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Daimler Aktie: Daimler Aktie: Dämpfer trotz neuer Rekorde

Dämpfer für Daimler: Obwohl die Stuttgarter das siebte Rekordjahr in Folge verbuchen, ging die Daimler Aktie nach der Präsentation der jüngsten Zahlen in die Knie.

Das lag weniger am Blick in die jüngste Vergangenheit, denn die sah, betrachtet man die reinen Zahlen, trotz aller Skandale und Negativschlagzeilen äußerst positiv aus. Dieselaffäre und Kartellvorwürfe konnten der Beliebtheit der Marken des Konzerns kaum etwas anhaben. Daimler verteidigte im Premiumsegment die Position des Spitzenreiters vor dem Erzrivalen BMW mit weltweit 2,29 Millionen Fahrzeugen der Kernmarke Mercedes-Benz.

Auch insgesamt konnte der Absatz um 9 Prozent gesteigert werden auf 3,27 Millionen Einheiten, Nutzfahrzeuge inklusive. Ob Pkw, Van oder Lkw, sämtliche Sparten konnten mit jeweils 8 bis 13 Prozent gegenüber dem vorherigen (Rekord)Jahr noch einmal kräftig zulegen.

Einnahmen sollen investiert werden

In Sachen Umsatz will Daimler auch 2018 weiter wachsen. Für Verstimmung unter den zuletzt erfolgsverwöhnten Anlegern sorgte hingegen, dass der Konzern von stagnierenden Gewinnen ausgeht, da ein Großteil der Einnahmen gleich wieder investiert werden soll.

Da hilft es dem Aktienkurs kurzfristig auch wenig, dass die Investitionen als wesentlich für die künftige Erfolgsentwicklung bei Daimler zu bewerten sind: Das Geld soll insbesondere in neue Modelle sowie die fortschreitende Elektrifizierung der Antriebe gesteckt werden sowie in weitere innovative Technologien, um auch im kommenden Jahrzehnt ganz vorne mitfahren zu können.

Trotz einer Rekordausschüttung von 3,9 Milliarden Euro durch eine Anhebung der Dividende um 40 Cent auf 3,65 Euro und einer damit einhergehenden Dividendenrendite von rund 5 Prozent zeigten sich Anleger mit dem Ausblick nicht zufrieden und schickten die Daimler Aktie zuletzt auf Talfahrt. Allein auf Wochensicht notierte das Papier zuletzt gut 5 Prozent im Minus und fiel unter die Marke von 70 Euro zurück.

Daimler Aktie: Rückwärtsgang wegen Tierversuchen?

Neben dem gedämpften Jahresausblick sowie der derzeitigen allgemeinen Schwäche an den Aktienmärkten kommt erschwerend hinzu, dass Daimler – wie auch Volkswagen und BMW – an der Lobbyorganisation EUGT beteiligt ist, die durch umstrittene Versuche an Affen und Menschen in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen in den vergangenen Wochen für Negativschlagzeilen gesorgt hat.

Der Skandal bezieht sich auf mehrere Versuchsreihen in zurückliegenden Jahren, wurde aber erst jetzt publik und rückt die Affäre um schmutzige Dieselabgase wieder stärker in den Fokus des öffentlichen Interesses – sehr zum Leidwesen der Autobauer, die dieses Thema gerade für halbwegs ausgestanden gehalten hatten. Immerhin war es zuletzt wieder ruhiger geworden, nachdem etliche Strafzahlungen – vor allem in den USA – beglichen worden waren.

Das neuerliche Aufflammen sorgt nun für neue Imageprobleme und Unwägbarkeiten, was sicherlich auch den einen oder anderen Kratzer im Lack des Kurses der Daimler Aktie hinterlässt.

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Über den Autor
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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