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Daimler Aktie: Carsharing: Die neue mobile Zukunft

Das Thema Nr. 1 auf allen Kanälen ist seit Tagen die bevorstehende Bundestagswahl am Sonntag. Wird Angela Merkel erneut zur Bundeskanzlerin gewählt? Davon geht übrigens aktuell die Mehrheit der Experten aus.

Offen sei ihrer Meinung nach lediglich, ob die Große Koalition eine Fortsetzung findet oder ob es auch für Schwarz-Gelb oder eventuell dann „Jamaica“ (also inkl. Grüne) reicht. Wir werden es in Kürze erfahren.

In meinem heutigen Beitrag soll es uns aber nicht um die Politik gehen. Alle neuesten Erhebungen, Meinungen und Informationen zur Wahl können Sie schließlich ganz bequem anderen Medien entnehmen.

Für Autofans bietet indes die 67. Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt, die noch bis zum 24. September ihre Tore geöffnet hat, interessante Eindrücke.

Das Event zur Präsentation der Neuheiten in der Autowelt steigt alle zwei Jahre und hat – zumindest bisher(!) – immer großen Anklang gefunden. Doch dieses Mal scheint alles ein wenig anders zu sein. Dabeisein ist offenbar nicht mehr alles…

IAA in Frankfurt – Dabei sein ist offenbar nicht mehr alles

So sind etwa ein gutes Dutzend bekannter Automarken in Frankfurt erst gar nicht zu sehen. Unter anderem haben Volvo, Tesla, Peugeot, Nissan und Fiat ihre Teilnahme abgesagt.

Der deutsche „Auto-Papst“ Ferdinand Dudenhöffer monierte: „Das Wichtigste, das es derzeit zu kaufen gibt, das Model 3 von Tesla, wird nicht in Frankfurt gezeigt.“

Damit spricht der Experte vom Center Automotive Research (CAR-Institut) an der Universität Duisburg-Essen ein echtes Problem der diesjährigen IAA an: Die Zahl der Aussteller minimiert sich seit 2015 drastisch. Das einst wichtigste Event der Autobranche scheint an Bedeutung zu verlieren.

Den Verbrauchern den Mund auf neue Automodelle wässrig zu machen, ist nach all den Manipulationsaffären, Kartellvorwürfen und Abgasskandalen nicht mehr so einfach wie früher. Und der Wahlkampf tut sein Übriges dazu.

Die einen wollen den Diesel gänzlich vom Markt haben, die anderen beschwören, man brauche ihn, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. Wie geht es nach der Wahl für uns Autofahrer weiter? So mancher stellt aus gutem Grund die Anschaffung eines Neuwagens noch zurück, bis – hoffentlich bald – mehr Klarheit herrscht.

Carsharing: Die neue mobile Zukunft

Doch auch wenn das Image vor allem der deutschen Autoindustrie zuletzt ein paar Schrammen abbekommen hat, gibt es doch klare Trends, die die Branche in den kommenden Jahren maßgeblich prägen werden.

So ist dies nicht etwa nur die Elektromobilität, sondern auch das Thema Carsharing dürfte sich zu einem großen Trendmarkt der mobilen Zukunft entwickeln.

Flexible Miet-Modelle wie Carsharing werden für die Mehrheit der Konsumenten in Deutschland immer interessanter. Das zeigt das aktuelle Consumer Barometer von KPMG und IFH Köln.

Die Ergebnisse der bevölkerungsrepräsentativen Befragung von rund 500 Konsumenten machen das Potenzial deutlich: So hat zwar erst jeder Sechste schon einmal ein Miet-Modell genutzt, 43% der Befragten können sich jedoch sehr gut vorstellen, dies in Zukunft einmal zu nutzen.

„Mieten statt kaufen“ ist aktuell besonders bei Fahrzeugen gefragt. Sieben von zehn Konsumenten, die schon einmal Miet-Modelle genutzt haben, griffen hierbei zu Auto oder Fahrrad. Inzwischen gibt es in Hunderten Städten und Gemeinden in Deutschland Carsharing-Anbieter und noch viel mehr weltweit.

Alle 1,4 Sekunden wird ein Car2Go gemietet

Insgesamt gibt es in Deutschland mittlerweile circa 150 Carsharing-Anbieter, bei denen über 1,7 Mio. Bundesbürger registriert sind. Die größten Anbieter sind Car2Go (700.000 Kunden, 3.810 Fahrzeuge, 7 Städte), DriveNow (660.000 Kunden, 3.100 Fahrzeuge, 5 Städte) und Flinkster (315.000 Kunden, 4.000 Fahrzeuge, 300 Städte).

Doch hinter diesen Namen stehen große Konzerne, beispielsweise große Autohersteller wie Daimler (Car2Go) und BMW, der gemeinsam mit dem Autovermieter Sixt DriveNow betreibt. Flinkster ist der Name des großen und bundesweit aktiven Carsharing-Dienstes der Deutschen Bahn.

Der Marktführer im flexiblen Carsharing, Car2Go, konnte im Geschäftsjahr 2016 die Zahl seiner Kunden um 43% auf 2,2 Mio. steigern. Alle 1,4 Sekunden wird irgendwo auf der Welt ein Car2Go gemietet. Berlin bleibt mit 175.000 Kunden die größte „Car2Go Stadt“.

Weltweit wurden die rund 14.000 Car2Go Fahrzeuge mehr als 22 Mio. Mal angemietet. Das entspricht einem Wachstum von 21% im Vergleich zum Vorjahr. Die Nutzung der Fahrzeuge nahm zwischen dem Q4/2015 und dem Q4/2016 sogar um rund 40% zu.

Carsharing und Elektromobilität passen perfekt zusammen

Der Markt für neue Mobilitätsdienste wird nach Einschätzung der Unternehmensberatung McKinsey & Company bis 2030 auf über 2 Bio. Dollar wachsen. Das entspräche einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 28% weltweit.

Aufgrund dessen denken mittlerweile auch andere Autohersteller darüber nach, in Zukunft eigenes Carsharing anzubieten. Auch angesichts der Tatsache, dass sich das Thema Elektromobilität gerade im Aufbaustadium befindet, dürfte Carsharing weiter an Bedeutung gewinnen.

Denn Carsharing und Elektromobilität passen perfekt zusammen. Das umweltfreundliche Image könnte durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen noch weiter verstärkt werden.

Bislang sind Elektroautos unter derzeitigen Kostenstrukturen außerhalb von staatlich subventionierten Förderprogrammen jedoch im Carsharing nicht wirtschaftlich zu betreiben.

Aber da die Elektromobilität in den kommenden fünf bis zehn Jahren von Politik und Automobilindustrie deutlich forciert werden dürfte, werden sich auch die Rahmenbedingungen wie Infra- und Kostenstruktur deutlich verbessern, sodass die Elektromobilität auch außerhalb von Förderprogrammen ins Carsharing integriert werden kann.

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Über den Autor
Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

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