Zwei Indikatoren für eine Spekulation im Ölpreis
Daniel Wilhelmi in Profit Radar zum Thema Rohöl als Geldanlage
vom 6. Juni 2008, 19:00 Uhr
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Der Ölpreis steht weiter über 120 US$/Barrel, lange Zeit sogar über 130 US$. Ist dieser Preis fundamental gerechtfertigt? Nicht in diesen Höhen. Die Situation bei Öl hat sich im letzten halben Jahr leicht verschlechtert. Aber in keiner Weise sind diese fundamentalen Eckdaten so schlecht, dass sich der Ölpreis deshalb im letzten Jahr verdoppeln müsste.
Ein guter Indikator, dass wir derzeit im Ölpreis eine Abkoppelung der Börsenpreise von der fundamentalen Lage haben, geben Uran und die alternativen Energien. Ist Ihnen schon aufgefallen, dass der Uranpreis entgegen dem Ölpreis in diesem Jahr nur gefallen ist? Und das fast alle Solarwerte de facto nur seitwärts gelaufen sind?
Ein Kollege meinte letztens zu mir: „Daniel, dass macht doch keinen Sinn." Doch, es macht Sinn, wenn wir im Ölpreis eine Spekulation haben und die fundamentalen Fakten in Wirklichkeit keineswegs so dramatisch sind, wie es ein Ölpreis bei 130 US$/Barrel vermuten lässt.
Ich persönlich glaube, dass wir in den kommenden 5 Jahren Ölpreise von 200 US$/Barrel auf jeden Fall sehen werden. Vielleicht sogar noch schneller. Aber die aktuelle Aufwärtsbewegung ist überzogen. Trotzdem würde ich nicht dazu raten, auf einen fallenden Ölpreis zu spekulieren. Es ist zu risikoreich, sich gegen einen so starken Trend zu stellen.
Ich bevorzuge derzeit die Edelmetalle. Deshalb habe ich den Lesern des Emerging Markets Radar erst am Freitag einen lang laufenden Call auf Silber zum Kauf empfohlen. So sichern wir unser Depot gegen eine Bärenmarkt ab und profitieren gleichzeitig davon, wenn die Rallye beim Ölpreis (ob nun fundamental gerechtfertigt oder nicht) sogar noch weiter geht.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi