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BASF Aktie: BASF zieht bei dieser Sparte endlich die Reißleine

Der Ölpreis kommt einfach nicht zur Ruhe. Wie schon im vergangenen Sommer und Herbst befindet sich die Preisentwicklung seit Anfang März wieder auf einer turbulenten Achterbahnfahrt. Kurzzeitig geht es steil aufwärts, dann aber fällt die Notierung wieder dramatisch ab.

Zwar befindet sich der Preis je Barrel derzeit noch oberhalb des Niveaus vom Vorjahr, doch eine echte Trendwende und Stabilisierung auf deutlich höherem Niveau ist bislang nicht zu erkennen. Zuletzt rutschte die US-Sorte WTI wieder unter die 50-Dollar-Marke, die Nordseesorte Brent behauptete sich nur knapp darüber.

BASF setzt neue Schwerpunkte

In solch einem Umfeld ist man gut beraten, wenn man seinen Geschäftserfolg nicht allein auf die Entwicklung des Ölpreises fußen lässt. Kein Wunder also, dass auch der Chemieriese BASF inzwischen andere Schwerpunkte setzt.

Zwar steht das Öl- und Gasgeschäft nicht grundsätzlich zur Disposition, wie die Ludwigshafener nicht müde werden zu betonen. Doch im Gesamtportfolio kommt dem Bereich eine immer geringere Bedeutung zu. Stattdessen wird die Chemie- und Pflanzenschutz-Sparte gestärkt.

Auf diesen Bereich will die BASF sich auch künftig stärker fokussieren und die Ertragskraft von Jahr zu Jahr steigern, um die Schwächen aus dem Öl- und Gasgeschäft abzufedern. Nicht alle sind jedoch davon überzeugt, dass das auch gelingen wird.

Kein Mega-Deal trotz Übernahmewelle

In die Kritik geriet die BASF etwa durch ihre eher zurückhaltende Akquisitionspolitik. Während sich die Chemiebranche weltweit in einer rasanten Konsolidierungsphase befindet, gingen die Ludwigshafener bislang leer aus. Manch ein Investor fürchtet daher, der Konzern könnte mittelfristig ins Hintertreffen geraten.

Im Unternehmensvorstand sieht man das freilich anders. Dort setzt man auf die eigene Stärke als Gesamtkonzern sowie auch der einzelnen Geschäftsbereiche – und hofft auf gute Zukaufgelegenheiten gerade durch die Übernahmewelle der anderen.

Bei derartigen Mega-Deals wird die Zustimmung der Wettbewerbshüter häufig an Bedingungen geknüpft, etwa den Verkauf einzelner Sparten. So muss sich auch der Leverkusener Konkurrent Bayer im Zuge der Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto von einzelnen Geschäftsbereichen trennen, hier könnte die BASF zuschlagen. In anderen vergleichbaren Fällen sind die Ludwigshafener jedoch leer ausgegangen, die zum Verkauf stehenden Sparten gingen an Konkurrenten.

BASF Aktie unter Druck

Anleger zeigten sich zuletzt nervös und tendierten nach Spitzennotierungen Anfang April eher zu Gewinnmitnahmen. Seitdem ging es um rund 10 Prozentpunkte nach unten, die BASF Aktie kostete zuletzt knapp 85 Euro. Immerhin. Damit ist sie noch gut 20 Prozent teurer als vor einem Jahr.

Die Meinungen der Analysten gehen unterdessen auseinander. Zwar gibt es einige Kaufempfehlungen, die der BASF Aktie ein Aufwärtspotenzial auf 100 bis 110 Euro bescheinigen. Viele mahnen angesichts der beschriebenen Herausforderungen jedoch auch zur Zurückhaltung und sehen die Aktie eher im Bereich zwischen 82 und 95 Euro.

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Über den Autor
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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