Zur Berechnung der US-Inflationsrate
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Paris in Investors Daily
vom 21. Juni 2004 18:00 Uhr
ENL5454
*** Warum wirken sich die Energie- und Nahrungsmittelpreise so stark aus, wenn es um die Berechnung der US-Inflationsrate geht? Uns wird gesagt, das sei so, weil die Terroristen Ölpipelines in die Luft jagen. Der Ölpreis ist stark gestiegen ... aber vielleicht nicht dauerhaft. Aber es gibt noch einen anderen Grund. Indien, China und andere asiatische Produzenten kaufen Nahrungsmittel und Öl. Sie verkaufen Autos und Kühlschränke ... und viele andere Dinge, deren Preise zur Berechnung der amerikanischen Inflationsrate herbeigezogen werden.
Das ist der aktuelle Effekt der Globalisierung, liebe(r) Leser(in). Die USA treten jetzt mit der ganzen Welt um Rohstoffe wie Erdöl in Konkurrenz. Und auch das Angebot an billigen Arbeitskräften trägt nicht besonders viel dazu bei, die Preise sinken zu lassen. Denn beispielsweise ist der Ölmarkt eine kapitalintensive Industrie ... und keine arbeitsintensive.
Aber der Output der asiatischen Fabriken ist arbeitsintensiv. Und da sich ein immer größerer Anteil an der weltweiten Industrieproduktion nach Asien verlagert, führen die relativ niedrigen Löhne dort zu niedrigeren Preisen bei Fabrikgütern.
Wenn die amerikanischen Konsumenten aufhören würden, diese Güter zu kaufen, dann würden deren Preise frei fallen. Der Bau von neuen Fabriken und neuer Infrastruktur in Asien würde sich verlangsamen oder ganz aufhören. Und auch die Rohstoffpreise würden fallen.
Aber was ist das? Der Kupferpreis und der Preis von anderen Rohstoffen ist gefallen. Dabei wird Kupfer für fast alles gebraucht. Und was ist das? Der weltweit größte Verkäufer von in Asien hergestellten Waren ist Wal-Mart. Und die Wal-Mart Aktien scheinen ihren Zenit überschritten zu haben.
Könnte es sein, dass die amerikanischen Konsumenten letztlich ... endlich ... wirklich ... ehrlich ... ihre Konsumausgaben zurückfahren?
*** Was für ein glorreicher Tag!
Letzten Freitag war der Jahrestag der Schlacht bei Waterloo, die im Jahr 1815 stattfand (siehe dazu mein nächster Beitrag).