2025 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zulassen und gilt daher als Vorreiter dieser Entwicklung. Auch Frankreich und Großbritannien haben vor einigen Monaten den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor angekündigt.

Deutschland hinkt bei diesem Thema im internationalen Vergleich noch etwas hinterher. Selbst Länder wie China, die in Sachen Umweltschutz bisher wenig vorweisen können, haben hier bereits Zeichen gesetzt.

Und wenn eine der menschen- und autoreichsten Nationen ankündigt, ab 2040 nur noch E-Autos zulassen zu wollen, dann beflügelt das natürlich die Stimmung in der Branche.

Weg mit starren Denkmustern!

Dass der Verkehr der Zukunft elektrisch sein wird, das steht auch für Daimler-Chef Dieter Zetsche fest. Und er sieht diesen Wandel als Chance. „Ich empfinde das nicht als Bedrohung, was vielleicht daran liegt, dass ich Ingenieur bin“, sagte Zetsche. „Ich finde es vielmehr faszinierend zu sehen, was jetzt auf einmal möglich ist.“

Daimler blickt nach seinen Worten positiv in die Zukunft. „Die Mobilität der Zukunft wird noch facettenreicher werden“, lautet Zetsches Credo. Daimler will in den nächsten Jahren hierfür 10 Mrd. Euro in die Elektromobilität investieren.

Bis 2020 oder 2022 soll die gesamte Modellpalette mit 50 Varianten elektrifiziert sein, also zumindest mit einem kombinierten Elektroantrieb angeboten werden. Den Kleinwagen Smart soll es dann nur noch als Elektrofahrzeug geben.

Ähnliches vernimmt man aktuell auch aus anderen Führungsetagen der großen Automobilkonzerne. Die schlechteste Strategie ist das nicht. Wie heißt es doch so schön: Ist das Image ruiniert, lebt es sich recht ungeniert.

Und so liest der Anleger und wundert sich nicht mal darüber, dass auch Volkswagen weg vom Diesel will. VW-Markenvorstand Herbert Diess erklärte im Rahmen der Automobilmesse IAA kürzlich, VW werde in den nächsten Jahren die Modellpalette drastisch erneuern und das Angebot an Stromern ausbauen.

Dazu sollen zunächst die Investitionen im Bereich Elektromobilität erhöht und bis spätestens 2030 alle Automodelle des Konzerns elektrifiziert sein. Allein bis 2025 sollen über 80 neue Elektrofahrzeuge auf den Markt kommen.

Das klingt tatsächlich alles sehr nach Wandel.

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Über den Autor
Cindy Ullmann

Cindy Ullmann nimmt regelmäßig die Welt der Insidergeschäfte unter die Lupe. Sie stellt die wichtigsten „Directors’ Dealings“ vor.

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