Zwangsverkäufe der Hedgefonds belasten auch den Goldpreis
Profit Radar zum Thema Fonds
vom 06. März 2007 19:00 Uhr
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Aber bei Gold haben wir so eine Anomalie: Schauen wir uns die Entwicklung an: Gold ist in der vergangenen Woche um knapp 40 US$ gefallen. Das wäre in Ordnung, wenn sich die fundamentale Situation bei Gold verschlechtert hätte. Doch was ist wirklich passiert: Die Börsen rund um den Globus sind eingebrochen, es wurden Terrorwarnstufen erhöht, einige Marktteilnehmer haben Angst vor einer Hedge-Fonds-Krise und in den USA gab es schlechte Wirtschaftsdaten.
Nehmen wir beispielhaft nur den letzten Punkt: Die US-Wirtschaftsdaten waren enttäuschend und deuten auf ein schwächeres Wachstum als erhofft hin. Das bedeutet, dass die FED vielleicht früher mit Zinssenkungen beginnen könnte, als ihr eigentlich liebt ist. Dieses Szenario wird gestützt durch die Einbrüche an den amerikanischen Aktienmärkten. Einen nachhaltigen Crash am Aktienmarkt kann sich die FED nach dem Platzen der Immobilienblase nun mal überhaupt nicht leisten. Denn die Rallye an den Aktienmärkten hat viele herbe Verluste im Immobiliensektor kompensiert (so wie es zwischen 2000-2003 umgekehrt war). Doch der Immobiliensektor hat sich noch nicht erholt und könnte einen Crash am Aktienmarkt nicht auffangen.
Die Risiken sind in den USA also durchaus hoch. Das klassische Mittel der FED gegen einen kollabierenden Aktienmarkt bzw. eine sich abschwächende Wirtschaft: Zinssenkungen. Zinssenkungen bedeutet aber, dass mehr Geld in den Markt gepumpt wird, was wiederum die Inflationsgefahr erhöht. Und was steigt, wenn die Inflationsgefahr anzieht? Richtig, der Goldpreis als sicherer Hafen.
Sie sehen: Die fundamentalen Entwicklungen der letzten Woche rechtfertigen also nicht einen Rückgang im Goldpreis, sondern hätten eigentlich sogar zu einem Anstieg des Goldpreises (und damit auch des Silberpreises) führen müssen.
Das es nicht so gekommen ist, liegt an den Zwangsverkäufen der Hedge Fonds, um ihre Kredite zu bedienen. Der Kursverlust bei Gold hat also nichts mit der fundamentalen Situation zu tun. Deshalb werden sich der Goldpreis und der Silberpreis auch wieder schnell erholen, wenn die externen Faktoren (die Zwangsverkäufe) ausgelaufen sind. Aber: Da niemand weiß, wann das sein wird, müssen solche Spekulationen auf Anomalien immer mittelfristig angelegt sein. Niemals kurzfristig.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi