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Allianz Aktie: Allianz: Versicherer stärkt asiatische Vertriebskanäle

Die Allianz schließt Allianzen: Europas größter Direktversicherer stärkt seine Verkaufskanäle in Fernost. Zu diesem Zweck hat die Allianz eine Kooperation mit der britischen Bank Standard Chartered geschlossen, die im asiatischen Raum über ein weit verzweigtes Netz an Standorten und Filialen verfügt.

Der Vertrag umfasst den Vertrieb in China, Hongkong, Indonesien, Singapur und Malaysia und ist auf die nächsten 15 Jahre angelegt. Die Allianz hat sich die Partnerschaft, an der auch Konkurrenten Interesse gehabt haben sollen, Medienberichten zufolge rund 200 Millionen Dollar kosten lassen.

Asien gilt als wichtiger Wachstumsmarkt

Der Schritt in Richtung Asien kommt alles andere als unerwartet. Die aufstrebenden Schwellenländer in Fernost gelten schon seit längerem als zukunftsträchtige Wachstumsmärkte für die Versicherungsbranche. Vor allem Sachversicherungen dürften dort in nächster Zeit immer stärker nachgefragt werden. Allein in den kommenden vier Jahren rechnet die Allianz hier mit einem Anstieg von mehr als 10 Prozent.

Während das Geschäft mit den Sachversicherungen boomt, schwächelt die Sparte der Lebensversicherungen. Die langfristigen Verträge mit Garantien, die über Jahrzehnte bestehen, sind außerhalb des Heimatmarkts Deutschland für die Allianz inzwischen wenig profitabel. Vor allem das schwierige Umfeld an den Finanzmärkten und die anhaltende Niedrigzinsphase setzen dem Bereich merklich zu.

Einschnitte bei Lebensversicherungen

Dementsprechend will Allianz-Chef Oliver Bäte nun gegensteuern, die ausländischen Lebensversicherungstöchter des Konzerns stehen vor einem tiefgreifenden Umbau. Dabei kommt offenbar auch ein Verkauf bestehender Verträge in Betracht. Mittelfristig sollen Langzeitgarantien minimiert werden, um flexibler auf die Marktschwankungen reagieren zu können und insgesamt mehr Rendite zu erwirtschaften.

Versicherungsnehmern dürfte das nicht unbedingt gefallen, Anlegern dafür umso mehr. Und damit nicht genug: Die Investoren dürfen sich in diesem Jahr nicht nur über die übliche Dividende freuen, sondern wohl auch über ein groß angelegtes Aktienrückkaufprogramm – das erste seiner Art in der Börsengeschichte der Allianz.

Dabei sollen bis zu 3 Milliarden Euro ausgeschüttet werden, die der Konzern für mögliche Übernahmen angehäuft hatte. Im Herbst hatte Bäte jedoch angekündigt, die nicht benötigten Summen an die Anleger zurückzuzahlen, sollten bis zum Jahresende keine größeren Akquisen mehr erfolgen. Da dies bekanntlich nicht der Fall war, dürfte der Geldsegen bald bevorstehen.

Allianz Aktie: Vorfreude auf Geldsegen

Die Allianz Aktie schlägt sich derweil ganz gut. Auf Jahressicht beläuft sich das Plus auf rund 10 Prozent. Von ihrem Kurstief im Sommer hat sich das Papier inzwischen erfolgreich zurückgekämpft, in den vergangenen sechs Monaten konnte der Kurs um gut 25 Prozent zulegen. Von ihrem Jahrestief, das die Allianz Aktie Anfang Juli knapp unterhalb der 120-Euro-Marke markierte, hat sie sich inzwischen wieder auf über 160 Euro erholt.

Analysten sehen die Allianz auf einem guten Weg: Mehrheitlich prognostizieren sie weiteres Aufwärtspotenzial auf bis zu 180 Euro, vereinzelt auch darüber hinaus.

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Über den Autor Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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