Zwei Drittel der Fonds fallen durch - Teil 2
Georg Pröbstl in Nebenwerte Daily zum Thema Fonds
vom 25. Juni 2007 17:00 Uhr
ENL5454
1) FPM Funds Stockpicker Germany (WKN 603328): +221,2 Prozent. Der Fonds ist allerdings inzwischen geschlossen und nimmt also keine neuen Gelder an.
2) DWS Aktien Strategie Deutschland (WKN 976986): +163,8 Prozent
3) DWS Select Invest (WKN 847656): +150,0 Prozent
4) Value Holings Capital Partners Funds (WKN A0B63E): +141,0 Prozent
Diese 4 Fonds ließen den DAX um 50, ja sogar mehr als 100 Prozentpunkte hinter sich. Was viele Anleger aber leicht vergessen: Hohe Performance wird oft mit hohem Risiko eingekauft. Sehen wir uns bei den 3 noch offenen Fonds einmal 2 Daten an: Die Volatilität, bei der viele von einem Risikomaß sprechen, und den maximalen Verlust. Die Volatilität zeigt Ihnen die Schwankungsbreite der Kurse, der maximale Verlust zeigt Ihnen, wie wertstabil ein Fonds beispielsweise in einer Korrektur- oder Schwächephase am breiten Markt gelaufen ist.
Die beiden Fonds von DWS kommen jeweils auf eine Volatilität um 15 Prozent. Der maximale Verlust in den letzten 3 Jahren lag bei beiden jeweils ziemlich genau bei 20,0 Prozent. Der Value Holdings Capital Partners Fund lag bei der Volatilität etwa bei 10 Prozent. Der maximale Verlust lag bei 12,4 Prozent.
Nehmen wir zum Vergleich einen Index-Tracker-Fonds der den DAX ziemlich exakt abbildet. Zum Beispiel WKN 593393. Dieser Fonds schaffte in den letzten 5 Jahren ein Plus von 79,1 Prozent. Volatilität und maximaler Verlust lagen jeweils ziemlich genau bei 14 Prozent.
Erstaunlicherweise bringt dabei ein Fonds wie der Value Holdings Capital Partners trotz niedrigerer Volatilität, also geringerem "Risiko", ein deutlich besseres Ergebnis als der Index-Tracker.
Wir lernen daraus: Volatilität ist nicht immer ein adäquater Maßstab für das Risiko. Aussagekräftig sind nämlich nicht unbedingt die Kursausschläge, sondern das fundamentale Risiko, dass in einer Aktien und damit im Portfolio steckt. Und das erkennen Sie an Bewertungskennziffern wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV und Kurs-Buchwert-Verhältnis KBV, der Eigenkapital-Quote und Dividendenrendite – genau die Kriterien nach denen ein Value-Fonds bzw. -Investor Aktien auswählt.
Wenn Sie sich Fonds als Beimischung ins Depot legen wollen, sollten Sie auch auf die Gebühren achten. Viele Fonds können Sie über die Börse kaufen und sparen so den Ausgabeaufschlag. Um Aktien-Fonds aber, die nachhaltig über Jahre hin, bei hoher Volatilität weit schlechter liefen als der Markt, können Sie getrost einen Bogen machen.
Ihr
Georg Pröbstl
ähnliche Beiträge:
- Zwei Drittel der Fonds fallen durch
- Worauf Sie bei Index-Tracker-Fonds achten müssen
- Bau und Maschinenbau – meine Favoriten laufen weiter - Teil 2
- Frachtaktien fallen
- „Energy Harvesting“ – Teil 2
- Aktienkultur in Deutschland – es tut sich einiges, nur die Privatanleger wollen (noch) nicht so richtig mitspielen - Teil 2