Zwischentrends im Aufwärtstrend
Tom Firley in Investors Daily
vom 22. Februar 2012, 18:00 Uhr
ENL5454
gestern haben wir uns eine einfache Strategie mit nachziehenden Stopps am Beispiel der Adidas-Aktie angeschaut. Aber es gibt natürlich weitere unzählige Möglichkeiten, seine Aktien-Positionen abzusichern.
Schauen wir uns noch einmal die Adidas-Aktie an.
Chart Adidas seit Juni 2009
Wie Sie im Chart unschwer erkennen, bewegt sich die Adidas-Aktie seit Juli 2009 in einem Aufwärtstrend. Seither hat sich die Aktie mehr als verdoppelt. Die schwarzen Aufwärts-Linien im Chart sind Zwischentrends.
Die Aktie bewegte also nach dem Muster „2 Schritte nach vorne, einer zurück". Was hat das nun mit Stopps zu tun und wie könnten wir uns dieses Verhalten zunutze machen?
Ganz einfach. Die „Bruchstelle" der einzelnen kurzen Aufwärtstrends kann als Stoppmarke eingesetzt werden. Damit haben Sie zwei Vorteile:
1.) Der Stopp ist meist wesentlich enger als bei einer herkömmlichen 10-Prozent-Regel (zum Beispiel).
2.) Sie können zu einem späteren Zeitpunkt wieder günstiger in die Aktie einsteigen.
Der Haken an der Sache: In der Theorie und im Nachhinein betrachtet sieht solch eine Vorgehensweise stets recht „logisch" aus. Allerdings besteht natürlich die Gefahr, dass Sie mit dieser Strategie relativ schnell ausgestoppt werden und die Aktie kurz danach weiter steigt ...statt zu fallen. Damit wird es natürlich schwierig, einen - wie geplant - günstigeren Einstiegspunkt zu finden.
Daher empfiehlt es sich, zusätzlich einen kürzerfristigen Gleitenden Durchschnitt zu Rate zu ziehen. Zoomen wir den Chart etwas:
Chart adidas seit November 2011
Sie sehen den Kursverlauf der adidas-Aktie seit November 2011. Seit dem 19.12.2011 bewegt sich der Kurs in einem klaren Aufwärtstrend. Immerhin konnte die Aktie von 48 auf 59 Euro steigen, ein Gewinn von knapp 23 Prozent... in zwei Monaten.
Sollte der Kurs nun unter den eingezeichneten Aufwärtstrend fallen, wäre dies ein erstes Zeichen für einen Schwächeanfall der Aktie. Kurzfristige Anleger, die sich auf keinen Fall die Butter vom Brot nehmen lassen wollen steigen in diesem Falle aus.
Ich persönlich würde dann jedoch noch nicht sofort verkaufen. Vielmehr würde ich dies als Warnsignal betrachten und den weiteren Verlauf beobachten. Sollte die Aktie dann unter den 20-Tage-GD fallen, wäre ein Ausstieg schon etwas „dringlicher". Sie sehen:
Es kommt immer darauf an, welche Strategie Sie verfolgen und in welchen Zeitrahmen Sie sich bewegen. Wenn Sie die Investition in die adidas-Aktie als mittelfristige oder langfristige Investition betrachten, dann würden Sie sich sicherlich nicht durch einen kurzfristigen Trendbruch von dieser Aktie verabschieden wollen.
Wenn Sie eher kurzfristig traden, nehmen Sie schnelle Gewinne mit und warten auf einen weiteren schnellen Trade.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley

