Zucker könnte aus dem Stand um 15% nach oben schießen
Profit Radar
vom 23. Februar 2007 19:00 Uhr
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Aber genau deshalb ist Zucker ja auch nicht einer meiner Favoriten, sondern mein Turnaround-Rohstoff Nr. 1 im Jahr 2007. Und „Turnaround“ bedeutet immer, dass solche Investments risikoreich sind und dass man Geduld haben muss. Für Zucker spricht, dass die Institutionellen sehr stark auf der Short-Seite investiert sind. Das heißt: Die Fondsmanager setzen auf fallende Zuckerpreise.
Das bedeutet nämlich: Wenn die Kurse steigen, dann haben die Fondsmanager ein gewaltiges Problem. Und dann kann es zu einem schnell Short-Squeeze kommen, bei dem der Zuckerpreis blitzschnell 15% nach oben gehebelt wird. Erste Tendenzen haben wir bereits letzten Freitag gesehen, als der Zuckerpreis aus dem Nichts gut 5% nach oben schoss. Das ist für einen Rohstoff mal eine Ansage.
Nach meinen Informationen liegt die Schmerzgrenze der vieler Short-Seller im Bereich von 11,30 US$. Wenn der Zuckerpreis dort durchgeht, wird es zu einem Short-Squeeze kommen. Dann laufen die Leerverkäufer um ihr Leben. Dabei hilft, dass der Zuckerpreis weitgehend unbemerkt einen steilen kurzfristigen Aufwärtstrend ausgebildet hat, ab dem er nun auf die entscheidenden Marken von 11,00 US$ und 11,30 US$ zuläuft.
Aber wie es immer so ist: Keine Chance ohne Risiko. Die Risikofaktoren sind vor allem zweierlei Natur: Da ist zum einen die Saisonalität. Historisch sind September bis Januar die starken Zucker-Monate und Februar bis Mai die schwachen Monate, in den der Zuckerpreis fällt. Ich bin ein großer Fan der Saisonalitäts-Analyse. Sie verrät einem viel über die Anlegergewohnheiten und Verhaltensmuster. Allerdings stimmt bei Zucker die Saisonalität seit letztem Herbst nicht mehr. Denn im September gab es keine Winterrallye. Vielmehr verlor der Zuckerpreis sogar weiter. Es könnte also durchaus sein, dass wir bei Zucker nun eine verspätete Rallye sehen.
Der 2. Punkt ist vor allem kurzfristig problematisch: Die Prognosen für die Zuckerernten. Vor 2 Wochen hieß es noch, dass die Prognosen für die Zuckerernten 2007 vor allem im Schlüsselmarkt Brasilien zu hoch sein könnten. So schätzte der amerikanische Zuckerverarbeiter USA LLC., dass die Zuckernte in Brasilien statt der erwarteten 483 Mio. Tonnen nur bei 415 Mio. Tonnen liegen könnte. Doch nur 1 Woche später erhöhten andere Institute aufgrund guter Wetterbedingungen ihr Prognosen. Im Klartext bedeutet dies: Nichts Genaues weiß niemand.
Diese Black-Box ist sehr unerfreulich, denn sie lässt zu diesem Zeitpunkt keine Prognose zu. Aber Sie kennen meine Investment-Strategie: Ich kaufe nicht wenn Werte teuer sind und sie jeder haben will, sondern wenn sie billig sind. Und Zucker ist nach dem Kursrutsch um über -40% wieder billig. Für die Leser meines Börsendienstes Emerging Markets Radar (www.emerging-markets-radar.de) habe ich deshalb heute ein Mini-Long-Zertifikat auf Zucker empfohlen. Die Situation bei Zucker ist nicht so klar bullisch wie bei Gold und Silber, aber dort sind die Emerging Markets Radar-Leser ja bereits seit langem mit Calls investiert.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi