Zur fortgesetzten Zombifizierung der US-Wirtschaft
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 10. November 2011, 07:30 Uhr
ENL5454
Ich habe mich mit der "Zombifizierung" der US-Wirtschaft beschäftigt. Große Bereiche der Wirtschaft - Finanzindustrie, Gesundheitssektor, Bildung und Verteidigung - sind von Zombies übernommen worden. Parasiten, deren wirkliche Absicht es ist, sich selbst Reichtum zukommen zu lassen, von dem Teil der Wirtschaft, welcher produktiv bleibt.
Während die Wirtschaft immer mehr zombifiziert wird - das heißt der Teil wächst, der von diesen nicht-produktiven Bereichen dominiert wird - bleiben weniger Ressourcen für den produktiven Teil. Und wenn der produktive Teil schwächelt, dann wirkt sich das sofort auf die Fähigkeit der gesamten Volkswirtschaft aus, realen Reichtum zu schaffen. Oder aus ihren Schulden herauszuwachsen.
Ein wie großer Teil der US-Wirtschaft ist jetzt in den Händen der Zombies?
Cindy Williams vom MIT Security Studies Program hat berechnet, dass die USA nun rund 6,2% ihres Bruttoinlandsproduktes (BIP) für "Verteidigung" und damit zusammenhängende Aktivitäten ausgeben, darunter "homeland security", Ausgaben für Veteranen und Geheimdienste. Sie versuchte nicht, herauszufinden, wieviel die Nation effektiv in diesem Bereich ausgeben könnte - nur das, was sie sich leisten kann. Das, so berechnete sie, sei ein Wert zwischen 2,1% und 3,4% des BIP.
Wenn das stimmt, dann könnte ich sagen, dass rund 3% des BIP in den USA entweder unnötig verschwendet wird - oder wir Amerikaner (ich bin ja selber einer) können es uns einfach nicht leisten. Und das sind direkt einmal 450 Milliarden Dollar.
Teurer Gesundheitssektor
Dann zum Gesundheitssektor. Wir können annehmen, dass der gesundheitliche Standard in den Ländern akzeptabel ist, wo die Menschen mehr oder weniger so leben wie die Amerikaner...und tendenziell länger leben. In diesen Ländern - größtenteils in Europa - liegen die Gesundheitsausgaben rund halb so hoch wie in den USA. Das bedeutet Mehrausgaben für die USA von rund 2.500 Dollar pro Person oder 5% des BIP...und da sprechen wir von rund 750 Mrd. Dollar.
Bildungssektor - Faß ohne Boden
Die Bildungsausgaben sind real gesehen in den USA nun doppelt so hoch wie sie früher waren - als die Studenten und Schüler die gleichen Noten erhielten. Die USA geben derzeit rund 6% des BIP für Bildung aus. Wenn mit der Hälfte die gleichen Ergebnisse erzielt würden, dann suggeriert das, dass weitere 3% des BIP verschwendet werden. Das sind weitere 450 Mrd. Dollar.
Nun zum Finanzsektor. Es ist unmöglich, zu messen, ein wie großer Teil davon seine Existenzberechtigung hat und bei welchem Teil es nur um Geldscheffeln und Schulden aufladen geht. Aber ich werde es schätzen. 1940 lag der Anteil der Finanzindustrie an der Volkswirtschaft bei 2%. Bis 1960 war der Wert auf 3% gestiegen. Heute sind es 8% oder 9%.
Zum ersten Teil von: Italienische Staatsanleihen im freien Fallähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Esther Brunner (10.11. 2011 09:01 Uhr):
Gehe ich richtig, also grob gesehen gehen zwei drittel in Verdeidigungs,Bildungs und Finanzsystem und ein drittel ins Gesundheitssystem. Da für mich Bildungs, Finazsystem mit dem Verteidigungssystem einen Kreis bilden. Sind das ja "tolle Aussichten" für die Zukunft.In Europa werden wir vermutlich nicht sehr weit davon abweichen.
Antworten - Kommentar von Johannes Feiber (10.11. 2011 21:28 Uhr):
Hallo, sehr aufschlussreich ihre Darlegung über die Geldverschwendung durch die Zombifizierung. Ich denke das auch in Deutschland ein Prozess der Zombifizierung eingesetzt hat; Gründung vieler neuer Ministerien, Lobbyisten in der Politik usw. Es kommt wohl wie es kommen muss, der klein Mann muss wohl wie immer die Zeche zahlen. Vielen Dank für ihre guten Beiträge. J. Feiber
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