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Dax 30: Achtung! Euro und Gold fallen, DAX steigt wieder

Der US-Arbeitsmarkt hat sich im Juli deutlich besser als erwartet entwickelt, was am vergangenen Freitag größere Gegenbewegungen an den Kapitalmärkten ausgelöst haben dürfte.

Zunächst zu den Daten: Außerhalb der Landwirtschaft wurden 209.000 anstelle der erwarteten 180.000 neuen Stellen geschaffen.

Der Stellenaufbau der beiden Vormonate wurde außerdem um insgesamt 2.000 Stellen nach oben revidiert. Die Arbeitslosenquote ging wie erwartet von 4,4 Prozent im Juni auf 4,3 Prozent im Juli zurück.

Arbeitsmarktbericht mit weitreichenden Folgen

Vor allem an den Devisenmärkten schlug der Arbeitsmarktbericht ein. Ich hatte zuletzt immer wieder davor gewarnt, dass der Markt einseitig long Euro und short Dollar positioniert ist, was früher oder später zu einer scharfen Korrektur führen muss. Am Freitag dürfte diese gestartet sein.

Nach 7 Monaten Aufwertung verbuchte der Euro am Freitag den größten Tagesverlust während dieser gesamten Marktphase.

Das spekulative Kapital bekommt kalte Füße. Zuvor wurde mit einem EUR/USD Wechselkurs von 1,19 noch ein frisches Mehrjahreshoch erreicht – knapp unter dem charttechnischen Betonwiderstand von 1,20 der schon viele Jahre lang existiert.

EUR/USD Tageschart: Beginn einer größeren Korrektur?

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Der Euro wird voraussichtlich weiter fallen

Finden sich nun nicht sofort wieder Käufer – so nahe an der Widerstandmarke von 1,20 sehr unwahrscheinlich – dann dürfte sich die Korrektur zunächst bis in den Unterstützungsbereich um 1,15 fortsetzen.

Gelingt dort ebenfalls keine Aufwärtswende, wird das nächste Ziel bei 1,10 angesteuert. Hier würde ich zunächst das maximale Korrekturpotenzial bei EUR/USD ansiedeln. Wenn neue politische Krisen ausbleiben. Doch diese sind bereits in der Entstehung.

Neue politische Krisen können die begonnene Korrektur deutlich verstärken

Österreich will mit Panzern die Grenze zu Italien abriegeln, falls Italien weiterhin zehntausende illegale Migranten über den Brenner nach Österreich ausreisen lässt.

In Italien selbst stehen spätestens Anfang 2018 Parlamentswahlen an, bei denen die 5-Sterne-Bewegung nach aktuellen Umfragen mit Abstand die stärkste Kraft werden dürfte. Diese stellt die Euro- und EU-Mitgliedschaft Italiens zur Disposition.

Mit Italien steht nach dem Brexit also der nächste EU-Austritt einer großen Volkswirtschaft im Raum – nur ist Italien im Gegensatz zu UK Teil des Euro und ein riesiger Posten in der Bilanz der EZB, was deutlich gravierendere Folgen – im Extremfall bis hin zur Pleite der EZB – haben dürfte.

Euro-Korrektur ist tolle Nachricht für alle Aktien-Anleger

Angesichts dieser neuen Krisen fällt es mir schwer, die jüngste Euro-phorie des Marktes zu teilen. Die kalte Dusche für die Euro-Spekulanten scheint ja nun auch aufgedreht worden zu sein.

Mit dem korrigierenden Euro dürfte auch der DAX wieder aufatmen, der bereits am Freitag kräftig zulegen konnte. Und nicht zuletzt werden US-Aktien für Euro-Anleger wieder attraktiver, da gleichzeitig der US-Dollar an Wert gewinnt. Somit ist die Euro-Korrektur eine gute Nachricht für alle Aktienanleger.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

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Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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