Zitat des Tages

in Insider Daily
vom


"Manche Finanzinvestoren verschwenden keinen Gedanken an die Menschen, deren Arbeitsplätze sie vernichten - sie bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter."


So äußerte sich Franz Müntefering über Hedgefonds und trug damit wesentlich zum schlechten Ruf dieser Gesellschaften bei. Nun will auch Hollywood-Star Tom Cruise zur "Heuschrecke" werden. Denn wie das "Wall Street Journal" berichtete, will der Schauspieler zusammen mit seiner Geschäftspartnerin Paula Wagner und besagten Hedgefonds eine eigene Investment-Firma gründen. Ob dadurch das Image der Fonds eine Aufwertung erfährt, ist zweifelhaft, denn Cruise geriet wegen seltsamen Verhaltens in der Öffentlichkeit, seiner Zugehörigkeit zu Scientology und umstrittener Äußerungen über den Nutzen von Antidepressiva ins Kreuzfeuer der Kritik. Das ist auch der Grund, warum der Multi-Millionär sich neue Einnahmequellen erschließen muss: Das Filmstudio Paramount Pictures kündigte nach 14 Jahren gewinnträchtiger Zusammenarbeit den Vertrag mit Cruise, weil der einige Fans und Kinogänger mit bizarren Auftritten verschreckt habe. Paramount, das zum Medienkonzern Viacom gehört, macht Cruise mitverantwortlich dafür, dass "Mission Impossible III" kein durchschlagender Erfolg an den Kinokassen wurde.

Wie es in der Finanzzeitung hieß, will Cruise nun mit Krediten in Höhe von 100 Mio. Dollar, die zwei Finanzinvestoren bereitstellen, Filmprojekte angehen. Wie die "Heuschrecken" heißen, wurde nicht bekannt. Dass in Hollywood auch für Hedgefonds Geld zu verdienen sein könnte, ist dagegen plausibel. Einige haben bereits in der Traumfabrik investiert. Falls der Hollywood-Star und Ex-Mann von Nicole Kidman wirklich ernst macht mit seinen Plänen, wäre er alles andere als eine anonyme gesichtslose Heuschrecke. Warum der 44-jährige so dringend neue Geldquellen braucht, ist jedoch unklar. Mit dem Film "Top Gun" stieg er 1986 in die erste Liga Hollywoods auf und verdiente Millionen mit Gagen und Gewinnbeteiligungen. Möglicherweise hat die Trennung von Cruise aber neben nervigen Starallüren noch einen anderen Grund, nämlich zunehmende Sparsamkeit bei den Studios. Offenbar haben die Produzenten genug davon, ganz allein das finanzielle Risiko bei teuren Filmen zu tragen, während die Stars nur abkassieren. Mal sehen, ob damit auch der Viacom-Aktienkurs demnächst wieder auf die Beine kommt.

Ihnen ein schönes Wochenende!


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