Zugrunde liegende Theorien der Rohstoffmärkte
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 05. Juli 2007 20:45 Uhr
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Liebe Leser,
ich verfolge angeregt das zunehmende Interesse der Anleger an den Rohstoffmärkten. Die steigende Medienpräsenz der Rohstoffe und die zunehmende Emittierung von Rohstoff – Finanzprodukten sind nur zwei Indikatoren dafür.
Trotz steigender Rohstoffpreise stehen wir allerdings noch immer am Anfang. Hausse ja, Blase sicher noch nicht.
Die Rohstoffmärkte haben noch immer viel aufzuholen, nachdem sie Jahrzehnte lang unbemerkt geblieben sind.
Auch der steigende Rohstoffverbrauch - vor allem, aber nicht nur durch China und die Schwellenländer, auch Europa sollte man im Hinblick auf die Industriemetalle nicht vergessen- ist ein Indikator für steigende und /oder hohe Preise.
Dass wir aber immer noch am Anfang stehen, zeigen mir einerseits die im Vergleich noch eher geringen Partizipationsmöglichkeiten und lancierten Finanzprodukte, sowie andererseits auch immer wieder Fragen von Anlegern nach eben jenen Möglichkeiten.
Dass eigentlich in Relation noch immer wenig Geld in die Rohstoffmärkte fließt, lässt sich auch daran fest machen, dass es gegenwärtig nur rund 50 Rohstofffonds weltweit gibt. Dafür aber 70 000 Aktienfonds.
Ich sage Ihnen was ich denke: Die Rohstoffmärkte sind DIE Anlage der kommenden 15 Jahre.
Dennoch gilt es für einen Rohstoffanleger, im Gegensatz zu einem Aktieninvestor zunächst ein bestimmtes Grundwissen zu erlernen um die Eigenheiten der Rohstoffmärkte zu verstehen.
Beginnen wir mit den Theorien
Prominente Wissenschaftler haben Meilensteine zur Erklärung der Verhältnisse im Futures Markt gesetzt.
Keynes :
1930 stellte Keynes die Theorie der Normal Backwardation auf . Keynes glaubte die Produzenten eines Rohstoffs nutzen Short – Positionen in Rohstoff – Futures, um sich gegen Preisrisiken abzusichern und zahlen Spekulanten eine Risikoprämie als Anreiz, die Long – Position des Futures einzugehen.
Keynes – Theorie wird allgemein als führend und damit gültig betrachtet.
Kaldor :
1939 erklärte Kaldor, dass Konsumenten sich über Long – Positionen absichern und gleichzeitig eine Risikoprämie an Short – Spekulanten zahlen.
Hicks :
1946 glaubte Hicks, dass Konsumenten in ihrem Verhalten flexibler seien als Produzenten. Denn Produzenten haben ein größeres Absicherungsbedürfnis.
Anderson und Danthine :
1983 erklärten Anderson und Danthine, dass alle Marktteilnehmer (Produzenten, Weiterverarbeiter, Lagerhalter und Konsumenten ) unterschiedliche Absicherungsbedürfnisse und Risikoexposures haben. Die Risikoprämie resultiert aus der „Netto Hedging Pressure“.
Die allgemein gültige Theorie zu den Ereignissen im Future – Markt ist, wie gesagt, die Keynes. Wobei natürlich die Risikoprämie rein metaphorisch betrachtet werden sollte. Der Anreiz für einen Käufer im Futures – Markt long zu gehen, liegt hierbei, theoretisch in der ständigen Backwardation – Situation, welche durch die short – Positionen der Produzenten künstlich herbeigeführt werden. Die anderen Theorien erweisen sich als ebenfalls sehr interessant. Trotzdem werde ich im Moment nicht näher darauf eingehen, da diese Theorien entfernt auch als Weiterentwicklung der Keynes – Basis betrachtet werden können.