Zum Sparplan Greichenlands
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Kapitalschutz
vom 4. März 2010, 14:30 Uhr
ENL5462
so ist das mit den Sünden: Man kriecht zu Kreuze, beichtet seine Sünden, gelobt Besserung, geißelt sich und erhält dann die Absolution. Im Falle Griechenlands läuft es in etwa in diesem Schema. Ein Land lebt über Jahre über seine Verhältnisse, vertuscht dieses Leben durch aufgehübschte Ergebisse gegenüber dem "Chef EU" und fällt kurz vor dem Kollaps auf die Knie, beichtet und bittet um Hilfe. Doch niemand will helfen, denn nicht nur Griechenland steckt in der Krise. Überall in der Europäischen Union brennt es. Also will und kann man nur helfen, wenn Griechenland mit der Geißelung bei sich selbst anfängt. Nun hat sich Griechenlands Regierung fleißig "gegeißelt". Die "Geißelung" heißt Sparplan. Und gestern zog Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou mit den Ergebnissen eben jenes Sparplanes vor den Richter - die Bürger der EU.
Mit einem drakonischen Sparprogramm beugt sich das hoch verschuldete Griechenland dem Druck seiner Union. Insgesamt 4,8 Mrd. Euro will Hellas in diesem Jahr einsparen. Dafür erhöht die griechische Regierung die Mehrwertsteuer von 19 auf 21 Prozent. Die Gehaltszuschläge im öffentlichen Dienst sollen in diesem Jahr um 30 Prozent gekürzt und die staatlichen Pensionszahlungen eingefroren werden.
Mit den Maßnahmen sollten die Haushaltsziele für dieses Jahr erreicht werden. Weitere Maßnahmen sollen folgen - und sie müssen folgen. Griechenland hat ein Staatsdefizit von 12,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und soll es binnen eines Jahres auf 8,7 Prozent senken - erlaubt sind in der EU nur drei Prozent. Es muss also weitergehen.
Doch der erste wichtige Schritt ist gemacht: Das Kabinett in Athen brachte ein straffes Paket auf den Weg und kassierte dafür viel Applaus aus dem Ausland, auch von deutscher Seite. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) begrüßte die Sparankündigungen. Die Beschlüsse des griechischen Kabinetts "gehen in die richtige Richtung und verdienen unseren Respekt", sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Griechenland zeige damit "Verantwortung für Europa und die gemeinsame Währung".
Als "starkes Signal" wertete EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso das neue Sparprogramm. Auch unsere Kanzlerin, die am Freitag Besuch von Papandreou erhält, ist meiner Meinung und bezeichnet die griechischen Beschlüsse als "wichtigen Schritt".
Bitte an Deutschland: Moralische Hilfe statt Geld!
Mit Geld aus Berlin darf der griechische Ministerpräsident auf die Schnelle dennoch nicht rechnen, das verdeutlichte Merkel am Mittwoch auch. "Es geht, das will ich ausdrücklich sagen, nicht um Hilfsmaßnahmen", so die Kanzlerin über das deutsch-griechische Gespräch am Freitag.
Geht es nach dem griechischen Parlamentspräsidenten Philippos Petsalnikos braucht Athen ohnehin nicht das Geld der Deutschen, sondern eher moralische Hilfe. "Wir Griechen erwarten nicht, dass die Deutschen uns "retten". Diese Aufgabe haben wir uns zunächst einmal selbst gestellt", schreibt Petsalnikos unter dem Titel "Liebe Deutsche!" in einem offenen Brief im stern. "Nicht Euer Geld, sondern Eure Solidarität und Eure Unterstützung braucht Griechenland, um die Angriffe der internationalen Spekulanten abwehren zu können. Wenn Griechenland ihnen zum Opfer fällt, ist es ein erster Dominostein."
Ob es tatsächlich nur moralischer Beistand ist, den Papandreou morgen bei Frau Merkel erbittet? Wir werden es sehen.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag.
Ihre
Cindy Bach
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Manfred Rummel (04.03. 2010 17:52 Uhr):
Finanzielle Hilfe aus D ist völlig falsch, nachdem D seit Jahren der absolute Zahlmeister der EU ist, zum Nachteil des Deutschen Volkes. D hat nicht für die Misswirtschaft der Griechen aufzu-kommen.
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