Zweifelhafte Heilmittelchen
Investors Daily
vom 31. März 2005 18:00 Uhr
ENL5454
"Amerika ist noch mehr zum Schuldenjunkie geworden, als je zuvor. Die Gesamtschulden belaufen sich auf 40 Billionen, bzw. auf 136.479 Dollar pro Mann, Frau oder Kind. 66 Prozent (27 Billionen Dollar) dieser Schulden sind seit 1990 angelaufen, in einer Phase, die eher von Schulden angetrieben wurde, als von produktivem Tun", schreibt Michael Hodges. Und ich stelle mit Schaudern fest, dass Alan Greenspan 1987 den Vorsitz übernommen hat, nur drei Jahre vor Beginn dieser Phase.
Er bestimmt diese Schuldenlast als die "amerikanischen Gesamtschulden", die sich aus "den Schulden der Bundes-, Staats und Gemeinderegierungen, den internationalen und privaten Schulden, inklusive den Schulden von Privathaushalten, Geschäften und dem Finanzsektor" zusammensetzt.
Und wenn man diese 40 Billionen Dollar angesammelter Schulden auf die 70 Millionen Leute, die nicht für die Regierung arbeiten oder von Regierungsgeldern bezahlt werden, verteilt, dann müssen diese armen 70 Millionen Arbeiter, die im privaten Sektor arbeiten, jeweils 547.428 Dollar abbezahlen. Hahahahah! Wer IST auf diese bescheuerte Idee gekommen?
Egal, immer wieder kommen mir diese Dinge in den Sinn, und ich frage mich, wie wir in diese Situation geraten konnten. Es ist einer der Nachteile des Dummseins, dass mich die Frage, wie ich irgendwo rein geraten bin, immer wieder verwirrt. Da habe ich zuletzt eine weitergeleitete Email von meinem alten Kumpel, Phil Spicer erhalten. Er dachte, dass der Inhalt eines Artikels mit dem Titel "Brücken und Kompromisse niederreißen" interessant für mich sein könnte. Der Text stammt von Antal E. Fekete, einem emeritierten Professor der Memorial Universität in Neufundland. Er ist auf den 21. März 2005 datiert.
Prof. Fekete schreibt über die Idee der Liquiditätsfalle. "Der Ausdruck stammt von Keynes selbst", schreibt der Professor, "der musste in der zweiten Hälfte der 30er Jahre feststellen, dass die kontrazyklische Maßnahme, neues Geld in eine Wirtschaft zu pumpen, indem die Zentralbank Schatzeinleihen kauft, um den fallenden Preisen entgegenzuwirken, nicht funktionierte. Tatsächlich bewirkte es den umgekehrten Effekt. Die Deflation wurde schlimmer, nicht besser."
Eine schöne Pleite, was? Keynes und seine dumme kleine Wirtschaftstheorie sind zum Scheitern verurteilt, und jetzt stehen alle da wie ein Haufen Idioten.
Was ist das Problem? Nun, Prof. Fekate schreibt, "der Besitz von monetärem Gold wurde im Jahre 1933 verboten, der einzige Konkurrent der Staatsanleihen wurde aus der Arena gedrängt. Die Besitzer von monetärem Gold wurden durch den langen Arm des Gesetzes dazu gezwungen, in Regierungsanleihen zu investieren – das allein ist keine gute Aussicht, selbst wenn man die Sache dabei belassen hätte. Aber die Sache wurde nicht dabei belassen. Als die Leute, die das Gold besessen hatten, anfingen, um die begrenzten Vorräte an Regierungsanleihen zu kämpfen, die sie, ob berechtigt oder nicht, für die sicherste Sache nach Gold hielten, wurden die Anleihenpreise in beispiellose Höhen getrieben und die Zinssätze stürzten in beispiellose Tiefen."
Wieder genau der gleiche Fall wie heute. Auch heute kaufen die Leute wieder Anleihen und langfristige Schulden, um Erträge zu sichern, die noch unter der Inflationsrate liegen! Und die Inflationsrate steigt! Und sie steigt in Zeiten, in denen die Zentralbank allgemeine Zinssätze garantiert, um sich aus den ungewöhnlichen Tiefs zu erheben. Alle scheffeln Anleihen, während die Regierung immer weitere Schuldanleihen ausstellt und die Zentralbank die Kredite schafft, die von jedem, der Geld leiht, um Anleihen zu kaufen, in Geld verwandelt werden. So wird ein Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot erzeugt, das die Preise in die Höhe treibt und die Zinsraten in den Keller, und das all denen einen sauberen Profit verschafft, die einst Geld geliehen haben, um Anleihen zu kaufen. Das führt dazu, dass eine MENGE Typen sagen: "Hey, vielleicht sollen wir auch einen Kredit aufnehmen, um einige Anleihen zu kaufen, so dass wir auch dieses leichte Geld machen können." Und das tun sie dann auch. Und das verschlimmert das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage noch weiter, so dass die Preise wieder weiter steigen und die Zinssätze noch weiter in den Keller gehen, und alle machen auf der Basis dieses Programms Berge von Geld! Total verrückt!
Prof. Fekete schreibt: "Deflation gibt es in jeder Wirtschaft von Anfang an, und sie wird schlimmer als sie sein müsste, wenn die Wirtschaft in Zusammenarbeit mit der Zentralbank die Spekulanten dazu bringt, Anleihen zu kaufen. Die Zinssätze fallen, und durch den Mechanismus der Anbindung fallen auch die Preise. Währenddessen beschleunigt sich der Fluss des Geldes von Rohstoffen zu Anleihen. Im schlimmsten Fall wird dadurch ein bösartiger Kreislauf aktiviert und die Wirtschaft stürzt in die Depression.
Sicher, jeder, der bei klarem Verstand ist, müsste ein Freudenfeuer im Vorgarten entzünden, darum tanzen und singen: "Der Mogambo hatte Recht! Das ist wirklich dumm! Wir müssen wieder zurück zu Gold als Geld!!" Aber, ooOOooh, nichts da! Was tun sie stattdessen? Nun, sie halten sich die ganze Zeit an diesen verdammten philosophischen Mist, immer und immer weiter zu probieren, bis es irgendwann funktioniert. Gefragt, wo wir bislang stehen, sagt er: "Das weltweite Zentrum für Liquiditätsfallenforschung und für die Kabale der Inflationssteuerung gibt es an der Woodrow Wilson Schule der Princeton University in New Jersey. Unter der Führung von Ben Bernanke untersucht ein Team, bestehend aus Paul Krugman, Lars Svenson und Mike Woodford, eifrig die Liquiditätsfalle und versucht Mittel zu finden, sie durch Inflationssteuerung zu entschärfen."
Diese bösen Menschen sind diejenigen, die Sie mit Inflation als Heilmittel gegen den Mist, den sie in ihrer Dummheit verzapft haben, in den Ruin treiben werden! Grrrrrrr!
Dann verbindet Herr Fekete das alles mit einem berüchtigten Aufsatz: "Kann die Deflation verhindert werden?" von Paul Krugman, geschrieben im Februar 1999. Herr Krugman verkauft die Dummheit dieser Leute als die natürlichste Sache der Welt. "Bisher stehen wir an einem Punkt, an dem die Deflation immer noch ein ernstes Problem darstellt – und die Politiker müssen feststellen, dass es auch nicht so einfach ist, wie gedacht, sie zu verhindern oder den Prozess umzukehren. Der Punkt ist, dass Deflation – zumindest haben wir das einmal geglaubt – einfach zu verhindern sein sollte: Indem man einfach mehr Geld druckt. Wie kann man Finanzminister und Zentralbanker, die ihre gesamte Karriere lang das Übel der Inflation und die Vorzüge der Preisstabilität gepredigt haben, dazu bringen, zu akzeptieren, dass die Idee der Preisstabilität keine greifbare Option ist?"
Wie kann man Leute von der dummen Vorstellung abbringen, dass es keine gute Idee ist, sich eine Kugel in den eigenen Kopf zu jagen? Ist es das, was Mr. Krugman wissen möchte? Wie bringt man eine Person dazu, etwas zu tun, das vollständig irrational und dumm ist, wenn jede relevante Quelle, inklusive der gesamten verdammte Geschichte, der Bibel und dem gesunden Menschenverstandes, sagt, dass sie irrational und dumm ist?
Nun, Hans Sennholz, berühmter österreichischer Wirtschaftswissenschaftler, der er nun mal ist, sagt, dass es schwer sein wird, diese Idee zu verkaufen, denn ebenso wie ich, sieht er sie allüberall in der Geschichte. "Die verbreitete Vorstellung, dass ein Anstieg der Geldmenge wirtschaftlich und sozial wohltuend und wünschenswert ist, ist einer der größten Fehlschlüsse unserer Zeit. Sie bestand durch sämtliche Jahrhunderte, immer wieder aufgegriffen von Präsidenten und Königen, Geschäftsleuten und Politikern. Diese Vorstellung hat verschiedene Währungen in den Ruin getrieben, unermesslichen Schaden angerichtet und soziale und politische Unruhen heraufbeschworen. Immer wieder schnappt sie zu, wieder und wieder, egal wie oft Wirtschaftwissenschaftler sie widerlegen."
Ohne dass Dr. Sennholz die Princeton Gruppe bei Namen nennt, bezieht er sich stillschweigend doch auf sie. "Amerikanische Statistiker und Wirtschaftswissenschaftler wollen uns glauben machen, dass Amerika in dieser Beziehung einen Paradigmenwechsel herbeiführt, indem es auf wundersame Weise in der Lage ist, nie da gewesene Produktionszuwächse ohne Rücklagen und bei einem Rekordtief an festen Geschäftsinvestitionen erzeugen zu können. Die allgemeine Mehrheit ist bereit, das zu glauben. Für uns ist das makroökonomischer Unsinn."
Herr Fekete breitet weitere schlechte Nachrichten vor uns aus. "Ohne zu zögern nahmen sie den Rat von Herrn Krugman an, vernachlässigten Vorschriften, die ursprünglich für verantwortungsbewusst gehalten wurden, vernachlässigten ihr Mandat einseitig, verbrannten den Kompromiss der Preisstabilität, und betraten den Kriegspfad der Inflation und nannten es schönfärberisch 'Inflationssteuerung'."
Ich springe auf meine Füße und rufe "Ja! Ja!" Das ist genau das, was den alten Mogambo auf die Palme bringt. Und das ist es, worüber er sich schon all diese Jahre in der höchsten Tonlage beschwert, und jetzt geht dieser Feketetyp hin und leistet ganze Arbeit mit seiner Erklärung – und er erhebt dabei nicht einmal die Stimme. Ich habe das Gefühl, mein Leben ist nichts mehr wert und dass mich keiner mehr lieb hat. Heul, Schluchz!
Aber ich habe mir vorgenommen, zu versuchen, einen Teil meiner ramponierten Karriere als liebenswürdiger Schwachkopf zu retten, indem ich darüber rede, wie ernst die Lage war, aber noch bevor ich den Mund aufmachen kann, steht dieser Besserwisser Fekete da und hat schon alles gesagt. Also habe ich mich mit einem bockigen Schnaufen wieder hingesetzt und angefangen, im Selbstmitleid zu versinken. Und ich konnte ihn unterdessen sagen hören: "Der Ernst der Situation kann nicht überschätzt werden. Ein steiler Anstieg der Zinssätze an dieser Stelle wäre der größte Horror. Normalerweise steigern steigende Zinssätze den Wert der Währung, denn sie wirken anziehend auf fremde Anleger. Aber diesmal ist es anders. Abgesehen davon, dass es alle Blasen der Wirtschaft zum Platzen brächte, begonnen mit der Immobilienblase und das Haushaltsdefizit in unermessliche Höhen treiben würde, gibt es noch ein weiteres und unmittelbareres Problem. Und das hat seine Ursache in der Wirkung, die steigende Zinssätze auf Anleihen haben, die weit verbreitet zuhause und im Ausland gehalten werden. Die Wirkung ist unvermeidlich und unmittelbar. Höhere Zinssätze lassen die Anleihenwerte zusammenbrechen."
Nun, wenn wir da draußen Anlagen im Wert von Phantasmillionen Dollar hätten, und die haben wir, und wenn es die Besitzer dieser Anleihen gibt, welchen Effekt hat dann der Zusammenbruch dieser Anleihen im Wert von Phantasmillionen Dollar auf diese Typen?
Das einzige, was mir noch zu tun bleibt, um noch ein wenig von dem sich verflüchtenden Rampenlicht abzubekommen, ist, die Zentralbank, Krugman und Bernanke und den Rest dieser Bande zu beleidigen, aber auch hier stiehlt mir dieser Fekatetyp die Show.
Er fährt fort: "Krugman hat uns überzeugt, dass die Geldmanager der Zentralbank ihre Bedenken loswerden konnten, so sie jemals welche hatten. Eine nicht wörtliche Widergabe seiner These würde lauten: Falls sie wirklich glauben, dass die überwältigende Inflation eine Bedrohung für die gesamte Welt darstellt, dann sollten sie auch glauben, dass nur Politik, die außerhalb des Bereichs dessen liegt, was gemeinhin als verantwortlich angesehen wird, diese Bedrohung aufhalten kann. Eine unverantwortliche Politik verdient die andere. Ein Notfallplan zur Vermeidung eines tiefen Falls der Zinssätze, beinhaltet eine Verschwörung zwischen der Zentralbank und der japanischen Bank, die diejenigen Anleger bestraft, die den Dollar und Dollaranleihen shorten."
Dann fasst er alles in besonders poetischer Form zusammen. "Stören Sie sich nicht daran, dass es normalerweise als unverantwortlich angesehen wird, stören Sie sich nicht daran, dass es illegal ist, stören Sie sich nicht daran, dass es kriminell ist. Nichts anderes wird den Tag der Abrechnung beugen.
Ich vermute, die Lektion lautet, dass noch ein bisschen Leben im Aktien- und Anleihenmarkt steckt, wenn die Zentralbank jetzt zu diesen widerwärtigen, Markt-manipulierenden Heilmitteln greift.