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Daimler Aktie: Daimler-Aktie: Das macht Mut!

Am gestrigen Mittwoch gab es endlich wieder einmal Zahlen. Und zwar von DAX-Schwergewicht Daimler. Das Zahlenwerk der Stuttgarter fiel überraschend gut aus. Ja, Sie haben richtig gehört, der Blick in die Bücher des Autobauers hat uns regelrecht begeistert.

Jetzt werden einige von Ihnen vermutlich die Stirn runzeln. War nicht monatelang die Dieselgate-Affäre das Top-Thema in allen Medien? War nicht die Rede davon, dass die gesamte Autobranche am Boden liegt, ebenso wie die Aktien der deutschen Autohersteller?

Und nun komme ich Ihnen heute mit Rekord-Absatzzahlen sowie – wie Sie unten gleich noch lesen werden – einer ganzen Reihe von positiven Analystenmeinungen. Wie das zusammenpasst, verrate ich Ihnen jetzt.

Jeden Monat ein neuer Bestwert

Mit der Hauptmarke Mercedes-Benz konnte Daimler dank starker Nachfrage nach SUVs und der neuen S-Klasse erneut einen Absatzrekord erzielen: 170.000 Fahrzeuge brachten die Stuttgarter im Vormonat August an den Kunden – 9% mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat.

„Damit haben wir seit viereinhalb Jahren jeden Monat einen neuen Bestwert erreicht”, betonte Vertriebschefin Britta Seeger. Im Zeitraum von Januar bis August steht ein Plus von knapp 13% bei fast 1,5 Mio. ausgelieferten Pkw in den Büchern.

Da soll noch mal einer sagen, die Autobranche würde unter der Dieselgate-Affäre leiden!

„Made in Germany“ steht weiterhin hoch im Kurs, auch wenn es vielleicht bei der Kleinwagenmarke Smart nicht ganz so rund lief: Hier verkaufte man binnen acht Monaten rund 88.000 Fahrzeuge und damit 4% weniger als vor Jahresfrist.

Mit einem Plus von 24,5% erzielte Daimler auch im August das stärkste Absatzwachstum in der Volksrepublik China. Der Heimatmarkt Europa kam um 8,4% voran. In den USA hingegen liefen die Geschäfte weiter schleppend, hier kam es bei den Verkaufszahlen zu einem Rückgang um fast 11%.

Wichtig: Daimler verdient weiterhin klotzig. Allein im zweiten Quartal 2017 wurde ein Gewinn von 2,5 Mrd. Euro eingefahren. Das Quartalsergebnis je Aktie lag bei 2,28 Euro.

Im ersten Halbjahr hat Daimler damit bereits 4,81 Euro je Aktie verdient und steuert geradewegs auf einen Jahresgewinn von rund 9 Euro je Aktie zu.

Gute Zahlen und positive Analystenkommentare lassen Aktie steigen

Neben überraschend guten Zahlen sorgen auch etliche positive Analystenkommentare für eine gute Grundstimmung bei der Daimler-Aktie.

Die Aktie arbeitet derzeit an ihrer Bodenbildung und hat sich von ihrem Jahrestief Ende Juli (59,01 Euro) schon wieder sichtlich erholen können. Aktueller Kurs: 65,76 Euro.

Chart: Daimler-Aktie

Chart Daimler (002)

(Quelle: comdirect.de)

Von den Analysten von Goldman Sachs gab es zuletzt eine Kaufempfehlung. Max Warburton von der Investmentbank Bernstein setzt da noch einen oben drauf: Er sieht den Stuttgarter Autobauer neben Fiat, PSA, Ford und GM als einen „Turnaround des Jahrzehnts“.

Sein Kursziel: 85 Euro. Die Bestmarke unter den Experten setzte Adam Hull von Mainfirst mit einem neuen Zielkurs von 90 Euro. Damit sieht der Analyst ein Kurspotenzial von rund 40% für die Daimler-Aktie.

Der Elektromobilität gehört die Zukunft

Fassen wir kurz zusammen: Dieselskandal, Kartellvorwürfe, Gezeitenwende beim Antrieb – zweifelsohne hat Deutschlands Vorzeigebranche, der Autobau, aktuell schwere Lasten geschultert. Die Autoaktien haben in den zurückliegenden Handelswochen schwer Federn lassen müssen.

Die Anleger sind verunsichert – und das nicht zu Unrecht. Denn es wird immer ersichtlicher, dass die Dieseltechnologie eine Sackgasse ist und die Automobilkonzerne hierzulande – bislang – es nicht geschafft haben, diese „Dreckschleudern“ sauber zu bekommen.

Nur eben die Prüfergebnisse waren immer wieder auffallend zufriedenstellend ausgefallen, wobei es bei diesen Messungen eben nicht ganz sauber zuging.

Damit wird jetzt auch dem letzten Verfechter der Benzin- und Dieselmotoren klar, dass der Elektromobilität die Zukunft gehört.

Daimler wie auch VW und BMW stehen angesichts dieser Zukunftsherausforderungen sowie der Belastungen rund um den Diesel- und Kartellskandal mit dem Rücken zur Wand. Doch gerade dies macht diese Giganten für innovative Vorreiter wie Tesla wieder gefährlicher.

Auch in den konservativsten Vorstandszimmern ist mittlerweile der Gedanke angekommen, dass ein tiefer Wandel bevorsteht und sich der Individualverkehr in den kommenden Jahren dramatisch verändern wird.

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Über den Autor
Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

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