MenüMenü

Dax 30: Aktien: Jetzt kaufen oder schnellstmöglich raus?

Aus aktuellem Anlass widme ich mich heute wieder dem DAX, der nach dem gestrigen Abverkauf an einer äußerst wichtigen Schaltstelle steht. Ein Rebound-Versuch war zuvor gescheitert. Was gestern folgte war eine Art Minicrash.

Jetzt geht es darum, ob das ganze (wieder mal) als Eintagsfliege endet und der Index direkt wieder zur nächsten Rally startet. Oder ob ein Sommercrash bevorsteht. Schauen wir uns charttechnische Marken und wahrscheinliche Kursziele einmal genauer an.

DAX-Tageschart: Wenn der jetzt nicht dreht…

dax (004)

Der unverhoffte Bruch der Unterstützungszone bei 12.500/ 12.600 Punkten hat gestern zu Panikverkäufen bis auf 12.400 Punkte geführt, wo die nächste Unterstützung gehalten hat.

Einen ähnlich großen Tagesverlust gab es beim DAX schon sehr lange nicht mehr (zuletzt beim Brexit vor einem Jahr).

Die 12.400 ist eine äußerst wichtige DAX-Marke

Die 12.400er Marke ist äußerst interessant. Hier liegt nicht nur die Unterkante des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals seit Februar, sondern auch das alte Allzeithoch aus dem Jahr 2015. Man könnte die gestrige Aktion also bisher als Test dieses alten Hochs von oben werten.

Dreht der DAX ab hier wieder nach oben ab, sind neue Allzeithochs ziemlich wahrscheinlich. Zumindest, sobald die 12.700er Marke zurückerobert werden kann.

Und wenn die 12.400 fällt? Dann sehen wir weitere Panikverkäufe. Immerhin hat der DAX gestern die mühsamen Kursgewinne von ganzen zwei Monaten ausgelöscht.

Anleger, die erst Anfang Mai im Gefühl absoluter Unbesiegbarkeit in den Markt eingestiegen sind, liegen mit ihren Positionen jetzt unter Wasser.

Da zuletzt allgemein hohe Investitionsquoten und wenig Cash in den Depots schwer in Mode waren, können Abwärtsbewegungen nicht mit Nachkäufen nutzbar gemacht werden. Schieflagen ziehen also neue Verkäufe nach sich. Eine Abwärtsspirale entsteht.

Sie sollten jetzt genügend Cash für Nachkäufe vorhalten

In meinem Börsendienst DAX Profits haben wir es übrigens genau umgekehrt gemacht: In den vergangenen Wochen habe ich immer mehr Cash aufgebaut: Zuerst im risikoreichsten Trading-Depot (aktuell 80% Cash), danach im ausgewogenen Power-Depot (aktuell 50% Cash) und bisher gar nicht im sicheren Investoren-Depot (0% Cash).

Sollte es also an den Börsen weiter abwärtsgehen, werden wir neue Käufe starten, sobald ich Anzeichen für einen extremen Pessimismus sehe. So machen wir uns die Panik der Masse zunutze.

Sollte es direkt wieder aufwärtsgehen, werden wir unsere Cashquote zunächst ausweiten und auf einen Sommercrash warten. Der dann noch viel wahrscheinlicher wird. Aber zurück zum DAX:

Tiefere DAX-Kurse sind kurzfristig problemlos möglich

Fällt die 12.400 beim DAX und die US-Leitbörse sackt ebenfalls nach unten durch (ist bisher nicht geschehen), dann stellen Sie sich bitte auf folgende Korrekturziele ein: 12.000-12.200 Punkte (Kurslücken-Unterstützung vom April), 11.700 Punkte (Horizontal-Unterstützung und 200-Tage-Linie) und 11.400 Punkte (massive Horizontal-Unterstützung).

Wobei ein Erreichen der letztgenannten Korrekturziele schon sehr unwahrscheinlich ist.

Hoffnungsschimmer von der US-Leitbörse

Ich rechne damit, dass sich bis Montag entscheiden wird, ob die jüngste Korrektur weitergeht oder nicht. Der gestrige Tag an der US-Leitbörse brachte einen VIX-Spike, der bis Handelsschluss zum großen Teil wieder negiert wurde.

Damit steigen die Chancen, dass die gesamte Korrektur schon wieder zu Ende geht und wir stattdessen ab heute eine neue Rally sehen. Zusätzlich stützen die dünnen Umsätze bis Dienstag (US-Feiertag) sowie die bis dahin positive Saisonalität.

Sollten die Kurse dennoch purzeln, schätze ich das Ganze als ein kurzes, aber heftiges Sommergewitter ein. Kräftige Panikverkäufe wie gestern bringen schnell viel Angst in den Markt und spülen das leichtsinnige Geld zügig aus dem Markt. Das ist positiv und sollte den Markt schnell bereinigen.

Eine größere Korrektur wäre eine einmalige Chance

Schließlich sollten Sie eines nicht vergessen: Wir reden aktuell über Korrekturen im Aufwärtstrend, nicht über Trendwechsel. Es werden lediglich Übertreibungen abgebaut. Solche Korrekturen sind gesund und im Sinne einer Rallyfortsetzung auch absolut notwendig.

Bis zum Jahresende dürften die Kurse sehr viel höher stehen als heute. Kräftige Rücksetzer eröffnen Ihne daher neue Kaufgelegenheiten mit mehr Aufwärtspotenzial. Nutzen Sie Ihre Chancen daher jetzt.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

Regelmäßig Analysen über Aktien erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Henrik Voigt. Über 344.000 Leser können nicht irren.