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Martin Weiss in Investors Daily
vom 10. Mai 2004 18:00 Uhr
ENL5454
In den vergangenen Tagen tendierten die deutschen Aktien erneut schwächer. Auf Wochenbasis verlor der Dax zwei Prozent.
Nun ist also der deutsche Standardwerteindex nach unten ausgebrochen. Spannend wird nun sein, ob sich der Dax in den nächsten Tagen wird stabilisieren können oder ob die deutschen Aktien mehr oder minder in den freien Fall in Richtung 3000 Punkten beim Dax übergehen. Es wäre wahrlich nicht überraschend, wenn Zweiteres der Fall wäre.
Denn, die realwirtschaftliche Lage Deutschlands ist dramatisch. Die Rechnungshöfe des Bundes und der Länder sehen die ausufernde Staatsverschuldung mittlerweile mit größter Sorge. Der Gestaltungsspielraum der öffentlichen Hand werde immer eingeschränkter, ein Ausweg aus der Schuldenfalle immer schwieriger.
Zudem bleibt die Situation am deutschen Arbeitsmarkt schlichtweg desaströs. Saisonbereinigt nahm die Zahl der Arbeitslosen im ehemaligen Wirtschaftswunderland im April diesen Jahres um 23000 zu. Aussicht auf Besserung ist angesichts eines fast schon am Rande des Kollaps befindlichen Mittelstands in bälde nicht zu erwarten.
Jenseits des Atlantiks jubilierten Analysten hingegen über starke Arbeitsmarktdaten. 288000 neue jobs im April, das ist schon beachtlich. Wie auch immer, abermals gaben knapp 500000 Menschen im April entmutigt die Suche nach einem Arbeitsplatz auf. Die Wochenarbeitszeit war im verarbeitenden Gewerbe sogar rückläufig. Ebenfalls gab es bei den monatlichen Durchschnittseinkommen nur sehr leichte Zuwächse.
Besonders auffällig aber war, daß die Arbeitslosigkeit unter "Teenagern" gar um 0,4 Prozent auf eine beklemmende Quote von 16,9 % zunahm.
Kurzum, noch vermögen die Stützungs- und Stimulierungsbemühungen seitens der Regierung und der US-Notenbank den Arbeitsmarkt halbwegs stabil zu halten. Von der Zinsfront her bahnt sich aber schon Ungemach an, zumal – wie schon in der letzten Woche gesagt – die Rentenmärkte mehr denn je unter Druck geraten. Zehnjährige US-Staatsanleihen rentieren gegenwärtig bei 4,76 % auf einem Zwei-Jahres-Hoch. Verfolgen Sie weiterhin die Entwicklung bei den Anleihen genau! Ferner trüben sich die Aussichten für die US-Konjunktur bzw. die Weltwirtschaft auch nicht zuletzt aufgrund eines immer stärker werdenden Ölpreises merklich ein. Am Freitag stiegen die Futures auf Rohöl im New Yorker Handel auf über 40 $ pro barrel. Der Ölpreis befindet sich auf einem 13-Jahres-Hoch. Nicht wenige Energieexperten gehen von weiter anziehenden Preisen aus. Sollte sich die Krisenlage im Nahen bzw. Mittleren Osten weiter verschlechtern, so werden gar Lieferausfälle befürchtet.
Insofern gilt es weiterhin auch den Ölpreis zu beobachten! Beim König der Währungen, sprich beim Gold, hält die Korrekturphase weiterhin an. Gerade nach Bekanntgabe der Arbeitsmarktdaten fiel der Preis für die Feinunze erneut unter 380 $. Sicherlich ist die technische Situation weiterhin sehr angespannt. Und ein weiterer Preisverfall bis in den Bereich von 360 $ nicht auszuschließen. Dennoch sind die momentanen Preise für die Feinunze Gold exzellente langfristige Einstiegsgelegenheiten. Unter der Marke von 320 Euro sollte auch Gold in physischer Form zur Absicherung gekauft werden!