Zucker überverkauft?
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 12. März 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
Rohstoffe Wochenrückblick: Agrarrohstoffe und Ausblick
Soft Commodities
Die Zuckerpreise haben in dieser Woche weiter deutlich abgegeben.
Sugar 11 zur Lieferung im Mai fiel in dieser Woche um über 2 US-Cent und notierte am Freitag bei 19,27 US-Cent pro Pfund im Tief an der NYBOT.
Nach wie vor, ist es die Erwartung einer Entspannung im Zuckermarkt, welche die Preise unter Druck setzt. So deuten zwar die Prognosen für das laufende Erntejahr nach wie vor ein Defizit an - Alles in allem geht der Grundton aber von einer sinkenden Knappheit in 2009/10 aus. Für 2010/11 sehen die Erwartungen noch eine wesentlich stärkere Ausweitung des Angebots vor.
Analysten von Centrum Broking Pvt. gehen sogar von einem Anstieg der indischen Zuckerproduktion in Höhe von 60% aus über die kommenden 2 Jahre. Für das kommende Erntejahr erwarten sie eine Produktion in Höhe von 26,8 Millionen Tonnen - gegenüber 16,8 Millionen Tonne, wie die Indian Sugar Mills Association prognostiziert.
Zudem wurde Mitte der Woche bekannt, dass Ägypten den Kauf von rund 300.000 Tonnen bis auf weiteres gestrichen hat. Offenbar will man auf günstigere Preise warten...
Sugar 11 notiert aktuell bei 19,83 US-Cent pro Pfund an der NYBOT.
Ausblick
Der vorherrschende Optimismus dürfte die Ölpreise vorerst nach wie vor über der 80 US-Dollar-Marke halten - obgleich die fundamentalen Rahmenbedingungen (die schwache Nachfrage aus den OECD-Staaten; die OPEC plant laut Oil Movements eine Angebotsausweitung) dem nach wie vor widersprechen.
Nach wie vor hält sich der Goldpreis recht stabil über der 1.100 USD-Marke. Weiterer Konjunkturoptimismus dürfte den Goldpreis weiterhin unterstützen.
Fundamental betrachtet sollten die Industriemetallpreise korrigieren. Doch dies wird wohl so lange nicht der Fall sein, so lange noch ein übergeordneter Konjunkturoptimismus vorherrscht.
Tatsächlich ist es die physische Nachfrage die bei günstigeren Zuckerpreisen wieder einsetzen muss , nachdem das spekulative Interesse im Angesicht der Erwartungen auf eine Entspannung der defizitären Angebotslage nachgelassen hat. Allerdings macht Zucker langsam einen überverkauften Eindruck, so dass bei Preisen deutlich unter 20 US-Cent die physische Nachfrage langsam wieder einsetzen sollte.
So long liebe Leser...das wars wieder von meiner Seite für diese Woche....ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend und ein hoffentlich nicht zu kaltes Wochenende....bis Montag, wenn wir uns in alter Frische wiederlesen....liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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