Zurück zum Wesentlichen – Teil 1
Puru Saxena in Traders Daily zum Thema Rohstoffe
vom 4. Juli 2008, 12:00 Uhr
ENL5462
Ich kaufe Rohstoffe seit 2001.
Davor waren Rohstoffpreise billiger als je zuvor in der Geschichte des Kapitalismus.
Und jetzt im Schnellvorlauf in das Jahr 2008: die Preise der Rohstoffe steigen in Richtung Himmel, Geld beginnt in diesen Bereich zu strömen und den Investoren beginnt dieser Boom in die Augen zu fallen. Wie also soll es weitergehen? Ich beobachte, dass die gegenwärtige Hausse noch in Kinderschuhen steckt und die Grundlagen deuten darauf hin, dass sie noch eine Weile anhalten wird. Egal ob Lebensmittel, Wasser, Energie oder Metall; es ist immer die gleiche Geschichte. Das Angebot kann die steigende Nachfrage nicht decken.
Zu den Lebensmitteln - Bereits im Sommer 2005 empfahl ich die Landwirtschaft als eine große Möglichkeit. Seitdem sind die Preise gestiegen und nun sehen wir erstmals Anzeichen, die darauf hindeuten, dass die landwirtschaftliche Produktion ihren Gipfel erreicht hat. In einigen Regionen der Welt wurde der Gipfel bereits 1990 erreicht. Südasien hat zum Beispiel aufgrund von Bodenerosion rund 50% an Ackerland verloren und China ebenso 27%. Der asiatische Riese wird weiterhin jährlich um die 2500 km2 Ackerland an Umwelteinflüsse und Verstädterung verlieren!
Nach Angaben der Welternährungsorganisation der UN erleben gegenwärtig 36 Länder eine Nahrungsmittelkrise und Millionen Menschen sind von einem Hungertod bedroht. Wenn Lebensmittel knapper werden, kämpfen diese Länder für die Versorgung und sie versuchen ihr Bestes, um die eigene Bevölkerung vor den steigenden Nahrungsmittelpreisen zu schützen.
Traditionelle Nahrungsmittelexporteure wie Argentinien, Russland, China, Indien, Ägypten, Vietnam und Kasachstan haben ein Exportlimit oder hohe Ausfuhrzölle eingeführt, um der inländischen Inflation und sozialen Unruhen vorzubeugen. Wir konnten bereits Lebensmittelaufstände in Mexiko (die so genannte Tortilla-Krise), China, Indonesien, Haiti und auf den Philippinen beobachten. Wenn ich mit meiner Einschätzung richtig liege, dann ist dies nur ein erstes Anzeichen für das, was in naher Zukunft auf uns zukommt.
Einer der Gründe für die steigenden Lebensmittelpreise sind die veränderten Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung Chinas. Heute isst man in China weitaus mehr Fleisch und die zunehmende Rinderzucht erfordert viel mehr Wasser als der Anbau von Getreide. Je mehr Wasser für die Viehzucht benötigt wird, desto weniger ist für die Landwirtschaft verfügbar.
Die Landwirtschaft ist der größte Wasserkonsument weltweit. 70% des Wassers wird von der Landwirtschaft verbraucht. Hier einige Fakten:
Man benötigt rund 1000 Liter Wasser, um ein Kilogramm Brot zu produzieren. Ungefähr 260m3 Wasser braucht ein Vegetarier pro Jahr. Je mehr Fleisch ein Mensch isst, umso höher ist sein Wasserverbrauch.
Ackerland schwindet mit der Folge, dass die Pro-Kopf-Fläche an Ackerland den letzten 40 Jahren von 0,45 auf 0,25 Hektar in zurückgegangen ist
Um die Anbauflächen effektiver bewirtschaften zu können, nutzen die Landwirte immer mehr Dünger, Pestizide und genverändertes Saatgut.
Wasserknappheit wird ein ernsthaftes Problem für die wachsende Lebensmittelherstellung weltweit, vor allem wenn sie mit dem steigenden Wasserverbrauch der sich vergrößernden Städte konkurrieren muss.
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