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BASF Aktie: BASF Aktie: Milliardenzukauf im Kunststoffgeschäft

Lange war die BASF nur Zaungast bei den aktuell laufenden Fusionsbewegungen und Übernahmeaktivitäten in der Chemiebranche. Doch nun schlägt der Ludwigshafener Konzern auch selbst zu.

Für 1,6 Milliarden Euro will sich die BASF die Polyamid-Sparte des belgischen Wettbewerbers Solvay einverleiben und damit das eigene Geschäft mit technischen Kunststoffen für die Industrie ausweiten und stärken. Auch soll der Zugang zu Wachstumsmärkten in Asien und Südamerika durch den Zukauf verbessert werden.

Starke Erlöse

Im vergangenen Jahr erzielte Solvay mit seinem Polyamidgeschäft einen Erlös von 1,3 Milliarden Euro, das operative Ergebnis (Ebitda) lag bei etwa 200 Millionen Euro. Weltweit sind 3.400 Beschäftigte für den Bereich tätig in 12 Produktionsstandorten sowie 4 Zentren für Forschung und Entwicklung, die ebenfalls von der BASF übernommen werden.

Der Deal soll im kommenden Jahr über die Bühne gehen, Sozialpartner müssen noch einbezogen werden, zudem müssen auch die zuständigen Wettbewerbsbehörden noch grünes Licht geben.

BASF Aktie legt kräftig zu

An der Börse wurden die Pläne positiv aufgenommen, die im Dax notierte BASF Aktie stieg auf Jahressicht um gut 20 Prozent und legte allein im vergangenen Monat um mehr als 7 Prozentpunkte zu. Ende vergangener Woche wurden BASF Aktien zu gut 88 Euro gehandelt. Das bisherige Jahreshoch liegt bei etwa über 94 Euro und wurde Anfang April erzielt. Bis dahin ist es noch ein Stück, doch Analysten zeigten sich zuletzt zuversichtlich.

Viele Experten nahmen sich die BASF Aktie noch einmal zur Beurteilung vor, nachdem die Übernahmepläne bekannt wurden. Ihr Ergebnis ist eindeutig: Die meisten dieser Neubewertungen empfehlen die Aktie zum Kauf. Hatten sich im August noch mehr Studien lediglich dafür ausgesprochen, die BASF Aktie im Portfolio zu halten und die Kursziele überwiegend im Bereich zwischen 80 und 90 Euro angesiedelt, fallen die neuen Einschätzungen deutlich optimistischer aus.

Wie Analysten die Aussichten einschätzen

So sehen allein fünf Experten ein Kurspotenzial auf mehr als 100 Euro, das höchste Kursziel stammt von der Citigroup und liegt bei 110 Euro. Begründet wurde dies mit zusätzlichem Erlöspotenzial durch die geplante Übernahme sowie mögliche Synergieeffekte im Volumen von 60 bis 80 Millionen Euro.

Die Deutsche Bank garnierte ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 101 Euro. Auch hier wird der Deal positiv bewertet, allerdings mahnen die Analysten zu weiteren strategischen Zukäufen, etwa im Saatgutbereich. Hier hatte zuletzt Konkurrent Bayer für Aufsehen gesorgt: Die Leverkusener wollen den umstrittenen Saatgutkonzern Monsanto übernehmen.

Zurückhaltender fällt die Einschätzung der Commerzbank aus, die zwar ebenfalls eine Kaufempfehlung ausspricht, das Kursziel mit 90,10 Euro jedoch noch unterhalb des im April erreichten Jahreshochs ansetzt.

Insgesamt wird das Umfeld für den Chemiesektor im kommenden Jahr positiv eingeschätzt.

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Über den Autor
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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