Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Aktien
vom
Bezüglich dieses Börsenganges von Facebook.... Die Idee besteht darin, eine Menge Aufregung zu erzeugen...eine Raserei...damit die Menschen begierig sind, diese Aktien zu bekommen. Und mit all diesen Facebook Nutzern, die Facebook so sehr „liken" und denken, sie können einen gute Investition erkennen wenn sie eine sehen, wird es ein Leichtes sein, einen Kaufrausch zu erzeugen. Außerdem weiß jeder, dass Aktien bewusst preislich tiefer angesetzt werden, als ihre Hintermänner glauben für sie bekommen zu können. Das bewirkt, dass der Aktienkurs gleich nach dem Börsengang in die Höhe schießt.
Natürlich wurde die Verteilung streng kontrolliert. Man musste ein Insider sein, um Aktien zu 38 Dollar zugeteilt zu bekommen. Theoretisch (vor dem Börsengang) war die Überlegung so: Sagen wir, Sie kaufen sie bei etwa 40 Dollar.. dann erwartet man, dass sie mit dem oben genannten „pop" auf 50 Dollar schießen. Wenn es so läuft wie erwartet, machen sie einen Gewinn von 10 Dollar pro Aktie. Das ist eine Menge Geld. Einfaches Geld. Also wollen alle Insider ein Stückchen vom Kuchen abhaben.
Aber wie wird man zu einem „Insider"? Man muss ein Freund von Morgan Stanley sein. Was man wird, wenn man diesem Broker hilft, Geld zu machen. Wie? Zum Beispiel kann man ein Hedgefonds sein, welcher viele Trades über diesen Broker abwickelt. Solche Stellen verdienen Geld. Die kleinen Kunden von Morgan Stanley hingegen nicht. Sie zahlen für jede Transaktion ordentlich. Aber wer schert sich schon um die?
Jeder ist davon überzeugt, dass man mit kaufen, verkaufen und mit dem Traden von Investments Geld verdient. Solange diese Illusion am Leben bleibt, ist die Wall Street glücklich. Die Verbraucher sind auch glücklich...mehr oder weniger. Sie nehmen an dieser Illusion teil - sie versuchen alle Geld mit nichts tun zu verdienen.
Auf diese Weise - gute Beziehungen zu den Konsortialbanken - konnten etwa 50 Millionen Aktien an diese Insider ausgehändigt werden. Nehmen wir an, dass diese nach einem „pop" um 10 Dollar gestiegen wären. Das hätte dann einen Gewinn von einer halben Milliarde bedeutet...in nur wenigen Stunden.
Dan Ariely erklärt:
Morgan Stanley und der Rest der involvierten Investment-Banken werden....dafür sorgen, dass ihre Lieblings Fondsmanager Klienten „Freunde" eine Menge kostenloses Geld erhalten werden. Angenommen, dass diese „Freunde" 75% der gesamten IPO-Aktien oder 291 Millionen Aktien, und angenommen die Aktie steigt von 40 auf 50 Dollar, dann werden diese Manager zusammen, an nur einem Tag, 2,9 Milliarden Dollar verdienen. Jawohl, 2,9 MILLIARDEN DOLLARS.
Ok, so kam es dann nicht, da der Facebook-Kursverlauf nach der Zuteilung der Aktien eher enttäuschend war.
Woher und aus wessen Taschen wäre ansonsten das Geld gekommen?
Nun ja, bedenken Sie den Weg des Geldes... Nehmen wir an, Sie besitzen eine sehr teure Immobilie an einer Uferpromenade und Sie heuern einen Makler an, diese für Sie zu verkaufen. Nach Erkundung des Marktes und einigen Interessentenanfragen, sagt Ihr Makler, dass 10 Mio. Dollar ein guter Preis für Ihr zu Hause sei. Sie treffen die potentiellen Kunden und beschließen, es für 10 Millionen Dollar zu verkaufen. Nachdem Sie die 1 Millionen Dollar Provision an ihren Makler gezahlt haben, bleibt Ihnen ein Nettoerlös von 9 Millionen Dollar.
Eine Stunde später fahren Sie an dem Haus vorbei und sehen ihren Makler in der Auffahrt wie er mit anderen Leuten einen Handschlag macht. Sie gehen also hinüber um zu sehen, was da abläuft und was sie herausfinden ist, dass die Leute, denen Sie gerade Ihr Haus für 10 Millionen Dollar verkauft haben, enge Freunde des Maklers sind. Zu Ihrer Bestürzung finden Sie auch heraus, dass diese engen Freunde gerade ihr (Ex-)Haus an andere weiter verkauft haben, für 15 Millionen Dollar.
Exakt das gleiche Spiel geht hier auch vor sich...in der Zeit, in der Sie um den Block fahren, haben diese Leute ihre Aktien für einen höheren Preis weiterverkauft.
Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber ich finde das alles ziemlich deprimierend.
Das Ende der Mittelschicht
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- Kommentar von Albert Karl
Warum denn deprimierend, Herr Bonner?! Ansonsten gehören Sie doch auch zu den Menschen, die den reinen Kapitalismus anhimmeln!
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