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BMW Aktie: BMW in Panik: Vorsprung bei E-Autos verspielt?

Deutschland, das Autoland – mit Volkswagen, Daimler und BMW sind gleich drei weltweit erfolgreiche Autobauer hier beheimatet, Fahrzeuge wie der 3er BMW oder der VW Golf gelten als hoher Standard, an dem sich die Modelle anderer Hersteller messen lassen müssen.

Doch die Zeiten der bequemen Vorherrschaft sind womöglich schon bald vorbei. Bei Volkswagen hat das bekanntlich ganz spezielle Gründe, die Wolfsburger zerlegen sich selbst. Die Kosten für den Skandal um systematisch manipulierte Abgaswerte sind immens, vom Imageschaden ganz zu schweigen, und auch das Krisenmanagement glänzt nicht gerade durch geschickte Kommunikationskompetenz.

Anstelle einer offensiven Aufarbeitung gewinnt man als Außenstehender den Eindruck, dass die Angelegenheit möglichst kleingeredet werden soll. Nur scheibchenweise werden Vergehen und Versäumnisse eingeräumt, Entschädigungen für deutsche Kunden nach US-amerikanischem Vorbild – Fehlanzeige. Wo kein Rechtsanspruch, da auch keine Zahlung, so das Credo.

BMW – der Silicon Valley Konkurrenz nicht gewachsen?

Aber nicht nur VW kämpft mit Problemen. Auch BMW kommt nicht richtig in die Gänge, vor allem wenn es um elektrische Antriebsformen geht. Dabei ist das Rennen längst eröffnet, und es gibt neue, jüngere Konkurrenten, die das Feld aufmischen und frischen Wind in die Branche bringen – die Rede ist, selbstverständlich, von Tesla.

Der Tech-Konzern aus dem Silicon Valley hat sich bekanntlich auf E-Fahrzeuge spezialisiert und will mit seinem neuen Model 3 nun auch explizit die Kundenschicht ansprechen, die sich bisher für 3er BMW und Co. interessiert hat. Mit einem Einstiegspreis von 35.000 US-Dollar und einem geschätzten Durchschnittspreis von 42.000 US-Dollar hat das Model 3 durchaus das Zeug, die Karten neu zu mischen und die Kräfteverhältnisse zu verschieben.

Und während die anderen Hersteller nach und nach ihre Produktpaletten umstellen und einer nach dem anderen neue E-Autos mit immer höherer Reichweite präsentieren, scheint ausgerechnet BMW hinterherzuhinken. Sicherlich, es gibt den i3, aber den nun eben auch schon recht lang – ein Nachfolger muss her, doch mit dem seit Jahren geplanten i5 tut man sich schwer in München.

Elektrischer 3er BMW im Herbst?

Nun werden Gerüchte laut, wonach im Herbst bei der Internationalen Automobilausstellung (IAA) eine elektrisch angetriebene Version des Dauerbrenners 3er BMW vorgestellt werden soll. Details über die Reichweite der Akkuleistung oder den Einstiegspreis sind bislang allerdings nicht bekannt.

BMW wäre allerdings gut beraten, sich allmählich in Position zu bringen – zumal ein im Herbst 2017 vorgestelltes Modell wohl frühestens ab 2019 für die Kunden verfügbar wäre und somit rund zwei Jahre später als Teslas Model 3. Bleibt für die Münchener zu hoffen, dass der Kuchen bis dahin nicht schon neu aufgeteilt wurde.

BMW Aktie unter Druck

Der BMW Aktie ging zuletzt auch ein Stück weit die Puste aus. Zwar notiert das Papier immer noch rund ein Viertel höher als vor einem Jahr, allerdings hatte sie damals auch ein Mehrjahrestief erreicht und war im Abwärtssog des VW-Skandals zeitweise unter 70 Euro abgerutscht. Mit Blick auf das letzte halbe Jahr hat die BMW Aktie fast 10 Prozentpunkte eingebüßt, zuletzt kostete das Papier gut 81 Euro.

Die Analystenmeinungen gehen auseinander, Kaufempfehlungen und neutrale Bewertungen halten sich aktuell in etwa die Waage. Studien, die die BMW Aktie zum Halten empfehlen, sehen sie im Bereich zwischen 80 und 90 Euro fair bewertet. Optimistischere Einschätzungen trauen ihr hingegen durchaus einen Anstieg auf 100 Euro und mehr zu, die Deutsche Bank hat mit 120 Euro das höchste Kursziel ausgegeben.

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Über den Autor
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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