Zur Senkung des US-Ratings
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Ratingagenturen
vom 18. August 2011, 07:30 Uhr
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Da hat also S&P das Rating der USA gesenkt. Von "AAA", welches die USA 70 Jahre hatten, auf "AA+". Die Erhöhung der Schuldenobergrenze änderte daran nichts. Analysten sagten, dass dieser Downgrade die Kosten neuer Schulden für die US-Regierung erhöhen könnte, was Milliarden Dollar an höheren Zinskosten bedeuten könnte.
Das könnte auch zu höheren Kosten für neue Kredite von Unternehmen und privaten Haushalten führen. Der Downgrade könnte auch Auswirkungen haben auf Gemeinden und Bundesstaaten, die von Überweisungen der US-Bundesregierung abhängig sind. Beispiel Washington, metro area. Die Kreditkosten für Schulen und Parks werden potenziell steigen.
Analysten sagen, dass die unmittelbaren Auswirkungen des Downgrades wahrscheinlich nur moderat sein werden, weil die Märkte diesen Schritt von S&P seit Wochen erwarten.
Doch was passierte an den Märkten? Die Kurse brachen überraschend stark ein!
Auch in Europa. Da wollte die EZB zur Rettung eilen. Sie sagte, dass sie ein Anleihen-Kaufprogramm "aktiv implementieren" würde, um Investoren zu beruhigen, die sich Sorgen machen, dass Italien und Spanien ihre Schulden nicht mehr bedienen können. Diese Sorgen waren mitverantwortlich dafür, dass an den Aktienbörsen eine Marktkapitalisierung von weltweit 1,5 Billionen Dollar vernichtet wurde.
Aber es gibt auch interessante Stories, die nicht auf den Titelseiten der Zeitungen stehen. Zum Beispiel meldete die New York Times dies: "...mehrere Politiker haben öffentlich in Frage gestellt, ob die Rating-Agenturen die Kompetenz haben, die Finanzen des Landes zu bewerten, und ob es passend für diese sei, so tief in die Diskussionen der Fiskalpolitik involviert zu sein."
Kurz gesagt: Diese Politiker waren entrüstet. Sie dachten, dass sie die Rating-Agenturen "gekauft" hatten, als sie einen großen Teil der Wall Street dank der bailout-Zahlungen übernommen hatten. Sie fühlten sich so, als ob sie betrogen worden waren.
Die US-Regierung hat Billionen ausgegeben, um die Autohersteller und großen Banken zu "retten". Da diese beiden Bereiche jetzt davon abhängen, dass die Politik sie stützt, sind deren Vertreter nun glücklich, die Politiker zu unterstützen. Egal, wie absurd deren Pläne sein mögen. Deshalb sind die Automobilhersteller nun freudig mit ihm Boot, als es um die neuen staatlichen Pläne zur Verbesserung der Effizienz von Motoren geht (mehr Meilen pro Gallone Benzin). Als es vor vier Jahren ähnliche Maßnahmen gab, da waren die Automobilhersteller strikt dagegen. Dieses Mal - und einen großen bailout später - spielen sie mit.
Wer die Musik bezahlt, bestimmt, was gespielt wird!
Die Regierung dachte, sie habe genug bezahlt, um auch die Rating-Agenturen auf ihrer Seite zu haben. Offensichtlich nicht. Sie müssen einen anderen Weg finden, um die gefügig zu machen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Franz Steinbauer (18.08. 2011 07:52 Uhr):
Im alten Persien wurden die Überbringer der schlechten Botschaften auch hin und wieder einen Kopf kürzer gemacht. Man sollte meinen, dass es heutzutage etwas rationaler zugeht. Weit gefehlt! Statt sich um die Probleme zu kümmern, wird wieder einmal der Überbringer der schlechten Nachrichten geprügelt. Im übrigen wäre die Lage ohne die Ratingagenturen, die dem tumben Treiben der Politiker und der Notenbanken sowieso viel zu lange schon tatenlos zugesehen haben, wahrscheinlich noch katastrophaler, da die Stimmung an den Märkten dann nur noch von der Gerüchteküche dominiert würde.
Antworten - Kommentar von Hartmut Fischer (18.08. 2011 09:23 Uhr):
Wer die Politiker "sponsort", bestimmt, was die ihre Bürger bezahlen lassen!
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