Zwei vielsagende Schlagzeilen
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 19. Juni 2009, 07:30 Uhr
ENL5454
Im folgenden Beitrag lesen Sie, was Rick zu den Rettungen der Regierung zu sagen hat.
Die Wirtschaft und das Bankensystem zu retten, war ein derartig ausufernd korruptes, verlogenes und letzten Endes dem Untergang geweihtes Unterfangen, dass man für einen Moment fast vergessen kann, wie außerordentlich clever die Übeltäter sind: Wenn wir einen weiteren Beweis dafür bräuchten, dass diese Typen die gewieftesten Meinungsmacher sind, die es gibt, dann muss man sich nur die beiden Schlagzeilen ansehen, die an zwei aufeinander folgenden Tagen die Titelseite des Wall Street Magazins schmückten.
Der Anstieg der Zinssätze überschattet die Erholung" lautete die düstere Botschaft am vergangenen Donnerstag. Der Artikel beschrieb, dass die Zinssätze immer weiter steigen, trotz der expliziten Strategie der Bundeszentralbank, so viele Schatzpapiere zu kaufen, wie nötig sind, um die Zinssätze am Markt insbesondere im Bereich der Hypotheken unten zu halten."
Die Festzinsen über 30 Jahre sind sogar von 5,00% vor zwei Wochen auf heute 5,79% gestiegen, was darauf hinweist, das die Nachfrage des Marktes nach Hypothekenpapieren sinkt, trotz der Strategie der Zentralbank, die Schatzbriefe direkt zu Geld zu machen. (Auch bekannt unter dem Namen Quantitative Lockerung.)"
Und dann das: am nächsten Tag, so als wollte man uns versichern, dass die Kreditaufnahme des Finanzministeriums noch unter Kontrolle ist - obwohl das Gegenteil zutrifft - ließen die Lobbyisten auf der Titelseite des Journals gerade rechtzeitig Folgendes durchsickern: Zentralbank hält den Deckel auf den Anleihenkäufen." Sollen wir wirklich glauben, dass der Rückgang der Beschleunigung der direkten Käufe von Schatzpapieren durch die Zentralbank, durch Nachfrage aus anderen Quellen hinreichend ausgeglichen werden kann, um die Zinssätze daran zu hindern, weiter zu steigen?"
Zuletzt habe ich einen Graphen gesehen, der die Effektivität der Bemühungen der Zentralbank zeigte. Wenn die Zentralbank einschreitet, um Schatzanleihen zu kaufen, dann steigen die Erträge üblicherweise an - das ist die Idee, die dahinter steckt. Die geringen Erträge tagen dazu bei, dass die Leute Geld leihen... und ihre Schulden bezahlen.
Jede weitere Maßnahme zeigt weniger Wirkung
Aber die Graphen zeigen auch deutlich, dass jedes weitere Einschreiten weniger Wirkung zeigt. Das ist eine sehr schlechte Nachricht... wenn es auch genau das ist, was man erwarten würde. Es ist der Grund dafür, dass ein klein wenig monetäre Inflation dazu neigt, zu einer sehr großen Verbraucherpreisinflation zu werden. Wenn man es philosophisch betrachten möchte, dann könnte man auch sagen, dass die Menschen in die Zwickmühle getrieben werden, zu tun, was sie nicht wirklich tun wollen - nur weil die Alternativen noch schlechter sind.
Und das ist das Dilemma. Die Regierung kauft amerikanische Anleihen um die Zinssätze unten zu halten. Wenn sie sie nicht kaufen, dann treibt die gewaltige Nachfrage der Regierung nach Krediten die Erträge nach oben: das höhere Angebot an Anleihen führet zu geringeren Kursen (und höheren Erträgen). Aber wenn sie sie kaufen, dann fangen die Anleger an, die Inflation zu fürchten. Und dann verkaufen sie ihre Anleihen... und treiben die Erträge nach oben: eine geringere Nachfrage führt zu höheren Kursen (und damit zu höheren Erträgen.)
Und das ist der Grund, warum die Zentralbank davon spricht, dass man einen Deckel auf den Anleihenkäufen halten" würde. Man geht davon aus, dass es dazu führt, dass die Anleger sich sicherer fühlen.
Bislang scheint noch jeder die Rolle zu spielen, die ihm zugewiesen wurde. In den heutigen Nachrichten erfahre ich, dass die die Japaner und die Russen hundertprozentig hinter dem Dollar und den amerikanischen Anleihen stehen. Die Japaner sagen, ihr Vertrauen sei unerschütterlich".
Die Kommentare haben dazu beigetragen, die Anleihen wieder nach oben zu schicken... nachdem die Erträge auf die zehnjährigen Papiere in der vergangenen Woche die 4% erreicht hatten.
Gute Gründe für Japan und Russland an Aktien zu glauben
Aber glauben Sie ihnen? Bitte, liebe Leser, das wissen Sie besser. Die Japaner und die Russen besitzen die größten Berge amerikanischer Anleihen der Welt. Nur China hat noch mehr. Was würden Sie denn sagen, wenn sie Anleihen im Wert von 800 Dollar besitzen würden? Würden sie der Welt nicht auch erzählen, was das für eine großartige Anlagemöglichkeit ist.. und sie dann heimlich, still und leise verkaufen, wenn gerade niemand hinsieht?
Vermutlich wird die Regierung gezwungen werden, zu tun, was sie nicht tun will. Sie wird die Anleihen kaufen müssen, um die Zinssätze unten zu halten. Und dann werden sie noch mehr kaufen müssen... weil andere anfangen, ihre Anleihen zu verkaufen. Und zuletzt werden sie einen so großen Prozentsatz zu Geld machen müssen... dass sie damit schließlich dafür sorgen werden, dass die Inflation in den Himmel schießt.
Wann und wie es zu diesem finanziellen Drama kommen wird, wird die folgenden Newsletter in den kommenden Monaten beherrschen.