Zum Silber ... und Anna Schnidenwind
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Silber als Geldanlage
vom 24. April 2006 12:00 Uhr
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*** Nochmal zum Silber, denn da ging es letzte Woche Donnerstag/Freitag ja recht turbulent zu.
Ich hatte dazu Freitagmittag den Abonnenten meines kostenpflichtigen Börsendienstes "Rohstoff Signale" meine Einschätzung geschickt. Was ich hier im Trader's Daily machen kann: Ich kann Ihnen genau dieselbe Einschätzung mitteilen, allerdings ohne konkrete Schlussfolgerung/Empfehlung (denn die muss den zahlenden Abonnenten vorbehalten bleiben, die kann ich ja nicht kostenlos rausgeben). Also, das schrieb ich am Freitag:
Ich war gestern den ganzen Tag offline, da auf einem Seminar. In der Kaffeepause diskutierte ich wie so oft mit meinem Kollegen Jochen Steffens über die Entwicklung an den Märkten. Beim Silber waren wir uns einig: Der Kurs ist kurzfristig heiß gelaufen. Die Nachricht, dass in den USA ein Silber ETF (eine Art Fonds) aufgelegt werden soll und nun kurz vor der Genehmigung steht, ließ den Silberkurs kurzfristig richtig heiß laufen. Wir waren beide der Ansicht, dass hier die alte Börsenweisheit "buy on the rumour, sell on the fact" greift, bzw. zu deutsch "das Gerücht kaufen, die Nachricht verkaufen".
Schließlich dürfte die Bank, die den Silber ETF emittiert, das notwendige Silber bereits gekauft haben. Die reine Genehmigung des Silber ETF – so gut wie sicher – wird deshalb nicht zu einem unmittelbar darauf folgenden Silber-Nachfrageschub führen.
Deshalb war ich gestern der Ansicht, dass sich nun – wahrscheinlich unmittelbar vor Bekanntgabe der Genehmigung des Silber ETFs – ein kleiner Silber Short-Trade anbieten würde. D.h. ein Schein, mit dem wir von einer kurzen Korrektur profitieren.
Was meinen Sie, wie ich mich geärgert habe, als ich gestern Abend nach Hause gekommen bin und einen entsprechenden Schein raussuchen wollte ... und dann gesehen habe, dass Silber gestern um 13 % eingebrochen ist! Hätte dieser Einbruch nicht 24 Stunden später stattfinden können ...
Nunja, hätte und wäre sind Worte, die man an der Börse oft hört ... aber weiter bringt es einen nicht. Was bedeutet diese neue Situation?
Die kurzfristige Korrektur ist da, und wie beim Silberpreis üblich dürfte sie sich auf insgesamt ca. 20 % belaufen. Das ist nichts Besonderes, denn wenn Silber korrigiert, dann geht es meist direkt 20 % runter (sehen Sie sich einen Silberchart an, und Sie wissen, was ich meine). Jetzt noch mit einem Short-Zertifikat einzusteigen, ist mir nach dem gestrigen Kurssturz allerdings zu heiß. Ich möchte stattdessen so vorgehen (und hier muss ich abbrechen, diese Information muss den zahlenden Abonnenten von "Rohstoff Signale" vorbehalten bleiben).
*** Am 24. April 1751 ...
Die letzte Hexenverbrennung in Deutschland fand genau heute vor 255 Jahren statt.
Es ist ja ein verbreiteter Irrglaube, zu denken, dass die Hexenverfolgungen ein Phänomen des düsteren Mittelalters gewesen sind. Nein, mitten in der "Frühen Neuzeit" fanden sie statt.
Letztes Opfer in Deutschland: Anna Schnidenwind.
Ort: Keineswegs ein abgelegenes, zurückgebliebenes Kaff ... sondern das beschaulich-geordnete Städtchen Endingen am Kaiserstuhl, damals ein Verwaltungszentrum des habsburgischen Vorderösterreich (dieser Teil Badens gehörte damals zu Österreich). Die österreichische Herrscherin Maria Theresia hatte die Hexenverfolgungen in Österreich zwar strikt verboten – in Endingen wurde das allerdings offensichtlich ignoriert.
Heute herrscht in der Verwaltung Endingens zum Glück ein anderer Geist: Im Ort gibt es das absolut sehenswerte "Hexenmuseum", welches dies Hexenverfolgungen aufarbeitet (sehr gut gemacht, in einem Keller mit bedrückender Atmosphäre, war selber dort.) Nicht vergessen werden sollte, dass in Deutschland Zehntausende Frauen aufgrund absurder Vorwürfe VERBRANNT worden sind (wenn sie "Glück" hatten, wurden sie vor dem Verbrennen erdrosselt).
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche,
Michael Vaupel