Zunehmende Volatilität
Martin Weiss in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 25. Januar 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
In der vergangenen Woche war es nun so weit. Die Party an den Aktienmärkten ging endgültig zu Ende und die Investoren blicken nervös einer äußerst ungewissen Zukunft entgegen.
Viele Anleger wurden wohl von der überfälligen Korrektur am Aktienmarkt kalt erwischt. Und insofern ist es nicht verwunderlich, wenn es auch in den nächsten Tagen weiter hochvolatil zur Sache gehen wird.
Negative Wochenbilanz
Alles in allem verlor der deutsche Leitindex in den letzten fünf Handelstagen 3,1 Prozent und ging unter der Marke von 5700 Punkten aus dem Handel. In den USA gab der marktbreite S&P 500 fast vier Prozent auf 1091 Punkte nach. Nippons Leitindex büsste ebenfalls fast vier Prozent ein. Der Endstand am Freitag lag bei 10590 Yen.
Zunehmende Volatilität
Auffällig war, dass in jüngster Vergangenheit die Volatilität deutlich zunahm. In Frankfurt schoss der Vola-Index für den deutschen Leitindex um 25 Prozent nach oben. In New York ging am Freitag der VIX bzgl. des S&P durch die Decke. Ein Plus in Höhe von 22,63 Prozent an nur einem Handelstag spricht für sich. Vom Dienstag weg betrug der Anstieg gar fast 56 Prozent (von 17,42 auf 27,32).
Weitere Marktschwäche zu erwarten
Es wäre alles andere als überraschend, wenn die Aktienmärkte weiter schwach bleiben würden. Insofern ist es ratsam, evtl. noch bestehende Engagements zu überprüfen und sich weiter auf Sondersituationen bzw. Branchen zu konzentrieren, die relativ unabhängig von der Entwicklung des Gesamtmarkts sind. Trotz der lausig tiefen Zinsen empfiehlt es sich, den Cash-Anteil zu erhöhen.
Ende der Bailout-Manie
Neben der generellen Überbewertung des breiten Aktienmarkts kommt hinzu, dass nun auch zunehmend politischer Gegenwind - vor allem für die Banken - eher weniger stützend wirken wird. Anders formuliert, die Bailout-Manie der Vorjahre kommt an ein Ende und Präsident Obama könnte gerade mit Paul Volcker als Berater einen Richtungswechsel vollziehen. Es ist wenig wahrscheinlich, dass die Märkte Obamas bzw. Volckers Pläne zur stärkeren Kontrolle der Banken schnell abschütteln werden.
Gedrückter Goldpreis
Auch der Goldpreis konnte sich der allgemeinen Schwächephase kaum entziehen. Eine Feinunze Gold kostet 1091 Dollar bzw. 774 Euro. Gut möglich, dass die Konsolidierung noch eine Weile anhält. Fraglich bleibt aber, ob es noch einmal in Richtung 950 Dollar gehen wird. Es ist nicht unratsam, den physischen Goldanteil gerade in der gegenwärtigen Konsolidierung weiter auszubauen. Vielleicht gelingt es ja tatsächlich, noch einmal um die 1000 Dollar zuschlagen zu können.
ähnliche Beiträge:
- Volatilität VIX: aktuell ein außergewöhnlicher Abschwung
- Mein Favorit s Produkt bei fallenden Kursen
- Zugrunde liegende Theorien der Rohstoffmärkte
- Volatilität nimmt stark ab
- Volatilität zeigt: Anleger neigen zu Vergesslichkeit
- S&P 500: Unglaubliche Volatilität
- Sind Discount-Zertifikate derzeit attraktiv?
- Ängste, hohe Volatilität....
- Das Stillhaltergeschäft – nicht nur was für Profis
Artikel weiterempfehlen