Zum Wochenauftakt ein Schwächeanfall
Katja Kram in Insider Daily
vom 9. März 2009, 14:30 Uhr
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die Tatsache, dass der Dow Jones am Freitag mit 0,49% Plus bei 6.626 Zählern freundlich ins Wochenende gegangen ist, kann die neuerliche Abwärtstendenz des deutschen Leitindex zum Wochenstart leider nicht abfangen. Dabei sah es am Freitag zwischenzeitlich noch ganz gut aus, im Tagesverlauf konnte der DAX ca. 2% zulegen. Leider hatte dieses Kurspolster bis zum Handelsschluss keinen Bestand mehr. Mit 3.666 Punkten und einem Minus von 0,79% verabschiedete sich der DAX am Abend ins Wochenende.
Talfahrt wird fortgesetzt
Insgesamt war die vergangene Woche an den Aktienmärkten eine harte Zerreißprobe für Anleger. So gab der DAX im Wochenverlauf um rund 5% nach und erreichte dabei die Tiefstände aus dem Jahr 2004. Dabei scheint das nicht das Ende der Fahnenstange zu sein. Die Talfahrt geht ungehindert weiter, zum Wochenauftakt erlitt der deutsche Leitindex abermals einen Schwächeanfall - im Lauf des Montagvormittags ging es hier um rund 1,4% bergab.
Schwache Vorgaben aus Japan
Grund für die Verunsicherung sind die Nachrichten aus dem "Land der Aufgehenden Sonne" Der japanische Nikkei-Index ging mit 7.068 Punkten und 1,2% Minus aus dem Handel - diese negative Niveau erreichte er zuletzt vor 26 Jahren. Vermutlich wurde der Kurseinbruch am Nikkei durch die miserablen Exportzahlen in Japan ausgelöst. So wurde zum ersten Mal seit 13 Jahren mehr Waren importiert als exportiert. Besonders hart triff es die Automobilhersteller, die am meisten unter der Absatzkrise zu leiden haben. Als Folge dessen standen Autotitel wie Toyota, Nissan und Honda auf der Verkaufsliste. Zudem trennten sich die japanischen Anleger zuhauf von Finanztiteln.
Hoffen und Bangen im Finanzsektor
Aber während man in Übersee das Vertrauen in Finanzwerte verloren, stellt sich hierzulande ein ganz anderes Bild dar. Titel wie Deutsche Bank und Deutsche Postbank konnten heute deutlich zulegen. Die positiven Aussagen von Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann zum ersten Quartal machten den Anlegern etwas Mut. Wie er in einem Exklusiv-Interview mit dem "Handelsblatt" sagte, hätte sich die Deutsche Bank in den ersten zwei Monaten des Jahres 2009 "gut geschlagen". Er sagte: "Wir hatten bis Ende Januar 2,8 Milliarden Euro an Erträgen. Der Februar hat diese Entwicklung in der Tendenz bestätigt." Diese Aussage sorgte allerdings nur teilweise für gute Stimmung. Denn andere Titel - wie die der Versicherer Allianz und Münchener Rück stehen bei Aktionären aktuell auf der "Abschussliste".
Momentan sorgt noch die Deutsche Postbank für jede Menge Gesprächsstoff. Nicht nur das es aktuell mit dem Aktienkurs des Bankinstituts um fast 5% nach oben geht, nein hier werden heute die mit Spannung erwarteten Jahreszahlen für 2008 bekannt gegeben. Für alle anderen Titel des Deutschen Leitindex bleibt zu hoffen, dass im Lauf des Tages ein wenig Ruhe einkehrt.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in eine neue Börsenwoche.
Ihre
Katja Kram