Zum Ende des ersten Quartals 2008 – Teil 2
Byron King in Traders Daily
vom 14. April 2008 12:00 Uhr
ENL5454
Es ist offensichtlich, dass ein so großer Teil der alten Art, Geschäfte zu machen – ganz besonders im Bereich des Geldverleihs – bis ins Mark verdorben ist. Meiner Ansicht nach, fängt das schon beim Dollar selbst an.
Der Dollar hat schon seit Jahrzehnten stetig an Wert verloren, so dass die Inflationserwartungen einen Teil des weltweiten Bewusstseins ausmachen. Das heißt, dass allein wegen des langfristigen Rückgangs des Dollarwertes, die meisten Leute damit rechnen, dass die meisten Preise meistens steigen.
Ist es also ein Wunder, wenn die Leute auch eine “Spekulationserwartung” entwickelt haben? Und das hat auch eine Anspruchsmentalität genährt, die jede einzelne Sprosse auf der Kreditleiter befleckt. Viele Leute wollten etwas kaufen und dann wieder verkaufen, egal ob es sich dabei um Häuser, Aktien oder Rohstoffe handelte Und deswegen haben andere Leute diesen Leuten Geld geliehen, um die Käufe zu ermöglichen.
Das Kaufen und Verkaufen wurde zu einer Dominanten, wenn nicht zum definierenden Element der besagten Finanz“industrie“. Doch was ist das für eine Industrie? Es haben in den vergangenen fünf Jahren viele Leute schlicht und einfach bei Allem gelogen. Das ging von den Kreditkartenanträgen bis hin zu den Hypothekenanträgen und den Kreditunterlagen für Übernahmen im Wert von mehreren Milliarden Dollar. In vielen Fällen war es schlicht und einfach Betrug, der in die Richtung von Diebstahl am helllichten Tag ging.
Die nächste Ebene in der Nahrungskette – die Broker und Kreditdirektoren – sahen oft in die andere Richtung und setzten ihre Stempel auf die Papiere: „Hey, das ist doch nicht mein Problem.“
Diese Art der Weiterreichung von Dollar bahnte ihren Weg bis in die Spitzen der wichtigsten Unternehmen, viele von ihnen tragen bekannte Namen. Dort, in den himmlischen Weiten eines hübschen Bürogebäudes in Irvine in Kalifornien oder in Fort Lauderdale in Florida – ganz zu schweigen von der Wall Street – wussten die Geschäftsführer, oder hätten wissen müssen, wie riskant die Porfolios wurden. (Wenn ich das so sagen darf, dann habe ich schon seit mindestens vier Jahren darüber geschrieben.)
Aber diese korporativen Würdenträger haben es so geschehen lassen. Der Druck, die „Zahlen zu erreichen“, war zu viel. Das Geld war einfach so gut. Die Prämien so süß. Und abgesehen davon gibt es immer noch die gute alte Ausrede dass es „auch alle anderen so machen.“ Doch es ist nicht vergebens, dass die alten die Gier als eine der Todsünden bezeichneten. Auf jeder weiteren Sprosse der Leiter der finanziellen Täuschungen, ließen die Leute es einfach so schleifen.
Sie hätten es besser wissen sollen, und vielleicht haben sie es ja auch besser gewusst. Und wenn wir jetzt vor uns blicken, dann liegt ein schrecklich felsiger Weg vor uns. Und können wir als Gesellschaft wirklich unseren Weg aus dieser Situation „regulieren“? Oder gibt es ein systematisches Problem mit tieferen Wurzeln? Ich frage mich wirklich, was die Furien noch mit uns vorhaben.