Zitat der Woche
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Global Anlegen
vom 5. August 2010, 14:30 Uhr
ENL5462
Fidel Castro redet gerne und vor allem hält er sehr gerne, sehr lange Reden. Manche in seiner Zeit als Staatsoberhaupt Kubas sollen zehn bis 12 Stunden gedauert haben. Deshalb ist es äußerst schwierig, von ihm ein kurzes Zitat zu finden. Ich habe einige seiner Reden gelesen und mir ist dabei aus einem seiner wortreichen Ergüsse" vor allem jenes Zitat hängen geblieben:
Die heute auf unserem Planeten vorherrschende Wirtschaftsordnung wird unweigerlich zusammenbrechen. Das kann sogar von einem Schüler begriffen werden, der gut genug addieren, subtrahieren, multiplizieren und dividieren kann, um im Fach Rechnen ein einfaches Bestanden zu erhalten.
Viele sind derartig infantil, dass sie jene als Skeptiker bezeichnen, die diese Themen ansprechen. Andere träumen sogar von der Errichtung von Kolonien auf dem Mond oder dem Mars. Ich kritisiere nicht die Tatsache, dass sie träumen. Sollten sie es erreichen, so wäre es vielleicht der Ort, an den sich so mancher flüchten könnte, wenn die brutale und immer stärker werdende Aggression auf unseren Planeten nicht gestoppt werden kann.
Das gegenwärtige System ist unhaltbar, denn es fußt auf blinden, chaotischen, verderblichen und destruktiven Gesetzen der Gesellschaft und der Natur.
Selbst die Theoretiker der neoliberalen Globalisierung, ihre besten Leute, Verkünder und Verfechter des Systems, zeigen sich unsicher, schwankend, widerspruchsvoll. Es gibt tausend Fragen, auf die man keine Antwort hat. Es ist heuchlerisch, wenn gesagt wird, dass die Freiheit des Menschen und die absolute Freiheit des Marktes untrennbare Begriffe sind, als ob die Gesetze des letzteren, die die egoistischsten, ungleichsten und erbarmungslosesten Sozialordnungen hervorgebracht haben, mit der Freiheit des Menschen vergleichbar wären, der vom System zu einer bloßen Ware herabgestempelt wird.
Viel richtiger wäre es zu sagen, dass es ohne Gleichheit und Brüderlichkeit, unantastbare Parolen der bürgerlichen Revolution, nie Freiheit geben kann und dass Gleichheit und Brüderlichkeit mit den Gesetzen des Marktes absolut unvereinbar sind."
Aus der Rede Fidel Castros anlässlich der Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag des Sieges der Revolution im Céspedes-Park von Santiago de Cuba, am 1. Januar 1999 (Quelle: fidel-castro.de)
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